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Der FC Memmingen hat am Samstag bei der SpVgg Unterhaching mit 2:1 gewonnen. Mit dem Auswärtssieg steht der Klassenerhalt in der Regionalliga fest.

Als Schiedsrichter Christopher Kauer das Regionalliga-Spiel am Samstagnachmittag im Unterhachinger Sportpark abpfiff, war Trainer Matthias Günes emotional sichtlich angefasst. Der FC Memmingen hatte mit dem zweiten 2:1 (1:0)-Husarenstreich in dieser Saison beim Favoriten SpVgg Unterhaching nach zwei zuvor vergeblichen Heim-Anläufen den Klassenerhalt vorzeitig unter Dach und Fach gebracht – es war das gleiche Ergebnis wie im Hinspiel. Eine Zitterpartie wird mit diesem Überraschungscoup bis zum Ende vermieden. Angesichts der Voraussetzungen nach dem Wiederaufstieg im Sommer 2025 und dem Verlauf der vergangenen Wochen ist das Erreichte eine durchaus bemerkenswerte Leistung.
Rückblende: Bevor es im vergangenen Juli losging, informierte der FCM-Vorstand über das finanzielle Beinahe-Aus des Allgäuer Traditionsclubs. Massive Kürzungen betrafen auch die Spielerbezüge. Umso beachtlicher war die sportlich starke Hinrunde. In den vergangenen Wochen hagelte es mehr Niederlagen als Punkte, das passable Polster auf die Gefahrzone schmolz, aber nach innen und außen wurde Ruhe bewahrt.
Nun folgte das Happy-End an einem Ort, der schon Schauplatz spektakulärer Ereignisse in der Fußball-Bundesliga war. Im Jahr 2000 hatte Haching beispielsweise durch einen Sieg über Bayer Leverkusen den FC Bayern am letzten Spieltag noch zum Meister gemacht. Der Begriff „Vizekusen“ war geboren.
„Nachdem wir teilweise sehr unglückliche Spielverläufe in den letzten Wochen hatten, ist dieses Quäntchen wieder in unsere Richtung gekippt“, freute sich Günes nach dem Abpfiff über den Lastminute-Sieg und „dass wir uns in diesem wellenhaften Saisonverlauf für den Zusammenhalt und unsere Ruhe in den letzten Wochen auch belohnen. Dass wir den Klassenerhalt hier an altehrwürdiger Wirkungsstätte eintüten ist schon sehr emotional und diesen Moment werden wir auch genießen“.
Seine Spieler ließen die Kronkorken knallen und feierten mit Bierduschen überschwänglich, weil die „Joker“ stachen. Constantin Kresin spielte den Ball über die Hachinger-Abwehrkette zum ebenfalls eingewechselten Philipp Kirsamer. Der Mittelstürmer machte in den letzten Sekunden der regulären Spielzeit das 2:1. In der ersten Halbzeit trat Memmingen forsch auf, nichts mehr war von den müden

Beinen und Köpfen wie zuvor bei der 0:1 Heimniederlage unter der Woche gegen Schwaben Augsburg mehr zu spüren. Die Pausenführung war demnach auch verdient. Rufus Roth stieg nach einer Lutz-Ecke hoch. Sein Kopfball wurde von Moritz Müller zwar abgefälscht, aber dennoch durfte sich der Enkel der Bayern-Legende Franz „Bulle“ Roth für seinen ersten Regionalliga-Treffer feiern lassen. Was folgte, waren vor über 2.000 Zuschauern noch in den letzten Minuten der ersten Hälfte und in der zweiten Halbzeit einige gefährliche Angriffe der Gastgeber, doch mehr als der vorübergehende Ausgleich durch Simon Skarlatidis sprang nicht heraus (57.). Aus Memminger Sicht mit Glück, aber auch einer guten Portion Geschick in der Verteidigung, in der sich Torhüter Dominik Dewein wieder mit einigen Glanztaten auszeichnen konnte.
Jubelstimmung am Ende auf der einen, fast schon Schockstarre auf der anderen Seite. Nach fünf Siegen hintereinander wurde unter der Woche in Unterhaching mit dem erklärten Aufstiegsverzicht durch Präsident Manfred Schwabl aller Euphorie harsch der Stecker gezogen, was nicht spurlos an Mannschaft und Umfeld vorbeiging. SpVgg-Trainer Sven Bender sprach von einer „verkopften ersten Halbzeit. Das passt zu Stimmung wie sie gerade im Sportpark herrscht und ist nicht überraschend. Ich hätte den Jungs, gerade was sie in den letzten Tagen mitgemacht haben, den Sieg gegönnt“. Nun droht Unterhaching auch im Rennen um einen Startplatz in der lukrativen DFB-Pokal-Hauptrunde in der kommenden Saison leer auszugehen. Hier haben die Würzburger Kickers hinter dem designierten Meister 1. FC Nürnberg II die besseren Karten, bestplatziertes „Amateurteam“ zu werden.
Der FC Memmingen kann seine beiden restlichen Begegnungen nächsten Freitag zuhause gegen die DJK Vilzing und zum Abschluss beim FC Augsburg II entspannt angehen und die weiteren Planungen vorantreiben. In Kürze sollen auch die ersten Neuzugänge bekanntgegeben werden.
(PM: FC Memmingen)
Geschrieben von: Stefanie Eller
Allgäu FC Memmingen Memmingen Regionalliga