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Die traditionsreiche Kemptener Maschinenfabrik (KMF) hat nach massiven Umsatzeinbrüchen und hohen Fixkosten eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt. Der Geschäftsbetrieb mit rund 200 Mitarbeitern soll ohne Einschränkungen fortgeführt werden, die Löhne sind über das Insolvenzgeld gesichert.

Die traditionsreiche Kemptener Maschinenfabrik (KMF) befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten und hat beim Amtsgericht Kempten eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt. Das teilte die Falkensteg Holding GmbH gegenüber der Allgäuer Zeitung mit, die den Prozess begleitet.
Die KMF entwickelt und produziert unter anderem Lösungen für die Land- und Baumaschinenindustrie, Motor-Nebenantriebe für Nutzfahrzeuge und kundenspezifische hydraulische Baugruppen. In den letzten zwölf Monaten führten massive Umsatzeinbrüche, kurzfristige Auftragsstornierungen und hohe Fixkosten zu erheblichen Liquiditätsproblemen, wie Generalbevollmächtigter Maximilian Schneider erklärte.
Ziel des Verfahrens ist es, die Strukturen des Unternehmens neu auszurichten, Investoren zu gewinnen und den Standort langfristig zu sichern. Der Geschäftsbetrieb soll ohne Einschränkungen fortgeführt werden, Liefer- und Leistungsbeziehungen bleiben bestehen, und die Löhne der rund 200 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für die nächsten drei Monate gesichert. Ein Verkauf der KMF sei derzeit nur eine von mehreren Optionen.
Die IG Metall zeigte sich überrascht vom Insolvenzantrag, betont aber, dass zuletzt eher Überstunden und Mehrarbeit im Fokus der Beschäftigten standen. Eine Mitgliederversammlung ist für den 3. Februar geplant, um über die nächsten Schritte zu beraten.
Die KMF blickt auf eine lange Tradition zurück: Gegründet 1954, war der Betrieb lange ein Standort der AGCO Fendt, bevor 2003 der Hydraulikbereich an die Otto Nussbaum GmbH verkauft wurde. Heute gehört die KMF zur Hydraulik Nord Group, zu der auch weitere Betriebe in Deutschland gehören, darunter die Buck GmbH, die ebenfalls eine Sanierung in Eigenverwaltung beantragt hat.
Geschrieben von: Niklas Bitzenauer
Allgäu insolvenz Kempten wirtschaft