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Der „Coolcation“-Trend ist im Allgäu bislang kaum angekommen. Zwar steigen die Übernachtungen spanischer Gäste langfristig, insgesamt bleiben Urlauber aus Südeuropa aber eine kleine Gruppe. Die Allgäu GmbH plant deshalb derzeit keine gezielte Werbung in Italien oder Spanien.

Während immer mehr Urlauber aus Südeuropa wegen steigender Temperaturen nach kühleren Reisezielen suchen, ist dieser sogenannte „Coolcation“-Trend im Allgäu bislang kaum zu beobachten. Vor allem aus Italien und Spanien kommen weiterhin vergleichsweise wenige Gäste.
Im Schwarzwald wird bereits gezielt um Urlauber aus Südeuropa geworben. Dort nimmt die Zahl der Gäste aus Ländern wie Italien und Spanien zu. Im Allgäu zeigen die aktuellen Zahlen dagegen noch keinen vergleichbaren Trend.
Nach Angaben der Allgäu GmbH gegenüber der Süddeutschen Zeitung kamen im vergangenen Jahr rund 89 Prozent der Urlauber aus Deutschland. Bei den ausländischen Gästen entfielen rund 30 Prozent auf die Schweiz, 15 Prozent auf die Niederlande und acht Prozent auf Österreich. Italienische Gäste machten lediglich vier Prozent der ausländischen Urlauber aus, aus Spanien kam rund ein Prozent.
In absoluten Zahlen gab es 2025 etwa 65.000 Übernachtungen von Gästen aus Italien und rund 21.000 von spanischen Urlaubern. Beide Werte gingen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Insgesamt verzeichnete das Allgäu im vergangenen Jahr rund 17,3 Millionen touristische Übernachtungen.
Zwar haben die Übernachtungen spanischer Gäste in den vergangenen drei Jahren um rund 23 Prozent zugenommen. Ihr Anteil am gesamten ausländischen Gästeaufkommen bleibt mit etwa einem Prozent allerdings gering. Deutlich stärker gewachsen sind im gleichen Zeitraum die Übernachtungszahlen aus Dänemark und den Niederlanden.
Nach Angaben von Simone Zehnpfennig, Pressesprecherin der Allgäu GmbH, gegenüber der Süddeutschen Zeitung sind derzeit keine gezielten Werbeaktivitäten in südeuropäischen Ländern geplant. Im Ausland konzentriert sich die touristische Vermarktung aktuell vor allem auf die Schweiz und die Niederlande.
Auch für die kommenden Jahre erwartet die Allgäu GmbH keine wesentliche Zunahme von Gästen aus Südeuropa. Grundsätzlich freue man sich aber über neue Urlauber aus allen Ländern. Als Pluspunkte des Allgäus werden unter anderem die Landschaft, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Servicequalität genannt.
Auch im württembergischen Allgäu ist der „Coolcation“-Effekt bislang nicht erkennbar. Der Zweckverband Tourismus Württembergisches Allgäu erklärt, man könne den Trend derzeit noch nicht bestätigen.
Ähnlich ist die Situation im Ferienpark von Center Parcs in Leutkirch. Dort ist die Zusammensetzung der Gäste nach Herkunftsländern nach Angaben des Unternehmens weitgehend stabil.
Rund 60 Prozent der Urlauber kommen aus Deutschland, etwa 15 Prozent aus den Niederlanden und vier Prozent aus Belgien. Italien und Spanien werden in der Statistik gemeinsam mit weiteren Ländern unter „Sonstige“ geführt. Diese Gruppe kommt insgesamt auf rund zehn Prozent der Übernachtungen.
Auch wenn die Zahlen keinen deutlichen Anstieg südeuropäischer Gäste erkennen lassen, werden im Ferienpark nach Angaben von Center Parcs durchaus spanisch- und italienischsprachige Urlauber wahrgenommen. Ein größerer „Coolcation“-Trend lässt sich daraus bislang allerdings nicht ableiten.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu Ausland deutschland Gäste tourismus