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Unterallgäu
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Unterallgäu - Mindelheim
Dienstag, 9. Juni 2015

Grünes Licht für DB Netz AG vom Unterallgäuer Kreisausschuss

Ein Fall für die Dorfchronik wird bald der Bahnübergang bei Ungerhausen sein: Wo alle Fahrzeuge jetzt noch an einer Ampel und vor geschlossenen Schranken warten müssen, wenn ein Zug aus Memmingen oder München kommt, soll ab dem Jahr 2017 freie Fahrt gelten. Der so genannte „höhengleiche Bahnübergang“ wird dann durch eine Unterführung ersetzt - ähnlich wie dies etwa in der Bad Wörishofer Straße in Mindelheim der Fall ist. Der Umbau findet im Zuge der Elektrifizierung der Bahnstrecke statt. Die Mitglieder des Unterallgäuer Kreisausschusses sprachen sich jetzt einstimmig für die Planungen der DB Netz AG aus.

Tiefbauamtsleiter Walter Pleiner stellte den Kreisräten das Bauvorhaben vor. Hierzu gehört auch eine leicht geänderte Straßenführung zwischen Ungerhausen und der neuen Unterführung für Autos, Radfahrer und Fußgänger. Diese Bahnbrücke selbst wird im Jahr 2017 an Ort und Stelle gebaut und „eingeschoben“.

Im Vorfeld der eigentlichen Arbeiten zum Bau der Straßenunterführung muss laut Pleiner im kommenden Jahr zunächst die Kreisstraße MN 17 verlegt werden. Diese führt aktuell über Ungerhausen-Bahnhof nach Holzgünz. Nach dem Umbau des Bahnübergangs kann sie wegen der neuen Höhenunterschiede nicht mehr wie bisher in die Kreisstraße MN 16 münden. Stattdessen ist an ihrem Ende eine Wendeplatte vorgesehen. Die Verbindung zwischen Autobahn-Anschlussstelle und Holzgünz soll dann eine neue Trasse der Kreisstraße über das Gewerbegebiet Ungerhausen ersetzen.

Die Kosten der gesamten Baumaßnahme belaufen sich laut Pleiner nach aktuellen Schätzungen auf insgesamt rund 4,5 Millionen Euro. Der Landkreis muss davon voraussichtlich rund 850.000 Euro schultern.

Verein Regio-S-Bahn geplant: Mit einer Regio-S-Bahn soll das ÖPNV-Angebot in der Region weiter verbessert werden. Davon profitieren werden auch die Gemeinden entlang der Bahnstrecke Ulm-Memmingen: Ab Dezember 2019 sollen die ersten vier neuen Haltepunkte in Pless, Fellheim, Heimertingen und Amendingen in Betrieb gehen. Hinzu kommen etwas später Haltestellen am Berufsbildungszentrum (BBZ) in Memmingen und in Buxheim. Alle neuen Haltepunkte werden stündlich angefahren. Um das Projekt weiter schlagkräftig voranzutreiben, haben sich, wie Landrat Hans-Joachim Weirather und die zuständige Abteilungsleiterin Dr. Maria Bachmaier im Kreisausschuss erläuterten, Vertreter der beteiligten Städte und Landkreise in mehreren Gesprächen dafür ausgesprochen, einen eigenen Verein zu gründen. Dieser soll mit einer eigenen Geschäftsstelle ausgestattet werden. Zur Finanzierung müsste der Landkreis Unterallgäu jährlich rund 15.000 Euro beitragen. Über den Beitritt entscheiden wird der Kreistag in seiner nächsten Sitzung. Bereits für den Beitritt ausgesprochen haben sich etwa die Stadt Memmingen, der Alb-Donau-Kreis sowie die Städte Ulm und Neu-Ulm.

Landkreis fördert Familienpflege und Ehe-, Familien- und Lebensberatung: Sie kommen beispielsweise zu Hilfe, wenn die Mama krank ist und über einen längeren Zeitraum nicht für Haushalt und Kinder sorgen kann. Die Mitarbeiter des Familienpflegewerks Memmingen/Unterallgäu unterstützen Familien in sozialen, familiären und finanziellen Notlagen. Finanziell gefördert wird der Verein dabei seit vielen Jahren vom Landkreis Unterallgäu - 2015 wieder mit 16.000 Euro. Eine ähnliche Arbeit leisten die Dorfhelferinnen und Betriebshelfer. Sie werden wieder mit 4000 Euro bezuschusst. Mit 7000 Euro unterstützt der Landkreis nach dem einstimmigen Beschluss des Kreisausschusses zudem wieder die Psychologische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen der Diözese Augsburg. Sie steht als Anlaufstelle bei allen Fragen rund um Konflikte und Krisen in der Partnerschaft, bei Trennung und Scheidung zur Verfügung.

Jahresrechnung 2014: Zur Kenntnis genommen hat der Kreisausschuss die Jahresrechnung 2014. Kreiskämmerer Manuel Eberhard stellte die Zahlen vor. Insgesamt hatte der Haushalt des Landkreises im vergangenen Jahr ein Volumen von 130,35 Millionen Euro. Thema waren auch nicht geplante Ausgaben, vor allem im Bereich Sozialhilfe. Hier empfahl der Kreisausschuss einstimmig, diese zu genehmigen.


Tags:
schienen politik bahnübergang zukunft


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