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Dieses Mal haben wir uns für „Reiselust statt Alltagsfrust“ gemeinsam mit Uwe Schönfeld angesehen, welche Neuerungen das Reisejahr 2026 mit sich bringt.
Was gibt es denn Neues bei der Einreise zu beachten?
Uwe Schönfeld: „Also gut, Neuerungen sind es nicht, es sind eher Verschärfungen. Es ist jetzt einfach so, dass in vielen Ländern die Bestimmungen konsequent durchgesetzt werden und auch konsequent geprüft wird. Großbritannien war bisher noch so ein bisschen, ja, ging vielleicht, aber definitiv wird es jetzt so sein, dass es nicht mehr ohne ETA-Registrierung gehen wird, ganz klar. Was sich vielleicht auch ändern wird, ist die Einreise in die USA. Die Einreisebestimmungen beziehungsweise die Kontrollen werden verschärft. Es werden jetzt voraussichtlich ab Frühjahr die Social-Media-Kontakte der Gäste geprüft beziehungsweise abgefragt. Bisher konnte man die noch immer verschweigen oder nicht angeben, aber mittlerweile muss man sie angeben. Es werden auch Selfies bei der USA-Registrierung verlangt, von den Gästen. Also da gibt es schon einige Verschärfungen.“
Und muss man sich da deiner Meinung nach auch ein bisschen Sorgen machen? Also könnte da auch irgendwas passieren, wenn man einreisen will und irgendwas kritisches auf Social Media gepostet hat?
Uwe Schönfeld: „Natürlich, klar. Also es wird schon – ob es bei jedem oder nur stichprobenartig ist, das weiß niemand – überprüft werden, was auf diesen Social-Media-Inhalten zu sehen ist. Kritische Äußerungen werden bestimmt irgendwann einmal zu Problemen führen.“
Und wie wird es dann kontrolliert? Wird es im Vorhinein, also bevor man einreist, oder dann am Portal selbst, wenn man im Land eingereist ist, kontrolliert?
Uwe Schönfeld: „Das weiß ich nicht genau, aber ich vermute, dass es eher der Grenzbeamte am Einreiseflughafen kontrollieren wird oder einen speziell darauf ansprechen wird. Vielleicht wird es von der KI ausgewertet und der Beamte weiß schon irgendwas darüber und fragt einen dann noch mal dazu. Keine Ahnung, muss man sehen, wie es sich entwickelt.“
Wie schaut es denn aus mit anderen Ländern, speziell mit EU-Ländern? Gibt es da auch ein paar Änderungen?
Uwe Schönfeld: „Also, die EU führt auch ein ETA-System ein. Das gilt natürlich nicht für EU-Bürger, aber für Gäste, die in die EU einreisen. Und dadurch rechnet man damit, dass die Grenzkontrollen langwieriger werden, weil wir ja nicht so streng nach EU-Bürgern und Nicht-EU-Bürgern sortieren. Deshalb könnte die Prozedur unter Umständen etwas länger dauern.“
Betrifft das vor allem den Flugverkehr, oder wird das auch andere Bereiche betreffen?
Uwe Schönfeld: „Also, es wird natürlich einfacher sein, das im Flugverkehr zu kontrollieren, weil ich da konkrete Punkte habe, wo die Gäste über die Grenze gehen. Ob es im Auto-, PKW- oder Zugverkehr so gehandhabt wird, muss man sehen. Keine Ahnung.“
Das heißt, es wird schwieriger zu verreisen?
Uwe Schönfeld: „Nein, es wird nicht schwieriger, es wird aufwendiger. Man muss im Vorhinein einfach mehr beachten und sich mehr online registrieren oder Auskünfte geben. Ohne die wird eine Anreise nachher nicht möglich sein.“
Gibt es da noch ein paar konkrete Punkte, die du als Tipp mitgeben kannst?
Uwe Schönfeld: „Ein ganz, ganz guter Informationspunkt: nicht danach googeln oder sonstige Suchmaschinen verwenden, sondern wirklich das Auswärtige Amt. Da habe ich ganz, ganz konkrete Hinweise, habe die Links drin und komme auf Seiten, die auch wirklich offiziell sind. Seiten, die mich auch zum Ziel führen, wo die Registrierung dann wirklich dort ankommt, wo sie soll. Und wenn irgendetwas kostenlos ist, dann ist es kostenlos und wird nicht bei jemandem, bei einem Dienstleister, dann mit extra Gebühren noch mal berechnet.“
Kann man sich da auch gleich direkt im Reisebüro informieren, wird man da auch unterstützt?
Uwe Schönfeld: „Natürlich sind wir auch zur Unterstützung da. Wir können das genauso nachlesen, mit dem Kunden zusammen auch schauen, was notwendig ist. Wenn dann aber so spezielle Fragen zu Staatsbürgerschaften kommen, wird es ein bisschen schwierig. Dann verweisen auch wir immer an die jeweilige Botschaft des jeweiligen Landes.“
Wie schaut es denn aus, gibt es denn auch Veränderungen, was Versicherungen betrifft?
Uwe Schönfeld: „Für viele Länder wird es mittlerweile Pflicht, eine Krankenversicherung nachzuweisen. Manche Länder, Sansibar zum Beispiel, verlangen ihre eigene Versicherung. Da reicht es dann nicht einmal, dass ich hier in Deutschland eine Auslandskrankenversicherung abschließe, sondern ich brauche die vom entsprechenden Land. Klar, es geht natürlich ums Geld, aber das wird auch für viele andere Länder mittlerweile Pflicht und muss nachgewiesen werden.“
Und apropos, du hast ja gerade das Stichwort Geld angesprochen: Wie schaut es denn aus mit Gebühren? Wenn wir jetzt zum Beispiel nach Venedig schauen, gab es da ja auch schon in den letzten Jahren einige Veränderungen.
Uwe Schönfeld: „Ganz genau. Also Venedig hat das sehr konsequent eingeführt, und jetzt gerade die Tage kam wieder die Meldung, dass das Eintrittssystem auf mehr Tage im Jahr ausgeweitet wird. Nicht mehr nur, was waren es, zehn, fünfzehn Tage – mittlerweile sind wir, glaube ich, bei der doppelten Anzahl an Tagen, an denen Gäste Eintrittsgebühren bezahlen müssen. Der Trevi-Brunnen in Rom kostet mittlerweile auch eine Gebühr. Thailand berechnet inzwischen eine Einreisegebühr. Also auch da muss man beachten, dass dadurch Kosten entstehen, die die Urlaubskasse belasten.“
Geschrieben von: Stefanie Eller
Allgäu allgäuhit Reiselust statt Alltagsfrust