Moderator: Thomas Häuslinger
mit Thomas Häuslinger
 
 

Auch Schwester tot aus den Trümmern geborgen
09.10.2011 - 10:33
Jetzt herrscht Gewissheit: auch die 4-jährige Schwester des getöteten 11-jährigen Jungen bei einem Bauernhofbrand im Westallgäuer Argenbühl ist in den Flammen ums Leben gekommen.
Das zweigeschossige Gebäude wurde vom Feuer komplett zerstört. Wohn- und Ökonomieteil brannten bis auf die Außenmauern vollständig aus. Durch ständig auflodernde Flammen sind die Löscharbeiten der Feuerwehr noch im Gange. Brennende Heu- und Futtervorräte werden durch einen Bagger abgetragen.

Nach derzeit vorliegenden Erkenntnissen wurde das Feuer vom 44-jährigen Hauseigentümer entdeckt. Der Landwirt hielt sich im Erdgeschoss auf. Seine Familie befand sich in den Schlafräumen im Obergeschoss. Nach Entdeckung des Brandes war dem Familienvater durch Rauch und Flammen der Zugang in die obere Etage über die Treppe bereits verwehrt. Mit einer Leiter versuchte er seinen Sohn im Obergeschoss zu retten. Durch die Flammen und Hitze aus einem darunter liegenden Fenster musste er den Rettungsversuch jedoch aufgeben. Im Anschluss begab er sich an die Giebelseite des Gebäudes und stieg mit einer weiteren Leiter zum Schlafzimmerfenster hoch. Hierbei bemerkte er seine 39-jährige Ehefrau und seine 5 Jahre alte Tochter, die sich selbständig auf eine angrenzende Wiese in Sicherheit gebracht hatten. Durch den intensiven Rauch und die Flammen im Obergeschoss waren weitere Rettungsversuche für die 4- und 11-jährigen Kinder aussichtslos.

Der 44-Jährige hatte bei Brandentdeckung durch die intensive Rauchentwicklung keinen Zugriff mehr auf seine Fahrzeugschlüssel, Mobiltelefon oder Festnetzanschluss. Zur Verständigung der Feuerwehr fuhr er deshalb mit seinem Traktor ins nahegelegene Ratzenried. Zuvor hatte er erfolglos versucht seine Nachbarschaft zu alarmieren. Diese waren jedoch nicht anwesend oder hatten den Brand nicht mitbekommen.

Der Landwirt zog sich bei den Rettungsversuchen seiner Familie erhebliche Verletzungen zu. Er kam zusammen mit seiner Ehefrau und seiner 5-jährigen Tochter mit einem Rettungsdienst auf die Intensivstation eines Krankenhauses.

Die Kriminalpolizei Ravensburg hat noch in der Nacht die Ermittlungen an der Brandstelle aufgenommen. Es waren mehr als 15 Schutz- und Kriminalbeamte im Einsatz. Aufgrund der andauernden Löscharbeiten konnte das Gebäude bislang nicht zur Spurensicherung betreten werden. Die Suche nach der Brandursache wird morgen wieder aufgenommen. Der Sachschaden wird auf rund 400.000 Euro geschätzt.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ravensburg wurde bei den beiden Verstorbenen eine Obduktion angeordnet.

Radio einschalten Ihr Spot bei uns Glasklarer Empfang Datenschutz/Impressum