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Beim Weltcup-Finale im Para Skilanglauf im polnischen Szklarska Poreba-Jakuszyce feierte Sebastian Marburger (SK Wunderthausen) einen Doppelsieg über zehn Kilometer klassisch. Linn Kazmaier (SZ Römerstein) sicherte sich den Gesamtweltcup. Erstmals auf dem Podium standen außerdem Kathrin Marchand (SC Bayer Leverkusen), Merle Menje (StTV Singen) und Max Weidner (WSV-DJK Rastbüchl).

Die Voraussetzungen für Marburger waren alles andere als ideal. Nachdem er Mitte der Woche infolge einer Lebensmittelvergiftung ausgefallen war, zeigte sich der 28-jährige Bad Berleburger am Wochenende dennoch in starker Form. Am Samstag gewann er das Einzelstart-Rennen über zehn Kilometer klassisch bei den Männern stehend vor Witold Skupien aus Polen und Serafym Drahun aus der Ukraine. Einen Tag später war er auch im Massenstart über dieselbe Distanz nicht zu schlagen und setzte sich erneut vor Skupien sowie seinem deutschen Mannschaftskollegen Max Weidner durch. Dieser war am Samstag noch Vierter geworden, nachdem auch er zuvor krank gewesen war. „Das waren unter den Umständen zwei richtig starke Auftritte“, lobte Trainer Ulrich Zipfel. Marburger selbst zeigte sich ebenfalls zufrieden, bedauerte jedoch, dass er wegen seiner Erkrankung die ersten Rennen der Woche verpasst hatte und dadurch im Gesamtweltcup hinter Drahun nur Rang zwei belegte.
Für Max Weidner war das Wochenende dennoch ein großer Erfolg. Er schaffte erstmals in seiner Karriere den Sprung aufs Podium bei einem Para-Weltcup und erfüllte bei beiden Starts die vom Deutschen Behindertensportverband geforderte Norm für die Paralympics in Italien. „Ich bin megahappy. Dass es so gut ausgehen würde, hätte ich nicht gedacht“, sagte der 36-jährige Niederbayer. Ob Weidner im März tatsächlich in Tesero an den Start gehen wird, ist jedoch noch offen. Neben ihm und Marburger haben sieben weitere deutsche Athleten die Qualifikation erreicht, für die Männer stehen aber nur sieben Startplätze zur Verfügung. Das Paralympics-Aufgebot wird am 11. Februar bekanntgegeben.
Auch Kathrin Marchand und Merle Menje feierten in Polen ihre ersten Podestplätze bei einem Para-Weltcup. Menje gewann in der sitzenden Konkurrenz Silber im Sprint und Bronze über sechs Kilometer. Nach einer längeren Sportpause zeigte sich die 21-Jährige zufrieden mit ihrer Leistung und freute sich über die gesammelte Wettkampferfahrung auf den technisch anspruchsvollen Strecken. Marchand belegte im Sprint Rang neun, wurde Fünfte über zehn Kilometer klassisch und gewann im Massenstart die Silbermedaille. Während sie sich am Samstag noch nicht fit fühlte, lief es am Sonntag deutlich besser. „Ich konnte vieles umsetzen, an dem ich zuletzt gearbeitet habe. Das gibt Zuversicht für die nächsten Wochen“, sagte sie. Im Massenstart musste sie sich nur der US-Amerikanerin Sydney Peterson geschlagen geben, während Danielle Aravich ebenfalls aus den USA Dritte wurde. Für Marchand war es die erste Weltcup-Medaille im Skilanglauf, nachdem sie zuvor bereits bei Welt- und Europameisterschaften im Rudern und Para Rudern erfolgreich gewesen war.
Bei den Frauen mit Sehbehinderung dominierte die Tschechin Simona Bubenickova die Rennen der Woche, da die deutsche Gesamtweltcup-Führende Leonie Walter wegen Schulterproblemen pausierte. Dennoch reichte es für Bubenickova nicht zum Gesamtsieg. Die Kristallkugel ging an Linn Kazmaier, die mit ihrem Guide Florian Baumann viermal Zweite wurde und ihren Vorsprung aus den vorherigen Rennen verteidigte. Für Kazmaier war es nach 2023 und 2024 bereits der dritte Erfolg im Gesamtweltcup.
Die Vorbereitung auf die Paralympics in Italien beginnt für die deutsche Mannschaft am 16. Februar mit einem Trainingslager in Toblach in Südtirol. Bis dahin trainiert das Team in der Heimat weiter.
Geschrieben von: Leon Dauter