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Aktuelles

Galeria stellt erneut Insolvenzantrag – auch Memmingen betroffen?

today2. Oktober 2026

Hintergrund
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Die Warenhauskette Galeria hat erneut Insolvenz beantragt. Damit steht das Unternehmen zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren vor einem Verfahren. In Bayern waren zuletzt fünf Filialen als mögliche Wackelkandidaten eingestuft worden – darunter das Warenhaus in Memmingen. Ob diese Standorte nun tatsächlich von Schließungen betroffen sind, ist noch offen.

Symbolbild: Galeria Kaufhof Kempten/ Foto: AllgäuHIT

Die Warenhauskette Galeria hat erneut Insolvenz beantragt. Damit steht das Unternehmen zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren vor einem Verfahren. Besonders im Blick sind eventuell auch mehrere Filialen in Bayern – darunter das Warenhaus in Memmingen.

Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit noch 83 Filialen soll zunächst weiterlaufen. Für die rund 12.000 Beschäftigten bedeutet der erneute Insolvenzantrag allerdings neue Unsicherheit.

Nach Angaben des Unternehmens soll das Verfahren dabei helfen, die aktuelle Situation zu ordnen, Galeria zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine langfristige Zukunft zu schaffen. Zu den konkreten Gründen für den erneuten Insolvenzantrag machte Galeria zunächst keine weiteren Angaben.

Fünf bayerische Filialen gelten als gefährdet

Besonders im Fokus stehen mehrere Standorte im Freistaat. Galeria hatte bereits im Sommer bundesweit 33 Filialen auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft. Als mögliche Wackelkandidaten wurden dabei fünf bayerische Häuser genannt: Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, Würzburg und die Filiale am Münchner Rotkreuzplatz.

Ob diese Liste nach dem erneuten Insolvenzantrag weiterhin Bestand hat und welche Standorte tatsächlich von Schließungen betroffen sein könnten, ist derzeit noch offen.

Galeria betreibt in Bayern weiterhin mehrere Warenhäuser, unter anderem am Münchner Marienplatz, in Schwabing und im Olympia-Einkaufszentrum sowie in Nürnberg und Rosenheim. Frühere Standorte in Augsburg und Regensburg sind dagegen bereits geschlossen.

Bereits mehrere Insolvenzverfahren

Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 bereits der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. In den vergangenen Verfahren wurden zahlreiche Filialen geschlossen. Beim bislang letzten Verfahren im Jahr 2024 mussten neun der damals 92 Warenhäuser aufgeben.

Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Im Zuge des Eigentümerwechsels verschwanden die Namen Karstadt und Kaufhof aus dem Firmennamen. Der Unternehmenssitz wurde von Essen nach Düsseldorf verlegt.

Finanzielle Probleme trotz neuer Kredite

Bereits im Frühjahr 2026 hatten mehrere Vermieter ausbleibende Mietzahlungen beklagt. Galeria sprach damals von Liquiditätsschwankungen und bat Vermieter teilweise um Stundungen. Im Juni erhielt das Unternehmen eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro. Damit sollten unter anderem laufende Kredite abgelöst und offene Mietzahlungen beglichen werden.

Gleichzeitig kündigte Galeria an, mit Vermietern über Mietkonditionen und mögliche Anpassungen von Verkaufsflächen zu verhandeln. Weitere Filialschließungen wurden dabei nicht ausgeschlossen.

Warenhäuser unter Druck

Die Probleme bei Galeria stehen auch im Zusammenhang mit der allgemeinen Entwicklung im Einzelhandel. Hohe Kosten, eine schwache Konsumstimmung und der zunehmende Online-Handel setzen den stationären Handel unter Druck.

Nach Daten des Handelsforschungsinstituts EHI ist der Nettoumsatz von Galeria Karstadt Kaufhof von rund 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf gut zwei Milliarden Euro im Jahr 2025 zurückgegangen. Auch die Bedeutung von Kauf- und Warenhäusern im Einzelhandel ist deutlich gesunken.

Der Druck trifft dabei nicht nur Galeria. Nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade erreichte die Zahl der Insolvenzen im deutschen Einzelhandel zuletzt ein Zehnjahreshoch. Zwischen Juni 2025 und Mai 2026 meldeten demnach mehr als 2.600 Einzelhändler Insolvenz an.

Quelle: dpa

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Geschrieben von: Niklas Bitzenauer

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