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Der Kreistag des Bodenseekreises hat sich im Bieterverfahren um den insolventen Medizin Campus Bodensee (MCB) knapp für den Schweizer Konzern Ameos entschieden. 30 Kreisräte stimmten für Ameos, 27 für die Oberschwabenklinik (OSK), die damit den Zuschlag nicht erhielt. Die OSK respektiert die Entscheidung und betont weiterhin ihre Rolle als wichtiger Gesundheitsversorger in der Region. Sie will ihre Standorte im Landkreis Ravensburg weiterentwickeln und bleibt auch über medizinische Versorgungszentren in Friedrichshafen und Tettnang aktiv.

Die Oberschwabenklinik (OSK) hat die Entscheidung des Kreistags des Bodenseekreises im Bieterverfahren um den insolventen Medizin Campus Bodensee (MCB) respektiert. Der Schweizer Gesundheitskonzern Ameos wird neuer Träger des Klinikstandorts Friedrichshafen. In der entscheidenden Sitzung des Kreistags am Mittwochabend stimmten 30 Kreisräte für Ameos, 27 für die OSK.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der OSK und Landrat des Landkreises Ravensburg, Harald Sievers, erklärte, man habe in den vergangenen Wochen intensiv an einem langfristig tragfähigen Konzept für eine gute Gesundheitsversorgung in der gesamten Region gearbeitet und danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement im Prozess. Auch nach der Entscheidung gegen einen Klinikverbund Friedrichshafen–Ravensburg–Wangen bleibe die OSK ein leistungsfähiges Unternehmen mit klarer Verantwortung für die medizinische Versorgung im Landkreis Ravensburg.
Geschäftsführer Franz Huber betonte, der Fokus der OSK liege weiterhin darauf, die Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Region verlässlich sicherzustellen und die eigenen Standorte zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Die OSK werde auch künftig an der Versorgung im Bodenseekreis mitwirken – unter anderem über ihre Medizinischen Versorgungszentren in Friedrichshafen und Tettnang. Zudem würden weiterhin viele Patientinnen und Patienten aus dem Bodenseekreis in den OSK-Kliniken in Ravensburg und Wangen behandelt, insbesondere bei hochspezialisierter Medizin. Diese enge medizinische Verbindung innerhalb der Region bleibe wichtig.
Huber hob zudem die OSK als Arbeitgeber hervor. Das Unternehmen bleibe ein attraktiver Arbeitgeber in der Region; Mitarbeitende und Bewerber seien weiterhin ausdrücklich willkommen.
Im Kreistag war die Entscheidung zuvor kontrovers diskutiert worden. Eine knappe Mehrheit entschied sich für Ameos aus Sorge vor einer dauerhaften finanziellen Belastung des Landkreises und der Gemeinden. Zudem wurden Zweifel an einer fairen Lastenverteilung zwischen den Landkreisen Bodensee und Ravensburg geäußert. Ameos soll nach einer Anschubfinanzierung durch den Bodenseekreis spätestens ab 2034 ohne Zuschüsse auskommen.
Das Konzept des Schweizer Konzerns sieht Friedrichshafen als zentralen Standort der stationären Versorgung vor, der ausdrücklich im Wettbewerb mit anderen Kliniken der Region stehen soll. Damit tritt er auch in Konkurrenz zur OSK. Das Unternehmen hatte hingegen vorgesehen, Leistungen stärker zwischen Ravensburg, Wangen und Friedrichshafen zu bündeln und zu verteilen.
Die OSK kündigte an, ihren eingeschlagenen Weg als regionaler Gesundheitsversorger konsequent weiterzugehen und die bestehenden Strukturen weiterzuentwickeln.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
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