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Neun Tage Messe, Musik, Begegnungen und Feiern: Die 75. Allgäuer Festwoche in Kempten geht am Sonntagabend zu Ende. Die Veranstalter rechnen zum Abschluss mit insgesamt rund 155.000 Besucherinnen und Besuchern. Den Schlusspunkt der Jubiläumsfestwoche setzt am Abend das traditionelle Lichterfest auf dem Hildegardplatz.

Die Allgäuer Festwoche hat auch in ihrem Jubiläumsjahr wieder zahlreiche Menschen nach Kempten gelockt. Rund 270 Aussteller präsentierten sich in zwölf Messehallen sowie auf dem vergrößerten Freigelände im Stadtpark, an der Salzstraße und im Westgelände. Nach Angaben des Kempten Messe- und Veranstaltungs-Betriebs wird bis zum Ende der Veranstaltung mit insgesamt 155.000 Gästen gerechnet – etwa 5.000 weniger als im Vorjahr. Bis Samstagabend wurden 149.000 Besucher gezählt – Der Samstag selbst war auch der stärkste Besuchertag: 25.000 Menschen besuchten am Feiertag die Allgäuer Festwoche, darunter 14.000 Abendbesucher.
Neben der Verbrauchermesse spielte erneut das umfangreiche Unterhaltungsprogramm eine zentrale Rolle. Auf der Stadtparkbühne und in den Festzelten waren während der Festwoche 26 Musikkapellen, 35 Bands und Sänger sowie 14 Tanzgruppen zu erleben. Hinzu kamen sieben weitere Bühnenshows und Aktionen. Zu den Höhepunkten zählte unter anderem der „Musical Monday“ in Zusammenarbeit mit dem Festspielhaus Neuschwanstein. Auch Radio AllgäuHIT war mit seinem Programm „ON STAGE“ mit Singer/Songwriter Flo Wurm und der Band „newTOPAS“ am Dienstag und Mittwoch auf der Bühne im Stadtpark vor Ort.
Vier Thementage widmeten sich den Bereichen Familie, Senioren, Nachhaltigkeit und Arbeitgeber der Region. Hinzu kamen vier Sonderschauen, unter anderem von Bundespolizei und Bundeswehr sowie das Handwerker-Innungszelt „Die bunte Welt des Handwerks“.
Zum Abschluss der 75. Allgäuer Festwoche steht am Sonntagabend noch einmal ein traditioneller Höhepunkt auf dem Programm. Beim Lichterfest auf dem Hildegardplatz sollen rund 9.000 Kerzen und 200 Lampions für eine besondere Atmosphäre sorgen. Ergänzt wird das Programm durch ein kleines Bodenfeuerwerk. (Stand 12 Uhr: Das Lichterfest kann stattfinden – hier werden stets die Wetterbedingungen im Auge behalten).
Auch abseits des sichtbaren Festbetriebs war der organisatorische Aufwand groß. Acht Organisationsmitarbeitende und zwei technische Mitarbeiter des Kempten Messe- und Veranstaltungs-Betriebs waren im Einsatz. Hinzu kamen rund 55 Aushilfskräfte für Aufbau, Tore und Besucherservice sowie weitere Kräfte für Technik, Sicherheit und Planung. Dazu arbeiteten unter anderem Sicherheits- und Reinigungsdienste, Bühnen- und Veranstaltungstechniker, Festwirte, Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Johanniter sowie ein Awareness-Team und der Jugendschutz an der Durchführung mit.
Welche Dimensionen die Festwoche hinter den Kulissen hat, zeigen einige Zahlen: Rund 6.000 Schrauben wurden verbaut, mehr als 1.000 Meter Glasfaser für das Datennetz verlegt und etwa 350 Meter Bierleitungen installiert. Auf dem Gelände standen 33 Toilettencontainer mit insgesamt 334 Toiletten und Pissoirs. Rund 650 Korridorgitter und mehr als 500 Bauzaunbanner kamen zum Einsatz.
Auch das Verkehrssicherheitskonzept rund um das Gelände wurde erweitert. Dazu gehörten unter anderem temporäre Tempo-30-Zonen, Speedbumps und ein abgestimmtes Zufahrtsschutzkonzept.
Die hohen Temperaturen während der Festwoche stellten Besucher und Veranstalter vor besondere Herausforderungen. An sechs Zapfstellen auf dem Gelände wurde kostenloses Trinkwasser angeboten. Die Stadtparkbühne bot zudem viel natürlichen Schatten und Sitzmöglichkeiten.
Großen Zuspruch fanden nach Angaben der Veranstalter auch die Angebote für Familien. Neben der Kinderbaustelle und der Kinder-Freiluftwerkstatt gehörten in diesem Jahr eine Hüpfburg in Form des Kemptener Rathauses und eine Mini-Skisprungschanze des SC Oberstdorf zum Angebot. Auch das Wickel- und Stillzelt im Westgelände wurde gut angenommen.
Zum zweiten Mal fand zudem das Oldtimertraktoren-Treffen auf dem Hildegardplatz statt. Die 111 verfügbaren Teilnehmerplätze waren nach Angaben der Veranstalter innerhalb kurzer Zeit vergeben.
Mit dem Lichterfest endet am Sonntagabend die Jubiläumsausgabe. Der Termin für die nächste Festwoche steht bereits fest: Die Allgäuer Festwoche 2027 findet vom 7. bis 15. August 2027 statt.
Trotz Defizit, Anwohnerdiskussion oder Verlagerungsplänen außerhalb der Innenstadt: Die Allgäuer Festwoche wird es weiter geben, das hat Oberbürgermeister Christian Schoch am Sonntagvormittag klargestellt. Auch eine Verlagerung ist für ihn vorerst kein Thema. Bezüglich möglicher Veränderungen will er bei einem runden Tisch mit den Ausstellern entsprechende Themen besprechen. Ideen habe er, die wolle er aber eben nicht zuerst öffentlich disktutieren. Festwochenleiterin Michaela Waldmann sprach von der möglichen Einführung von Online-Tickets, die Kosteneinsparungen und eine bessere Planbarkeit bei den Besucherzuströmen bringen könnten. Angesprochen auf das Defizit meinte Oberbürgermeister Schoch, dass man Dinge ausprobieren wolle, ohne Bewährtes abzuschaffen. Festwochenbeauftragter Hans-Peter Hartmann sprach von regionaler Wertschöpfung von 19 Millionen Euro die die Festwoche für Kempten und die gesamte Umgebung bringe. Er sieht das Großevent ebenfalls weiter in der Innenstadt, da sonst das gesamte Flair, was die Veranstaltung ausmache, weg sei.
Geschrieben von: Thomas Häuslinger
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