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Politik

„Wir sind für Sie da. Solange wir noch können.“ – Bezirkskliniken Schwaben beteiligen sich an Protestaktion

today12. Juni 2026

Hintergrund
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Die Bezirkskliniken Schwaben haben sich am Freitagmittag (12.06.2026) am süddeutschen Protesttag beteiligt und an allen acht klinischen Standorten ihre Haupteingänge für zwei Stunden symbolisch geschlossen. Auch am Bezirkskrankenhaus Kempten wurde der Haupteingang zeitweise gesperrt.

BU: Mitarbeitende des BKH Kempten blockierten heute Mittag symbolisch den Haupteingang der Klinik. Bild: Tabea Schmid

Patientinnen, Patienten sowie Besucherinnen und Besucher mussten in dieser Zeit auf Nebeneingänge ausweichen und wurden entsprechend umgeleitet. Nach Angaben der Klinikleitung blieb die medizinische Versorgung jedoch jederzeit uneingeschränkt gewährleistet.

Mit der Aktion wollen die Bezirkskliniken auf die aus ihrer Sicht angespannte finanzielle Lage der Krankenhäuser aufmerksam machen. „Wir fordern die Bundespolitik auf, das existenzbedrohende Spardiktat zu stoppen“, erklärte Vorstandsvorsitzender Stefan Brunhuber. Das geplante Beitragsstabilisierungsgesetz der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stelle eine ernsthafte Gefahr für die wirtschaftliche Stabilität der Einrichtungen dar.

Auch aus dem Vorstand kommt deutliche Kritik: „Die Politik kürzt mitten in der größten Krankenhausreform die Einnahmen nach der Rasenmähermethode“, so Brunhuber weiter. Sein Stellvertreter Wolfram Firnhaber warnte zudem vor möglichen Folgen für den laufenden Betrieb: Durch die vorgesehenen Einsparungen könnten Tarifsteigerungen künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden, was einen tragfähigen Krankenhausbetrieb gefährde.

Die Bezirkskliniken Schwaben beschäftigen nach eigenen Angaben mehr als 4.600 Mitarbeitende und versorgen jährlich rund 100.000 Patientinnen und Patienten stationär, ambulant sowie in Tageskliniken. Zum Verbund gehören unter anderem Standorte in Augsburg, Günzburg, Donauwörth, Kaufbeuren, Kempten, Memmingen, Lindau sowie Obergünzburg.

Prof. Alkomiet Hasan, Vorstand Krankenversorgung, sieht zusätzlich eine zunehmende Belastung durch Bürokratie: „Es soll noch mehr dokumentiert und geprüft werden – Zeit, die am Bett der Patientinnen und Patienten fehlt.“ Dies gehe zulasten der direkten Versorgung.

Einigkeit herrscht im Vorstand darüber, dass die Kliniken ausreichend finanzielle Spielräume benötigen, um die laufende Krankenhausreform erfolgreich umzusetzen. Gefordert werden eine verlässliche Finanzierung der tatsächlichen Kosten, eine vollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen sowie mehr Gestaltungsfreiheit statt zusätzlicher Bürokratie.

Während der Protestaktion wehten vor den gesperrten Eingängen blaue Absperrbänder im Wind. Auf regennassen Schildern war der Slogan zu lesen: „Kein Geld. Keine Versorgung.“ – ergänzt durch die Botschaft: „Wir sind für Sie da. Solange wir noch können.“

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Geschrieben von: Leon Dauter

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