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Der Klinikneubau in Memmingen wird seit dem 1. Oktober bereits während der Bauphase mit Fernwärme aus dem Heizwerk Memmingen Nord beheizt. Dadurch sollen pro Heizperiode rund 600.000 Liter Heizöl und etwa 1.240 Tonnen CO₂ eingespart werden. Auch im späteren Klinikbetrieb soll die Fernwärme für zusätzliche Versorgungssicherheit sorgen.

Beim Neubau des Klinikums Memmingen ist die Bauheizung planmäßig in Betrieb gegangen. Seit dem 1. Oktober wird die Baustelle über das Fernwärmenetz der e-con AG mit Wärme versorgt. Die Energie stammt aus dem Heizwerk Memmingen Nord.
Damit setzt der Klinikneubau bereits während der Bauphase auf Fernwärme – statt wie bei klassischen Baustellen auf eine separate, temporäre Ölheizung. Vorgesehen ist die Versorgung für die Heizperioden 2026/27 und 2027/28.
Der Wärmebedarf der Bauheizung liegt bei rund 4.400 Megawattstunden pro Heizperiode. Nach den projektbezogenen Berechnungen können dadurch gegenüber einer Versorgung mit Heizöl rund 600.000 Liter Heizöl pro Heizperiode eingespart werden. Gleichzeitig sollen die CO₂-Emissionen um rund 1.240 Tonnen pro Jahr beziehungsweise etwa 78 Prozent sinken.
Auch wirtschaftlich soll sich die Lösung bereits während der Bauphase auszahlen. Vor allem angesichts der derzeit hohen Heizölpreise können Kosten für die Wärmeversorgung eingespart werden.
„Mit der planmäßigen Inbetriebnahme der Bauheizung erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Andreas Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Alois-Müller-Gruppe. Die Besonderheit liege darin, dass bereits während der Bauphase auf die Fernwärme gesetzt werden könne.
Das Wärmenetz entlang der Europastraße und der Dr.-Karl-Lenz-Straße ist bereits vollständig in Betrieb. Über dieses Netz wird die Wärme vom Heizwerk Memmingen Nord bis zum Klinikstandort transportiert und dort für die Bauheizung genutzt.
Auch für den späteren Klinikbetrieb ist der Fernwärmeanschluss vorgesehen. Die Anschlussleistung beträgt 3.870 Kilowatt, im Regelbetrieb wird mit einer bezogenen Leistung von rund 1.200 Kilowatt gerechnet.
Das Klinikum verfügt zusätzlich über eine eigene Energiezentrale. Die Fernwärme soll künftig vor allem Leistungsspitzen abdecken und gleichzeitig als zusätzliche Absicherung dienen. Sollte die klinikeigene Wärmeerzeugung ausfallen, kann die Fernwärme laut Betreiber die Wärmeversorgung des Klinikums vollständig übernehmen.
Damit soll eine hohe Redundanz bei der Wärmeversorgung erreicht werden – ein wichtiger Aspekt für den späteren Klinikbetrieb.
Auch die Stadt Memmingen sieht in der bereits während der Bauphase genutzten Fernwärme einen langfristigen Nutzen für den Standort. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher betont, dass die Infrastruktur damit schon vor der eigentlichen Inbetriebnahme des neuen Klinikums genutzt wird.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
bauphase Fernwärme heizung Klinikum Memmingen