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Ein beißender, unangenehmer Geruch hat am Mittwochmorgen einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Polizei am Rathaus in Sonthofen ausgelöst. Das Gebäude wurde vorsorglich geräumt und für den Publikumsverkehr geschlossen. Einsatzkräfte entdeckten Flüssigkeitsrückstände im Eingangsbereich. Erste Messungen deuten darauf hin, dass es sich um Buttersäure handeln könnte. Verletzt wurde niemand.

Sonthofen. Gegen 6.45 Uhr bemerkten Beschäftigte beim Betreten des Rathauses einen ungewöhnlich starken Geruch. Dieser wurde als ranzig und nach Erbrochenem riechend beschrieben. Da zunächst völlig unklar war, woher der Gestank stammte und ob eine gesundheitliche Gefährdung vorlag, alarmierte die Stadtverwaltung umgehend Feuerwehr und Polizei.
Die Einsatzkräfte untersuchten das Gebäude und entdeckten schließlich mehrere Flüssigkeitsrückstände seitlich des Haupteingangs. Messungen ergaben Hinweise auf Buttersäure. Eine abschließende Bestätigung, um welche Substanz es sich tatsächlich handelt, liegt nach Angaben der Stadt Sonthofen bislang allerdings nicht vor.
Weil eine mögliche Gefährdung durch die unbekannte Flüssigkeit zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, entschied sich die Stadtverwaltung für eine vorsorgliche Räumung des gesamten Rathauses. Das Gebäude wurde geschlossen und die betroffenen Bereiche abgesperrt.
Die anwesenden Mitarbeiter begaben sich in die benachbarte Markthalle. Bürgerinnen und Bürger, die für Mittwoch Termine im Rathaus vereinbart hatten, wurden telefonisch über die Situation informiert.
Nach Rücksprache mit Feuerwehr und Polizei gab die Stadt schließlich Entwarnung: Eine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht nach aktuellem Kenntnisstand nicht. Auch wurden bei dem Vorfall keine Menschen verletzt.
Die bei den Messungen vermutete Buttersäure, chemisch auch Butansäure genannt, ist eine organische Carbonsäure, die unter anderem bei natürlichen Zersetzungs- und Gärungsprozessen entstehen kann.
Charakteristisch ist ihr extrem intensiver und unangenehmer Geruch, der häufig mit ranziger Butter, Käse oder Erbrochenem verglichen wird. Bereits geringe Mengen können einen erheblichen Gestank verursachen.
Konzentrierte Buttersäure kann zudem gesundheitsschädlich sein. Beim Einatmen können die Dämpfe die Atemwege reizen. Bei direktem Kontakt mit Haut oder Augen drohen Verätzungen. Auch Übelkeit, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein können auftreten.
Wie gefährlich eine Belastung tatsächlich ist, hängt allerdings von der Konzentration, der Dauer und der Art des Kontakts ab. Ein besonders intensiver Geruch bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine entsprechend hohe Gesundheitsgefahr besteht.
Trotz des Vorfalls soll das Rathaus Sonthofen bereits am Donnerstag, 15. Oktober, wieder regulär öffnen können. Der betroffene Bereich seitlich des Haupteingangs bleibt allerdings vorsorglich abgesperrt.
Ob zusätzliche Reinigungs- oder Sanierungsmaßnahmen notwendig werden, ist derzeit noch unklar. Gerade bei Buttersäure kann sich der penetrante Geruch über längere Zeit halten, wenn Rückstände nicht vollständig entfernt werden. Neben einer fachgerechten Reinigung ist deshalb auch intensives Lüften wichtig.
Die weiteren Maßnahmen werden nach Angaben der Stadtverwaltung eng mit Polizei, Feuerwehr und den zuständigen Behörden abgestimmt.
Offen bleibt bislang, wie die unbekannte Flüssigkeit in den Eingangsbereich des Sonthofer Rathauses gelangte. Auch ob sie möglicherweise absichtlich dort ausgebracht wurde, geht aus den bisherigen Informationen der Stadt nicht hervor.
Eine endgültige Bestimmung der Substanz steht ebenfalls noch aus.
Fest steht dagegen: Der ungewöhnliche Geruch führte am Mittwochmorgen zu erheblichen Einschränkungen im Rathausbetrieb. Dank der vorsorglichen Maßnahmen konnte eine Gefährdung von Beschäftigten und Besuchern nach bisherigem Kenntnisstand verhindert werden.
Geschrieben von: Thomas Häuslinger
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