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Die Grünen stellen sich grundsätzlich hinter die Stationierung von Arrow 3, kritisieren aber das Vorgehen beim geplanten Radarstandort im Königsberger Forst bei Friesenried. Sie fordern mehr Transparenz und Antworten zu möglichen Alternativstandorten sowie zu Wald- und Trinkwasserschutz.

Die geplante Stationierung des Radarsensors für das Raketenabwehrsystem Arrow 3 im Königsberger Forst bei Friesenried sorgt weiter für Diskussionen. Die Ostallgäuer und Kaufbeurer Grünen haben sich nun gemeinsam mit dem Grünen Bundestagsabgeordneten Niklas Wagener vor Ort über das Vorhaben ausgetauscht.
Grundsätzlich stellen sich die Grünen hinter die verteidigungspolitische Zeitenwende und die Bedeutung des Arrow-Systems für die Raketenabwehr. Kritik üben sie allerdings am bisherigen Vorgehen bei der Standortwahl und an der Kommunikation gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.
Wagener, der Mitglied des Verteidigungsausschusses ist, fordert unter anderem eine Prüfung möglicher Alternativstandorte. Außerdem seien Fragen zum Wald- und Trinkwasserschutz sowie zur militärischen Sicherung des Geländes während der Bauphase offen. Diese Fragen wolle er mit nach Berlin nehmen und gegenüber der Bundesregierung ansprechen.
Der geplante „Sensor Süd“ soll nach Angaben der Bundeswehr im Großraum Kaufbeuren beziehungsweise auf dem Gemeindegebiet von Friesenried entstehen. Die Bundeswehr hatte den Standort im Juni offiziell bekanntgegeben. Das Radar ist Teil des bundesweiten Arrow-Systems zur Abwehr ballistischer Raketen.
Auch die lokalen Grünen fordern mehr Transparenz. Günter Räder, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ostallgäuer Kreistag, erklärte, sollte es bereits versiegelte und militärisch gesicherte Flächen geben, die für die Stationierung ebenso geeignet seien, sollten diese geprüft werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Schutz der Trinkwasserversorgung. Die Grünen aus Kaufbeuren haben dazu bereits eine Anfrage an Oberbürgermeister Stefan Bosse gestellt. Dabei geht es unter anderem um mögliche Auswirkungen auf die Trinkwasserquellen bei Oberbeuren und Kleinkemnat.
Auch der Wald und die Naherholung spielen in der Debatte eine Rolle. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks könnte für die geplante Anlage im Königsberger Forst eine größere Waldfläche gerodet werden. Gleichzeitig liegt das Gebiet im Einzugsbereich der Friesenrieder Trinkwasserquellen.
Die Grünen betonen, dass sie die Notwendigkeit der Raketenabwehr nicht grundsätzlich infrage stellen. Sie wollen jedoch, dass offene Fragen zum Standort, zu Umwelt- und Wasserschutz sowie zur Information der Bevölkerung vor der Umsetzung geklärt werden.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Abwehrsystem Allgäu Arrow bundeswehr Raketen