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Panorama

77 Menschen trainieren in Lindenberg für den Ernstfall

today24. September 2026

Hintergrund
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Was tun, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht und nicht mehr normal atmet? Genau dieser Frage widmete sich am 22. September eine gemeinsame Veranstaltung der Wasserwacht Lindenberg, der Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau und der Region der Lebensretter. Unter dem Motto „Prüfen. Rufen. Drücken.“ konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Wiederbelebung selbst ausprobieren und dabei Hemmschwellen und Unsicherheiten abbauen.

Foto: Bayerisches Rotes Kreuz

Das Interesse war groß: 77 Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen nahmen teil – von Kindern bis zu Seniorinnen und Senioren. Unterstützt wurden sie von 25 Aktiven und Mitgliedern der Jugendgruppe der Wasserwacht Lindenberg. Die Veranstaltung war Teil des Jubiläumsprogramms zum 60-jährigen Bestehen der Wasserwacht-Ortsgruppe.

Im Mittelpunkt standen typische Fragen und Ängste rund um die Wiederbelebung. Die Teilnehmer konnten unter anderem selbst erfahren, wie eine Herzdruckmassage funktioniert und welche ersten Schritte im Notfall entscheidend sind. Die Veranstalter wollten dabei vor allem die Angst nehmen, etwas falsch zu machen.

Denn im Ernstfall zählt schnelles Handeln. Nach Angaben des Deutschen Rates für Wiederbelebung erleiden in Deutschland jedes Jahr mehr als 120.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergehen im Durchschnitt etwa neun Minuten. Diese Zeit können Ersthelferinnen und Ersthelfer überbrücken.

Die wichtigsten Schritte lassen sich dabei einfach zusammenfassen: Bewusstsein und Atmung prüfen, den Notruf 112 wählen und bei fehlender normaler Atmung sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Die Leitstelle kann Ersthelfende während des Notrufs telefonisch anleiten. Über die Region der Lebensretter können zudem qualifizierte Ersthelfer alarmiert werden.

„Wir wollen den Menschen die Angst vor dem ersten Schritt nehmen. Niemand muss in diesem Moment ein Profi sein“, erklärt Thomas Kaleja, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau. Auch die Bedeutung einer möglichst breiten Bereitschaft zur Ersten Hilfe wurde thematisiert. So zeigen die Reanimationsleitlinien Unterschiede bei der Häufigkeit von Laienreanimationen zwischen Männern und Frauen.

Die Veranstaltung ist Teil der Arbeit der Gesundheitsregionplus für eine starke Notfallversorgung im Landkreis Lindau. Dabei geht es unter anderem um die Aufklärung zur Laienreanimation, öffentlich zugängliche Defibrillatoren und die Vernetzung verschiedener Akteure.

Die Wasserwacht Lindenberg machte zudem deutlich, welche Rolle ehrenamtliches Engagement bei der Notfallhilfe spielt. „Wir retten Leben. Seit 60 Jahren. Du kannst das auch!“, lautet das Jubiläumsmotto der Ortsgruppe.

Die Veranstalter weisen zugleich darauf hin, dass das Training keinen Erste-Hilfe-Kurs ersetzt. Dort können unter anderem die Beatmung und der Umgang mit einem automatisierten externen Defibrillator ausführlicher und praktisch trainiert werden. Die zentrale Botschaft des Abends soll trotzdem einfach im Gedächtnis bleiben: Prüfen. Rufen. Drücken.

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Geschrieben von: Leon Dauter

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