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Aktuelles

Geplante Zuckersteuer: Allgäuer Unternehmer warnt vor Folgen

today8. Mai 2026

Hintergrund
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Eine geplante Zuckersteuer auf Süßgetränke sorgt in der Lebensmittel- und Getränkebranche deutschlandweit, aber auch bei uns im Allgäu für Unruhe. Brauereien und regionale Hersteller warnen vor Folgen für die gesamte Branche. Die Steuer soll ab 2028 in Kraft treten. Wir haben mit Franz Stolz von der Brauerei Stolz aus Isny darüber gesprochen, wie er zur geplanten Zuckersteuer steht.

Limonade Symbolbild (Quelle: Pixabay/marsjo)

Herr Stolz, die Bundesregierung will ja eine Zuckersteuer einführen. Was bedeutet das jetzt für die Allgäuer Hersteller, zum Beispiel auch von Limonaden wie bei euch? Muss man in Zukunft mit steigenden Preisen rechnen?

Ja, definitiv. Jeder hat steigende Kosten und ich glaube nicht, dass die Unternehmen diese zusätzlichen Kosten einfach selbst tragen können. Stichwort Spritpreise: Überall kommen auch noch Dieselzuschläge seitens der Lieferanten dazu. Und die Steuer wird definitiv an den Verbraucher weitergegeben. Das ist eine weitere Verbrauchssteuer, die den Konsumenten belasten wird und sicherlich nicht zu einer Verbesserung der Wirtschaftslage beiträgt.

Mit wie viel Aufschlag muss man da ungefähr rechnen, damit man eine kleine Einordnung hat?

Also ich habe gestern von einem Brauerkollegen eine Rechnung gesehen, da stand etwas von 3,20 Euro pro Kiste, was ich persönlich schon ziemlich viel finde. Den Gesetzesentwurf selbst habe ich allerdings noch nicht gelesen. Letztendlich schlägt aber auch der Handel noch etwas drauf, damit die prozentuale Marge bestehen bleibt. Die Kiste würde also nicht nur um 3,20 Euro netto teurer werden. Ob eine Kiste Spezi am Ende zum Beispiel fünf Euro teurer wird, habe ich selbst noch nicht durchgerechnet, weil ich auch noch nicht genau weiß, wie die Belastung im Gesetzesentwurf letztendlich aussehen wird. Klar ist aber: Die Kosten würden steigen und die Unternehmen werden gezwungen sein, diese weiterzugeben.

Und schaut man als Brauerei dann schon ein bisschen mit Sorge in die Zukunft? Es könnte ja sein, dass manche Verbraucher sagen: Okay, ich mag das Getränk zwar, aber das wird mir jetzt einfach zu teuer.

Klar, förderlich ist das sicherlich nicht. Die kleinen Brauereien haben ohnehin schon zu kämpfen. Und ob das gesamtvolkswirtschaftlich wirklich etwas bringt, sei mal dahingestellt. Der Beamtenapparat wird dadurch definitiv wachsen und es wird ein Bürokratiemonster geschaffen beziehungsweise den Unternehmen werden zusätzliche Bürokratiepflichten auferlegt. Dass dann am Ende für den Staat wirklich so viel hängen bleibt, glaube ich persönlich eher nicht.

Haben Sie da vielleicht auch eine Forderung an die Politik, gerade als regionaler Hersteller?

Es wird da schon etwas seitens der Verbände gemacht. Wir haben erst kürzlich ein Schreiben vom Verband mittelständischer Privatbrauereien bekommen, in dem dazu aufgerufen wird, sich an die lokalen oder regionalen Mandatsträger im Bundestag oder Landtag zu wenden, um das Ganze vielleicht noch zu kippen. Letztendlich ist es einfach eine zusätzliche Belastung. Deutschland hat meiner Meinung nach kein Einnahmenproblem, sondern eher ein Ausgabenproblem. Deshalb finde ich das Ganze ziemlich wirr. Das Thema schwelt zwar schon länger, wurde jetzt aber offenbar schnell wieder aus der Schublade geholt. Es ist letztendlich eine Bevormundung des Kunden. Etwas Ähnliches gab es ja schon einmal vor etwa zwanzig Jahren: damals wurde die Alcopop-Steuer eingeführt. Damit hat man den Markt letztendlich ziemlich tot gemacht. Heute findet man kaum noch solche Ready-to-Drink-Produkte, vielleicht noch Jack Daniel’s Cola, aber solche Mischgetränke mit Hochprozentigem wie damals gibt es kaum noch. Da hat man einen ganzen Industriezweig innerhalb kurzer Zeit praktisch zerstört. Jetzt ist die Situation natürlich eine andere. Zucker tötet ja nicht so wie Alkohol in großen Mengen. Deshalb sehe ich das einfach als eine Bevormundung des Konsumenten, die es aus meiner Sicht nicht braucht.

Wird sich das Ganze auch auf Bierpreise oder Radlerpreise auswirken?

Ich sag mal: Wenn man ein gescheites Radler machen möchte, dann braucht man letztendlich auch Kristallzucker, und da wird sich definitiv etwas tun. Es betrifft ja nicht nur die Limonaden. Die Frage ist auch: Was ist mit Apfelsaftschorle oder mit Fruchtzucker? Wie wirkt sich das auf die Safthersteller aus? Das ist ja alles noch nicht vollständig geklärt. Wie gesagt, da entsteht aus meiner Sicht ein Bürokratiemonster. Was fällt darunter, was nicht? Das bringt einfach nichts Gutes für die Unternehmen in der Getränkebranche.

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Geschrieben von: Redaktion

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