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Aktuelles

Urteil im Millionenprozess erwartet: Ehepaar soll Parkautomaten in Kempten geplündert haben

today7. Mai 2026

Hintergrund
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Im Prozess um den Diebstahl von knapp zwei Millionen Euro aus Parkautomaten der Stadt Kempten wird heute das Urteil erwartet. Ein ehemaliger Bauhofmitarbeiter und seine Ehefrau haben gestanden, über Jahre hinweg Münzgeld aus den Automaten entwendet zu haben.

Gericht – Symbolbild/ Foto: pixabay

Im Prozess um den millionenschweren Diebstahl aus Parkscheinautomaten der Stadt Kempten wird am heutigen Donnerstag (07.05.2026) das Urteil erwartet. Vor dem Landgericht müssen sich ein 40-jähriger ehemaliger Bauhofmitarbeiter und seine 39 Jahre alte, inzwischen von ihm getrennt lebende Ehefrau wegen gewerbsmäßigen Diebstahls verantworten. Die beiden Angeklagten hatten die Vorwürfe bereits zum Prozessauftakt umfassend eingeräumt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann über einen Zeitraum von rund zehn Jahren immer wieder Geld aus städtischen Parkautomaten entnommen haben. Insgesamt sollen dabei knapp zwei Millionen Euro verschwunden sein. Für das Gericht sind jedoch nur noch 335 Fälle relevant, da mehr als 500 weitere Taten inzwischen verjährt sind.

Der Angeklagte war beim städtischen Bauhof beschäftigt und unter anderem für die Leerung und Wartung der Parkscheinautomaten zuständig. Auf bislang ungeklärte Weise soll er an einen Schlüssel für die Geldkassetten gelangt sein. Immer dann, wenn er allein an den Automaten arbeitete, soll er die Münzkassetten geleert, das Geld in Plastiksäcke gefüllt und die Quittungen entsorgt haben. Teilweise habe auch seine Ehefrau das Geld an den Automaten abgeholt.

Laut Ermittlern kamen auf diese Weise rund 13 Tonnen Münzgeld zusammen. Das Paar zahlte die Münzen auf private Konten ein oder tauschte sie an Supermarkt-Automaten gegen Gutscheine. Vor Gericht schilderte der Angeklagte unter Tränen, das Geld sei für ein luxuriöses Leben ausgegeben worden – unter anderem für Pferde, teure Autos und Designer-Kleidung. Nach eigenen Angaben sei inzwischen „alles weg“.

Ob die Stadt Kempten einen Teil des Schadens zurückerhält, gilt als fraglich. Zwar will die Justiz auch Vermögenswerte aus den bereits verjährten Taten zur Schadenswiedergutmachung einziehen, doch nach bisherigen Erkenntnissen dürfte kaum noch Geld vorhanden sein.

Im Verlauf des Prozesses gerieten zudem die Abläufe im Bauhof in den Fokus. Ehemalige Kollegen beschrieben einen teilweise sorglosen Umgang mit Schlüsseln und der Dokumentation von Leerungen. So seien etwa fortlaufende Nummern der Quittungen nicht konsequent kontrolliert worden.

Aufgedeckt wurde der Fall im November 2025, nachdem eine Bank wegen auffällig hoher Bareinzahlungen den Verdacht auf Geldwäsche gemeldet hatte. Seitdem sitzen beide Angeklagten in Untersuchungshaft. Ihnen drohen nun mehrjährige Haftstrafen.

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Geschrieben von: Niklas Bitzenauer

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