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Panorama

KÖRPERWELTEN in Kempten: Wissenswertes über die Plastinate

today2. Oktober 2026

Hintergrund
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Die KÖRPERWELTEN-Ausstellung in der Kemptener bigBOX geht langsam auf die Zielgerade zu. Seit dem 10. Juli ist „KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens“ erstmals in Kempten zu sehen. Noch bis zum 11. Oktober habt Ihr die Möglichkeit, Euch die echten menschlichen Präparate anzuschauen.

Dabei geht es nicht nur um den Aufbau unseres Körpers, sondern auch darum, wie unser Lebensstil ihn beeinflusst. Und bei den Ganzkörper-Plastinaten fällt natürlich eines besonders auf: Sie werden in ganz unterschiedlichen Posen gezeigt. Aber wie entscheidet man eigentlich, in welcher Position ein Plastinat am Ende ausgestellt wird? Dr. Angelina Whalley, Ärztin und Kuratorin der Körperwelten, sagte uns im Interview Folgendes dazu:

©koerperwelten, Gunther von Hagens‘ KÖRPERWELTEN, Institut für Plastination,
Heidelberg, www.koerperwelten.de.

„Das ist tatsächlich ein sehr komplexer Vorgang, und der ergibt sich auch oft während der Tätigkeit. Also zum einen spielt immer eine große Rolle: Was zeigt denn eigentlich dieser Körper, der in Pose gebracht werden soll, anatomisch? Also wie viel Muskulatur ist noch am Körper zu sehen? Wo liegt das Hauptaugenmerk anatomisch? Zum Beispiel ist der Schachspieler ja ein bekanntes Plastinat. Da zeigt man vor allen Dingen das Nervensystem. Und da war es sehr naheliegend, eine Pose zu wählen, die eine Denkersituation auch reflektiert. Oder wenn wir zum Beispiel einen Körper haben, der sehr muskelkräftig ausgeprägt ist, dann liegt es natürlich nahe, auch so eine kraftvolle Pose zu zeigen, wie man das oft in der Sportszene antrifft.“

Und ein Ziel ist auch, dass man sich selbst nicht kopiert. Von jeder Pose gibt es deshalb immer nur ein Exponat. Gleichzeitig gibt es natürlich auch Darstellungen oder Dinge, die man bei der Präsentation von Plastinaten ganz bewusst nicht machen würde, erklärte uns Dr. Whalley:

„Was grundsätzlich für uns ganz besonders wichtig ist, ist, dass wir den Menschen immer als Menschen präsentieren. Also dass wir nicht aus irgendwelchen künstlerischen Ideen oder Fantasien eine Situation schaffen, die dem menschlichen Körper überhaupt gar nicht entsprechen würde. Können Sie sich ja vielleicht vorstellen: Man macht aus einem Skelett einen Kleiderständer oder aus einem korpulenten Körper ein Sofa. Also so was wäre ein absolutes No-Go. Das ist weder von der Menschenwürde her zu vertreten, noch unterstreicht es überhaupt das Ziel unserer Arbeit. Denn wir wollen ja eigentlich das Innere des menschlichen Körpers darstellen und das eben möglichst lebensnah. Und das würden wir mit solchen entfremdenden Darstellungen ja überhaupt gar nicht erreichen können.“

In Kempten ist das Motto ja „Der Zyklus des Lebens“. In anderen KÖRPERWELTEN-Ausstellungen werden allerdings auch Tiere gezeigt, und bei der Plastination gibt es laut Dr. Whalley tatsächlich Unterschiede zwischen der Bearbeitung von menschlichen und tierischen Körpern:

„Der Plastinationsprozess selbst und später die Positionierung, das ist eigentlich identisch. Ich könnte sogar ein Stück Käsekuchen auf diese Weise plastinieren. Aber was bei der Bearbeitung von tierischen Körpern schon sehr unterschiedlich für uns ist, ist die anatomische Präparation selbst. Wir haben mit den Vierbeinern zwar unglaublich viele anatomische Ähnlichkeiten, aber im Detail können die sehr verschieden sein. Und es gibt für viele dieser Tiere, die wir plastiniert haben, gar nicht so ausführliche anatomische Literatur, wo wir uns dieses Wissen aneignen könnten. Das heißt, wenn wir präparieren, müssen wir das sehr langsam und vorsichtig tun, damit wir andere anatomische Strukturen nicht plötzlich mit unserem Skalpell zerstören. Also das Präparieren eines Tieres ist für uns wesentlich zeitaufwendiger als die Präparation eines Menschen.“

Die KÖRPERWELTEN-Ausstellung in der Kemptener bigBOX zeigt also nicht nur den menschlichen Körper und seinen Lebenszyklus, sondern auch, wie unterschiedlich Plastinate präsentiert und bearbeitet werden. Bei den Posen gibt es klare Kriterien und jede Darstellung bleibt ein Einzelstück. Wer sich die Ausstellung noch anschauen möchte, sollte sich langsam ranhalten – „KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens“ ist nur noch bis zum 11. Oktober in Kempten zu sehen.

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Geschrieben von: Redaktion

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