AD
play_arrow

keyboard_arrow_right

Listeners:

Top-Hörer:

skip_previous skip_next
00:00 00:00
playlist_play chevron_left
volume_up
  • play_arrow

    AllgäuHIT

  • cover play_arrow

    AllgäuHIT-Kaffeeklatsch: mit Rebecca Simoneit-Barum vom Zirkus Charles Knie

  • cover play_arrow

    „Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger

  • cover play_arrow

    „Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger

Aktuelles

Schockanrufe im Allgäu: Betrüger erbeuten Hunderttausende Euro

today16. Oktober 2026

Hintergrund
share close
AD

Telefonbetrüger haben in Sonthofen und Benningen mehrere Senioren mit erfundenen Unfallgeschichten um hohe Geldbeträge und Wertgegenstände gebracht. In Sonthofen liegt der Schaden in einem Fall im hohen sechsstelligen Bereich. Die Kriminalpolizei ermittelt und bittet um Zeugenhinweise. Die Polizei warnt vor Schockanrufen und betont: Kautionen werden niemals telefonisch gefordert.

Telefon Seniorin Symbolbild, Pixabay

Telefonbetrüger haben im südlichen Schwaben erneut mit sogenannten Schockanrufen hohe Beute gemacht. In Sonthofen wurden innerhalb von zwei Tagen zwei Seniorinnen Opfer der Masche. Auch in Benningen im Unterallgäu übergab ein Senior Bargeld an einen unbekannten Abholer. Die Polizei warnt eindringlich davor, sich am Telefon unter Druck setzen zu lassen.

Hohe Beute bei zwei Fällen in Sonthofen

Am Dienstag, 13. Oktober, erhielt eine Seniorin aus Sonthofen einen Anruf von einem angeblichen Staatsanwalt. Dieser behauptete, ihre Tochter habe bei einem Verkehrsunfall eine Fahrradfahrerin tödlich verletzt. Um eine angeblich drohende Untersuchungshaft abzuwenden, müsse eine Kaution bezahlt werden.

Die Frau glaubte der Geschichte und übergab an ihrer Wohnanschrift Bargeld und Edelmetallmünzen im Gesamtwert eines hohen sechsstelligen Betrags. Der Abholer war etwa 20 Jahre alt, auffallend schlank und braunhaarig. Er trug dunkle Kleidung. Gegen 13.15 Uhr stieg er auf der Beifahrerseite in einen schwarzen BMW-Kombi mit ausländischem Kennzeichen. Auch der Fahrer soll sehr jung gewesen sein. Erst nach einem Gespräch mit ihrer Tochter erkannte die Seniorin den Betrug.

Bereits am Montag, 12. Oktober, war eine weitere Seniorin in Sonthofen auf eine ähnliche Masche hereingefallen. Ein angeblicher Rechtsanwalt schilderte ihr einen schweren Verkehrsunfall und forderte eine Kaution. Daraufhin übergab die Frau gegen 15.30 Uhr mehrere Tausend Euro Bargeld, Goldschmuck und Münzen an einen unbekannten Mann.

Die Kriminalpolizei Kempten ermittelt in beiden Fällen. Hinweise zu verdächtigen Personen oder dem schwarzen BMW nimmt sie unter der Telefonnummer 0831 9909-0 entgegen. Besonders relevant sind Beobachtungen am Dienstag gegen 13.15 Uhr im Bereich Marktstraße beziehungsweise Bergstraße sowie am Montag gegen 15.30 Uhr im Bereich Berghofer Straße beziehungsweise Obere Mühle.

Auch Senior in Benningen betrogen

Ein weiterer Fall ereignete sich am Montagabend in Benningen. Dort gab sich eine unbekannte Täterin am Telefon als Rechtsanwältin aus, die im Auftrag der Polizei handle. Sie behauptete, die Tochter des angerufenen Seniors habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und müsse in Untersuchungshaft. Durch die Zahlung einer Kaution könne der Vater dies verhindern.

Der Mann glaubte den Angaben. Ein angekündigter Abholer erschien an seiner Haustür und nahm einen Umschlag mit Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich entgegen.

Die Kriminalpolizei Memmingen bittet um Zeugenhinweise. Gesucht werden insbesondere Beobachtungen zu einem dunkel gekleideten, schlanken, etwa 1,70 Meter großen jungen Mann, der sich am Montag zwischen 18.30 und 20.30 Uhr im Ortskern von Benningen aufgehalten haben könnte. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Memmingen unter 08331 1000 entgegen.

Polizei warnt vor Schockanrufen

Bei dieser Betrugsmasche geben sich Täter häufig als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Rechtsanwälte aus. Mit erfundenen Unfallgeschichten versetzen sie ihre Opfer in Angst und drängen sie dazu, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände zu übergeben. Dabei versuchen sie oft, Rückfragen bei Angehörigen zu verhindern.

Wie hoch die Schäden sind, zeigen die Zahlen des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West: Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 814 Fälle von Callcenterbetrug. In 40 Fällen waren die Täter erfolgreich und erbeuteten knapp 1,6 Millionen Euro. Für 2026 wurden bislang rund 550 Fälle erfasst. In etwa 30 Fällen kam es zu einer Geldübergabe. Der Vermögensschaden liegt bereits bei rund 1,6 Millionen Euro.

Die Polizei rät, verdächtige Anrufe sofort zu beenden und den angeblich betroffenen Angehörigen unter einer bekannten Telefonnummer selbst zu kontaktieren. Polizei und Staatsanwaltschaft verlangen niemals telefonisch Kautionen oder die Übergabe von Bargeld und Wertgegenständen. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte die Polizei verständigen. Wurde bereits Geld übergeben, sollte umgehend Anzeige erstattet werden.

AD

Geschrieben von: Niklas Bitzenauer

Rate it
AD
AD
AD
AD