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Aktuelles

Misshandlungsvorwürfe gegen Kinderheim Oberallgäu: Staatsanwaltschaft ermittelt

today12. Mai 2026

Hintergrund
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Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt gegen die Leitung eines Kinderheims im Oberallgäu wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen. Mitte April hatte das Jugendamt alle sechs Kinder aus der Einrichtung geholt. Hintergrund sind mutmaßlich kindeswohlgefährdende Erziehungsmethoden.

Wandern Kinder Symbolbild, Pixabay/blickpixel

Nach der Inobhutnahme aller sechs Kinder aus einem Kinderheim im Oberallgäu hat die Staatsanwaltschaft Kempten nun offiziell Ermittlungen gegen die Heimleitung eingeleitet. Wie die Behörde auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks bestätigte, geht es um den Verdacht der Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird derzeit gegen eine Person ermittelt. Geprüft werde, ob in der Einrichtung angewandte Erziehungsmethoden strafrechtlich relevant gewesen seien. Weitere Details nannten die Ermittler mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Bereits Mitte April hatte das Jugendamt alle Kinder aus der heilpädagogischen Jugendhilfeeinrichtung geholt. Die Behörden begründeten den Schritt mit mutmaßlich kindeswohlgefährdenden Erziehungsmethoden. Zuvor hatten sich ehemalige Mitarbeiter an die Regierung von Schwaben als zuständige Heimaufsicht gewandt. Anfang März wurde daraufhin gegen die pädagogische Leitung ein Tätigkeitsverbot verhängt.

Die Einrichtung darf derzeit keine weiteren Kinder ohne Zustimmung der Regierung aufnehmen. Zudem wird geprüft, ob die Betriebserlaubnis entzogen wird.

Betroffen ist ein Heim für traumatisierte Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren. Der private Träger „Himmelstürmer Deutschland gGmbH“ stand bereits bei der Eröffnung der Einrichtung vor rund zwei Jahren in der Kritik. Hinter dem Träger steht der Verein „Mission Freedom“ aus Hamburg, dem vielfach ein christlich-fundamentalistisches Weltbild vorgeworfen wird. Nach Angaben der Behörden spielte die weltanschauliche Ausrichtung bei den aktuellen Vorwürfen jedoch keine Rolle.

Der Betreiber erklärte Ende April, Grundlage seines Handelns seien die gesetzlichen Vorgaben. Auf die konkreten Vorwürfe ging die Gesellschaft bislang nicht näher ein. Laut dem evangelischen Nachrichtenportal IDEA.de wurde die pädagogische Leitung nach dem Tätigkeitsverbot sofort freigestellt. Eine beauftragte Kinderschutzfachkraft habe zudem keine akute Kindeswohlgefährdung festgestellt. Der Verein kritisierte demnach die unangekündigte Inobhutnahme der Kinder und sprach von einer möglichen Retraumatisierung.

Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

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Geschrieben von: Niklas Bitzenauer

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