Moderator: Thomas Häuslinger
mit Thomas Häuslinger
 
 
Armin Buchmann und Rainer Koch
(Bildquelle: Olaf Schulze)
 
Allgäu
Dienstag, 7. April 2020

Kein Amateurfußball ohne Zuschauer!

„Geisterspiele, wie sie in der ersten und zweiten Bundesliga angedacht sind, kommen für die den Amateurfußball in Deutschland überhaupt nicht in Frage“, diese weitreichende Erkenntnis hat der Vorsitzende des FC Memmingen Armin Buchmann aus mehreren, stundenlangen Videokonferenzen mit dem Bayerischen Fußballverband und den Vertretern aus der höchsten bayerischen Spielklasse gezogen, „die Einigkeit war groß“. Spiele ohne Zuschauer machen laut Buchmann keinen Sinn, weil keinerlei Eintrittsgelder und Sponsorengelder für Spiel- und Trainingsbetrieb generiert werden können, einigermaßen ausgleichende Fernsehgelder wie bei den Profis gibt es hier nicht: „Und mal ehrlich: Es geht doch nicht darum, dass wir nur elf Leuten in einer Mannschaft ermöglichen sollten, weiter dem Ball hinterherzujagen. In den Vereinen geht es um mehr“. Dies gilt von der Regionalliga bis hinunter zur untersten Spielklasse. Nach den jüngsten Äußerungen von DFB-Vize- und BFV-Präsident Dr. Rainer Koch zieht der FCM-Chef den Schluss, dass die aktuelle Saison 2019/2020 im Amateurbereich auf jeden Fall zu Ende gespielt werden soll - wann auch immer. Es wurden und werden alle möglichen Szenarien durchgespielt, wie dies gelingen kann. Unter Umständen auch erst in einem sehr langen Zeitfenster, auch unter der Abwägung, dass die anschließend Spielzeit 2020/21 ganz oder teilweise ausfallen könnte. Die Ansage „der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres“ gilt nach wie vor. Eine Wiederaufnahme erfolgt nur mit einer Ankündigung von mindestens zwei Wochen vorher.

Ein Saisonabbruch, wie in anderem europäischen Ländern wie Belgien oder den unteren Amateurligen in England geschehen, ist allein schon aus rechtlichen Gründen und den möglichen Folgen keine Option. Aber auch eine Saisonverlängerung über den eigentlichen Schluss am 30. Juni birgt Hürden. DFB und BFV treffen gerade wichtige Entscheidungen darüber, zum Beispiel die Änderung der Spielordnung, von Vertrags- und Wechselfristen. Buchmann spricht von einem sehr professionellen Krisenmanagement durch den Verband mit dem unermüdlichen Präsidenten Koch sowie einer momentan äußerst solidarischen Abstimmung zwischen den Cluboberen. Das Ziel sei klar: Möglichst viele Vereine sollen die angespannte Lage überleben. Wie bei den Proficlubs, von denen laut KICKER-Sportmagazin schon etliche vor der Insolvenz stehen sollen, werden es bei den Amateuren auch nicht alle schaffen, wenngleich der Freistaat Bayern Sportvereinen Hilfen zusichern will. Ungewiss ist noch, wie diese allein für die 4.600 Fußballclubs aussehen könnten.
Der FC Memmingen hatte schon frühzeitig die Reißleine gezogen, als einer der ersten Vereine überhaupt den Trainingsbetrieb komplett bis zu den kleinsten Kickern gestoppt und mit der Ankündigung „alle veränderbaren Zahlungen sofort einzustellen“ für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. Ganz so einfach war die Maßnahme nicht, räumt Buchmann ein, die Reaktionen waren und sind unterschiedlich. Stand der Dinge ist, dass alle Zahlungen bis zum 15. März geleistet wurden. Einige Spieler und auch Cheftrainer Esad Kahric haben sich sofort solidarisch erklärt und wollen auf ihre Gelder verzichten. Nur bei wenigen Akteuren greift Kurzarbeitergeld – weil es meist nur Aufwandentschädigungen oder Mini-Jobs für das Hobby Fußball sind. Bei denjenigen nicht darauf verzichten können oder wollen, wird der FCM aktuell gültige Verträge vorerst erfüllen müssen. Laut Buchmann betrifft dies nur wenige Fälle.
Etliche positive Signale gib es von der Sponsorenseite. Einige haben bereits weiterhin ihre Unterstützung zugesichert oder würden sogar auf Rückerstattungen aus Vereinbarungen verzichten, die zum Beispiel speziell für das Pokalspiel gegen 1860 München geschlossen wurden, sollte dies nicht ausgetragen werden. "Freilich ist aber auch unklar, wie Unternehmen nach der Krise finanziell dastehen werden und sich im Sponsoring engagieren können", geht Buchmann von einem Rückgang aus. Bisher gibt es aber nur wenige Kündigungen. Der FCM-Präsident ist zuversichtlich, dass aufgrund des seriösen Wirtschaftens in den vergangenen Jahren, der gewachsenen Strukturen und dem sportlichen Unterbau der seit Jahren führende Fußballclub im Allgäu die schwierige Zeit überstehen wird und "auch nach Corona noch da ist".


Tags:
Fußball Coronavirus BFV Geisterspiele


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