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Mit einem Plädoyer für Zusammenhalt, Dialog und die gemeinsame Zukunft des Allgäus ist am Samstag die 75. Allgäuer Festwoche in Kempten eröffnet worden. Oberbürgermeister Christian Schoch würdigte in seiner ersten Festwocheneröffnung die traditionsreiche Geschichte der Veranstaltung und bezeichnete sie als „Wohnzimmer des Allgäus“.

Schoch erinnerte daran, dass die Allgäuer Festwoche 1949 gegründet wurde, um der regionalen Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg neuen Schwung zu verleihen und den Menschen neue Zuversicht zu geben. Aus der damaligen Leistungsschau habe sich im Laufe der Jahrzehnte eine der größten Verbrauchermessen Deutschlands entwickelt, die Wirtschaft, Kultur und Heimatfest miteinander verbinde. Der Oberbürgermeister blickte auch auf die wechselvolle Geschichte der Festwoche zurück. Neben Besucherrekorden und besonderen Höhepunkten erinnerte er an wirtschaftlich schwierige Zeiten sowie an die pandemiebedingten Ausfälle in den Jahren 2020 und 2021. Gerade diese Zeit habe gezeigt, was den Menschen am meisten gefehlt habe: die Begegnungen.
In seiner Festrede stellte Schoch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Mittelpunkt. In einer Zeit, in der Diskussionen zunehmend polarisiert würden, sei die Allgäuer Festwoche ein Ort, an dem Menschen unterschiedlichster Herkunft und Meinungen miteinander ins Gespräch kämen. Dieses Miteinander sei einer der größten Werte der Veranstaltung.
Besonders zum 75-jährigen Jubiläum verlieh Schoch der Festwoche symbolisch eine Stimme. In einem fiktiven Brief ließ er die Jubilarin selbst sprechen. Darin wird die Festwoche als Investition in Gemeinschaft, Identität und Zusammenhalt beschrieben und zugleich der Wunsch geäußert, offen für Veränderungen zu bleiben, ohne die eigene Identität zu verlieren.
Mit Blick auf die Zukunft warb der Oberbürgermeister dafür, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden. Heimat lebe davon, sich weiterzuentwickeln, ohne ihre Wurzeln aufzugeben. Den Wert der Festwoche könne man nicht allein an wirtschaftlichen Kennzahlen messen, sondern vor allem an den Begegnungen und Erlebnissen, die sie den Menschen ermögliche.

Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam im Allgäu“ diskutierte Schoch im Anschluss gemeinsam mit den Oberbürgermeistern von Kaufbeuren und Memmingen sowie den Landräten der vier Allgäuer Landkreise über die Zukunft der Region. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg sowie gemeinsame Herausforderungen in den Bereichen Wirtschaft, Mobilität und Lebensqualität.
Nach einer Festrede des bayerischen Europaministers Eric Beißwenger dankte Schoch den zahlreichen Helferinnen und Helfern, den Ausstellern sowie den Mitarbeitenden der Stadt Kempten für die Vorbereitung der Jubiläumsveranstaltung. Gemeinsam mit Minister Beißwenger sowie den Oberbürgermeistern und Landräten eröffnete er anschließend per symbolischem Buzzer offiziell die 75. Allgäuer Festwoche.
Geschrieben von: Thomas Häuslinger
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