Listeners:
Top-Hörer:
AllgäuHIT
play_arrow
AllgäuHIT-Kaffeeklatsch: mit Rebecca Simoneit-Barum vom Zirkus Charles Knie
play_arrow
„Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger
play_arrow
„Rund um“ in Lindau am Bodensee: Ein Segelrennen mit Tradition und Flair Thomas Häuslinger
Der Konsum von alkoholischen Getränken unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist in Deutschland seit Jahren tendenziell rückläufig, wie zum Beispiel die Erhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen.
Was bedeutet dieser Trend für regionale Brauereien im Allgäu? Wir haben mit Sebastian Graßl, Geschäftsführer der Brauerei Schäffler aus Missen, darüber gesprochen.
Wie schaut es denn aus im Allgäu, ist es da auch zu merken, dass junge Leute weniger Bier trinken?
Ja, grundsätzlich ist natürlich zu merken, dass der Alkoholkonsum im Allgäu auch rückläufig ist. Das ist auf dem Land nicht anders als in der Stadt, vielleicht auf einem anderen Niveau, aber das ist natürlich regional schwer feststellbar. Aber grundsätzlich gibt es einen Trend weg vom Alkohol, ja.
Merken das jetzt zum Beispiel Brauereien wie Sie auch schon, dass man dann schwieriger oder weniger verkauft, so im Generellen?
Bei uns ist das Thema glücklicherweise noch ein anderes. Wir können uns seit einigen Jahren relativ gut entwickeln und haben viele Konzepte, um gegenzusteuern. Gleichzeitig muss es jemand anderem dann fehlen, denn die Menge in Summe wird nicht mehr konsumiert. Man probiert, glaube ich, über regionale Brauereien hier den Großen vielleicht etwas mehr die Stirn zu bieten, aber das ist auch kein neues Thema.
Und wird dann auch bei den Brauereien mittlerweile mehr auf alkoholfreies Bier gesetzt?
Ja, alkoholfreie Biere sind ja seit vielen Jahren schon Bestandteil vom Sortiment, und glücklicherweise legen die auch kontinuierlich zu. Wir haben seit 2013 alkoholfreien Weizen und seit 2014 unseren Holderweizen alkoholfrei im Programm. Wir haben auch inzwischen ein alkoholfreies Allgäuer Hell, und das sind auf jeden Fall Produkte für die Zukunft, weil wir dort auch in andere Bereiche vorstoßen. Ich glaube, es ist nicht nur eine Alternative zum Bier mit Alkohol, sondern auch eine Alternative zu Wasser, einer Schorle oder einer Limonade im Sommer.
Sie als Brauereichef: Sehen Sie dem Ganzen positiv entgegen, dass die jungen Leute so ein bisschen vom Alkohol weggehen, oder sagen Sie, es ist ein bisschen schade wegen der Tradition?
Die Tradition, glaube ich, hat persönlich nicht viel mit Alkohol in Mengen zu tun. Bier ist etwas Geselliges, ob mit oder ohne Alkohol. Also wenn ich unter Freunden zusammenkomme oder bei Festivitäten ein Bier miteinander trinke, sitzt man zusammen, tauscht sich aus. Das ist, glaube ich, wichtig für die Tradition, dass wir solche Dinge beibehalten. Bier soll und darf hier seinen Stellenwert haben. Das Thema Alkohol ist immer ein diffiziles Thema, das muss jeder für sich entscheiden. Und es muss auch jeder auf sich schauen, was er verträgt, was ihm guttut. Und das ist etwas, glaube ich, was im ganzen Leben wichtig ist: Man muss alles in gewissen Maßen machen, und dann kommt man auch gut damit klar.
Kann man schon etwas zum Jahr 2025 sagen, wie es da jetzt bei Ihnen gelaufen ist?
Bei uns war es ja grundsätzlich positiv, aus dem Grund, weil wir beim Absatz in Summe etwas zulegen konnten. Der Kostendruck ist nach wie vor vorhanden, auch wenn sich teilweise wieder etwas nach unten korrigiert hat. Die Personalkosten steigen kontinuierlich an, wir zahlen nach Tarif, was wir gern machen, aber dementsprechend muss man einfach auch haushalten. Aber wir persönlich können uns nicht beschweren.

Geschrieben von: Stefanie Eller