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Die Lindauer Insel soll langfristig klimaverträglicher und möglichst klimaneutral werden. Der Stadtrat setzt dabei auf eine technologieoffene Wärmeplanung, mehr Hitzeschutz und ein neues Denkmalkonzept. Geplant sind unter anderem zusätzliche Wetterstationen, ein Baum am Therese-von-Bayern-Platz und zwei Trinkwasserbrunnen. Eine Entscheidung für eine konkrete Wärmeversorgung, etwa durch Seethermie, ist noch nicht gefallen.

Die Lindauer Insel soll langfristig klimaverträglich und möglichst klimaneutral entwickelt werden. Dafür hat die Stadt ein Integriertes Energetisches Quartierskonzept erarbeitet. Im Mittelpunkt stehen eine zukunftsfähige Energie- und Wärmeversorgung sowie Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels. Der Stadtrat hat nun die nächsten Schritte beschlossen.
Unter anderem soll die Kommunale Wärmeplanung weiter vorangetrieben werden. Auch ein Kommunales Denkmalkonzept ist geplant. Eine Entscheidung für eine bestimmte Wärmeversorgung der Insel ist mit den aktuellen Beschlüssen allerdings ausdrücklich noch nicht verbunden.
Das Energetische Quartierskonzept kommt zu dem Ergebnis, dass eine schrittweise Energiewende auf der Insel trotz der besonderen Anforderungen durch den Denkmalschutz grundsätzlich möglich ist. Untersucht wurde unter anderem die Nutzung von Seethermie als mögliche klimafreundliche Wärmequelle.
Dabei wurden erste Daten etwa zum Wärmebedarf und zu möglichen Anschlussquoten erhoben. Ob eine solche Lösung technisch und wirtschaftlich geeignet ist, soll nun im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung genauer untersucht werden. Diese umfasst das gesamte Stadtgebiet und soll den übergeordneten Rahmen für die künftige Energie- und Wärmeversorgung bilden.
Das Quartierskonzept für die Insel soll dabei als wichtiger Baustein einfließen und nochmals überprüft werden. Die Planung bleibt ausdrücklich technologieoffen.
Neben der Energieversorgung geht es zunehmend um die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Eine kleinräumige Hitzekarte zeigt, dass es auf der Insel deutliche Temperaturunterschiede gibt.
Besonders hohe Temperaturen wurden nicht nur auf stark versiegelten und sonnenexponierten Flächen festgestellt. Auch dicht bebaute Bereiche können sich stark aufheizen, wenn die kühlende Wirkung des Sees und der Seewinde dort weniger zum Tragen kommt.
Die Stadt will deshalb die Datengrundlage weiter verbessern. Dafür sollen Wetterstationen eingerichtet werden. Zunächst sollen geeignete und repräsentative Standorte ermittelt und dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden. Auch bereits vorhandene Wetterdaten sollen berücksichtigt werden.
Daneben sind bereits konkrete Maßnahmen geplant: Am Therese-von-Bayern-Platz soll im Herbst beziehungsweise Winter 2026 ein Baum gepflanzt werden. Zwei Trinkwasserbrunnen sollen im Frühjahr 2027 am Sportband auf der Hinteren Insel und am Seehafen entstehen.
Klimaschutz und Klimaanpassung müssen auf der historischen Insel mit dem Denkmalschutz, der Stadtstruktur und archäologischen Besonderheiten in Einklang gebracht werden. Deshalb hat der Stadtrat den Weg für ein Kommunales Denkmalkonzept gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege freigemacht.
Darin sollen Leitlinien und konkrete bauliche Lösungen für die künftige Wärme- und Energieversorgung sowie für Klimaanpassungsmaßnahmen entwickelt werden. Auch die Hitzevorsorge und die Nutzung von Solarenergie sollen betrachtet werden.
Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons erklärt, mit dem Denkmalkonzept sollen Energieversorgung, Klimawandelanpassung, Photovoltaik, Städtebau, Denkmalschutz und Archäologie zusammengebracht werden. Ziel sei es, frühzeitig klare Rahmenbedingungen zu schaffen, damit spätere Maßnahmen nicht an ungeklärten Vorgaben scheitern.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Archäologie: Auf der Insel befindet sich flächendeckend ein Bodendenkmal. Eine frühzeitige Abstimmung soll deshalb helfen, Konflikte bei späteren Leitungs- und Infrastrukturmaßnahmen zu vermeiden. Zusätzlich soll ein denkmalfachliches Solarflächenkataster bei der Beurteilung möglicher Photovoltaikanlagen helfen.
Die nächsten Schritte der Kommunalen Wärmeplanung sollen regelmäßig im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt werden. Außerdem soll zeitnah eine öffentliche Auftaktveranstaltung zur Wärmeplanung stattfinden.
Mit dem Energetischen Quartierskonzept verfolgt die Stadt Lindau das Ziel, die Insel langfristig klimaneutral zu entwickeln und damit zur angestrebten Klimaneutralität der Stadt bis 2035 beizutragen.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu Klimaschutz klimawandel Lindau Zukunft