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Herr Heim, wie haben sich die Einsatzzahlen der Bergwachten im Allgäu im Jahr 2025 konkret entwickelt?
Die Einsatzzahlen im Allgäu sind so hoch wie noch nie. Sie sind deutlich über 3000 Einsätze gestiegen, das ist für das Allgäu natürlich eine sehr hohe Zahl. Gerade im Winter sind es die Skifahrer und Snowboarder, die viel ins Allgäu kommen. Im Sommer sind es eher Wanderer und Bergsteiger. Es sind dabei gar nicht unbedingt die Extremsportarten, bei denen die vielen Einsätze entstehen. Es ist wirklich eher das Bergwandern und Bergsteigen, das unheimlich boomt. Ich glaube, das kommt auch noch ein bisschen von Corona, dass man eher “zuhause” in Deutschland Urlaub macht und in den Süden in die Berge fährt. Das ist vermutlich der Hauptgrund, warum wir so steigende Zahlen haben, weil die Leute einfach zuhause Urlaub machen möchten.
Welche besonders außergewöhnlichen oder herausfordernden Einsätze haben die vergangene Wintersaison geprägt?
Wir haben eigentlich viele außergewöhnliche Einsätze, sei es wegen der Schwere eines Unfalls oder einer Erkrankung. Was uns momentan aber immer mehr beschäftigt, sind Personen, die in die Berge gehen und dann irgendwo nicht mehr weiterkommen. Sei es aus wetterbedingten Gründen, weil sie im Schnee keinen Weg mehr finden, wegen nicht vertrauenswürdiger Quellen für die Wege oder weil sie nicht die richtige Ausrüstung und kein passendes Kartenmaterial für die Tour dabei haben.
Worin bestehen aktuell die größten Herausforderungen für die Bergwacht?
Viele Einsätze im Allgäu werden von ehrenamtlichen Bergwächtern geleistet. Nur im Winter unter der Woche sind hauptamtliche Bergretter im Einsatz, die von der SIS angestellt sind und auf den Pisten retten. Alles, was im Sommer und am Wochenende passiert, läuft ehrenamtlich. Durch die vielen Einsätze sind die Retter natürlich unheimlich gefordert. In Bereitschaften, die mehrere schwere Einsätze an einem Tag haben, kommen die Leute da dann schon an ihre Grenzen.
Welche Rolle spielt der geplante Erweiterungsbau in Immenstadt für die Bergwacht im Allgäu?
Das ist ein sehr wichtiger Part, der in den nächsten zwei Jahren auf uns zukommt. Es ist ein großes Projekt, das wir stemmen müssen. Wir haben schon vor Jahren nach Räumlichkeiten gesucht, in denen wir Einsatzmaterial der Spezialeinsatzgruppen unterbringen können, zum Beispiel Drohnen, Lawinenhunde und weitere Technik. Dazu kommen Fahrzeuge und Anhänger mit Material, die irgendwo untergestellt werden müssen. Wir haben im Raum Immenstadt gesucht, ob wir etwas Passendes finden, aber nichts gefunden. Dann haben wir gute Räumlichkeiten in Hindelang bekommen, die uns zunächst gereicht haben. Allerdings haben wir festgestellt, dass in einem Bereich, der im Winter nicht beheizt ist, kälteempfindliche Technik beschädigt wurde dadurch.
Geschrieben von: Redaktion
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