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Der Bodensee führt aktuell außergewöhnlich wenig Wasser. Der Pegel in Konstanz liegt rund 89 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel. Für eine nachhaltige Erholung braucht es laut LUBW einen deutlich zu nassen Herbst und Winter. Entscheidend wird zudem, wie viel Schnee im kommenden Winter in den Alpen fällt und später als Schmelzwasser in den Bodensee gelangt.

Der Bodensee führt derzeit außergewöhnlich wenig Wasser. Nach Einschätzung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) braucht es einen deutlich zu nassen Herbst und Winter, damit sich die Wasserstände nachhaltig erholen können. Die Niederschläge müssten dafür deutlich über dem üblichen Niveau liegen.
Aktuell liegt der Pegel in Konstanz bei 248 Zentimetern und damit rund 89 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel für diese Jahreszeit. In den kommenden Tagen wird zwar mit einem leichten Anstieg gerechnet, insgesamt bleibt es laut den aktuellen Vorhersagen aber zu trocken.
Auch im Einzugsgebiet des Bodensees ist die Situation angespannt. Die Nationale Trockenheitsplattform der Schweiz meldet für Teile des Einzugsgebiets Trockenheitsstufe 4 – große Gefahr. Besonders wichtig ist der Alpenrhein als Hauptzufluss des Bodensees. Auch er führt derzeit außergewöhnlich wenig Wasser.
Besonders ungewöhnlich ist, dass der Bodensee seinen typischen Anstieg im Sommer in diesem Jahr kaum erreicht hat. Ende September lag der Wasserstand sogar niedriger als im Frühjahr. Normalerweise erreicht der See seinen niedrigsten Stand im Februar oder März.
Als Gründe nennt die LUBW mehrere Faktoren. Im vergangenen Winter fiel in den Alpen vergleichsweise wenig Schnee. Dadurch fehlte im Frühjahr Schmelzwasser, das über den Alpenrhein in den Bodensee gelangt. Dazu kamen geringe Niederschläge und eine hohe Verdunstung während der warmen Monate.
Auch der September brachte kaum Entlastung. Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen in Baden-Württemberg lediglich rund 19 Liter Regen pro Quadratmeter – nur etwa 27 Prozent des langjährigen Septembermittels.
Wie stark das Niedrigwasser auffällt, hängt auch vom jeweiligen Bereich des Bodensees ab. Besonders deutlich ist es an den flachen Ufern des Untersees. Dort wurde die Schifffahrt wegen des niedrigen Wasserstands zuletzt teilweise eingestellt.
Der deutlich größere und tiefere Obersee ist weniger stark betroffen. An flachen Uferabschnitten ist aber auch dort zu sehen, wie weit sich die Wasserlinie zurückgezogen hat.
Wie schnell sich der Bodensee wieder erholen kann, lässt sich derzeit nicht zuverlässig vorhersagen. Viel Regen könnte kurzfristig für Entspannung sorgen. Für den Wasserstand im kommenden Frühjahr ist außerdem entscheidend, wie viel Niederschlag im Winter im alpinen Einzugsgebiet als Schnee gespeichert wird und später als Schmelzwasser in den See gelangt.
Langfristig verändern steigende Temperaturen infolge des Klimawandels die Schnee- und Schmelzprozesse im Alpenraum. Die LUBW betont jedoch, dass sowohl extreme Hoch- als auch Niedrigwasserstände möglich sind. Das derzeitige Niedrigwasser bedeutet demnach nicht, dass der Bodensee künftig austrocknen wird.
Quelle: dpa
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu Bodensee Erholung niedrigwasser Trockenheit