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Aktuelles

Wirtschaft im Landkreis Lindau schöpft Hoffnung – Kommunalwahl soll zusätzliche Impulse setzen

today19. Februar 2026

Hintergrund
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Die Unternehmen im Landkreis Lindau starten optimistischer ins Jahr 2026: Der Konjunkturindex der IHK Schwaben steigt um 22 Punkte auf 118 Zähler – deutlich über der Wachstumsschwelle und dem Zehnjahresdurchschnitt. 29 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als gut, nur 11 Prozent als schlecht. Branchenübergreifend verläuft die Entwicklung positiv, nur der Einzelhandel bleibt unter der Wachstumsschwelle.

Annalena Richter (geb. Haußer) Regionalgeschäftsführerin, Sebastian Gruber (Vorstandsmitglied der IHK-Regionalversammlung Lindau-Bodensee), Rolf Thomann (Regionalvorsitzender), Dorothee Buhmann (stellvertretende IHK-Präsidentin)/ Foto: Radio AllgäuHIT (Norbert Kolz)
Ein Bericht von Norbert Kolz
Die Unternehmen im Landkreis Lindau starten deutlich optimistischer ins Jahr 2026. Nach schwierigen Monaten zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Schwaben einen kräftigen Stimmungsaufschwung. Gleichzeitig verbindet die regionale Wirtschaft mit der anstehenden Kommunalwahl im März klare Erwartungen: Neben Reformen aus Berlin und München sollen auch vor Ort neue Wachstumsimpulse entstehen.
Konjunkturindex springt deutlich nach oben
Der IHK-Konjunkturindex für den Landkreis Lindau klettert zum Jahresbeginn um 22 Punkte auf 118 Zähler. Damit liegt er nicht nur klar über der Wachstumsschwelle von 100 Punkten, sondern erstmals seit längerer Zeit auch wieder über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
Im regionalen Vergleich fällt der Anstieg besonders stark aus: Während Bayerisch-Schwaben insgesamt 108 Punkte erreicht und das Allgäu bei 111 Punkten liegt, sticht der Landkreis Lindau mit seiner Dynamik hervor.
Die IHK-Regionalversammlung Lindau-Bodensee vertritt im Landkreis 6.534 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Zwischen dem 5. und 16. Januar 2026 wurden Betriebe aus verschiedenen Branchen zu aktueller Lage, Erwartungen und Risiken befragt.
Geschäftslage stabilisiert sich – Erwartungen bleiben vorsichtig
Die Bewertung der aktuellen Situation hat sich spürbar verbessert:
29 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Lage als „gut“, lediglich 11 Prozent als „schlecht“. Die Mehrheit von 60 Prozent spricht von einer „befriedigenden“ Situation.
Mit Blick auf die kommenden sechs Monate bleibt die Wirtschaft traditionell zurückhaltender. 27 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, nur noch 7 Prozent mit einer Verschlechterung, während 60 Prozent von einer gleichbleibenden Entwicklung ausgehen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich das wirtschaftliche Fundament im Landkreis stabilisiert hat. Ob daraus jedoch ein nachhaltiger Aufschwung entsteht, bleibt offen.
Branchen rücken näher zusammen – Einzelhandel bleibt zurück
Die wirtschaftliche Entwicklung verläuft branchenübergreifend zunehmend einheitlich. Mit Ausnahme des Einzelhandels, der mit einem Indexwert von 96 Punkten unter der Wachstumsschwelle bleibt, zeigen alle Bereiche leichte positive Tendenzen.
Über 100 Punkten liegen:
  • Unternehmensnahe Dienstleistungen (116 Punkte)
  • Baugewerbe (112 Punkte)
  • Transportgewerbe (109 Punkte)
  • Reise- und Gastgewerbe (103 Punkte)
  • Industrie (102 Punkte)
Die breite, mittelständisch geprägte Struktur des Standorts erweist sich damit erneut als stabilisierender Faktor.
Steigende Risiken belasten langfristige Planung
Trotz verbesserter Stimmung nehmen die strukturellen Herausforderungen nicht ab – im Gegenteil. Viele Unternehmen sehen mehrere Risiken gleichzeitig, die Investitions- und Beschäftigungspläne bremsen.
Zu den größten Belastungsfaktoren zählen:
  • Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (65 Prozent)
  • Schwache Inlandsnachfrage (63 Prozent)
  • Arbeitskosten (60 Prozent – Höchststand)
  • Energie- und Rohstoffpreise (44 Prozent)
  • Fachkräftemangel (39 Prozent)
Vor allem die hohen Arbeitskosten markieren ein neues Allzeithoch. Vertreter der Wirtschaft fordern daher tiefgreifende Reformen – etwa bei Steuern, Erbschaftsteuerregelungen für Unternehmensnachfolgen und Anreizen für mehr Arbeitsvolumen.
Klare Erwartungen an die Kommunalpolitik
Mit Blick auf die Kommunalwahl im März richtet die Wirtschaft ihren Appell nicht nur an die Bundes- und Landespolitik. Die IHK-Regionalversammlung hat bereits konkrete Positionen beschlossen – unter anderem zu Standortfaktoren, moderner Verwaltung, kommunalen Finanzen, Bildung sowie zur Belebung von Innenstädten und Ortskernen.
Die zentrale Botschaft: Wirtschaftspolitik entsteht nicht nur in Berlin oder München, sondern auch in Rathäusern und Landratsämtern.
Unternehmen erwarten kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger, die wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft handeln. Nur in dieser Partnerschaft könnten aus dem aktuellen Stimmungsaufschwung nachhaltige Wachstumsimpulse entstehen.
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Geschrieben von: Niklas Bitzenauer

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