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Kirche und Brauchtum hängen in Pfronten eng zusammen
(Bildquelle: E. Reiter, Pfronten Tourismus)
 
Ostallgäu - Pfronten
Donnerstag, 6. August 2015

Die Kirche ist der Hausherr beim Pfrontener Trachtenmarkt

Kirche, Brauchtum und Handwerkskunst hängen in Pfronten eng zusammen. Genau diese enge Verbundheit wird auch beim Pfrontener Trachtenmarkt, der am Wochenende wieder stattfindet, dargestellt. Immerhin findet der Markt unterhalb des Pfrontener Wahrzeichens statt, somit ist die Kirche auch der eigentliche Hausherr des Trachtenmarktes.

Hier bei Radio AllgäuHIT stellen wir Ihnen in dieser Woche das umfangreiche Programm zum Trachtenmarkt schon einmal genauer vor, wir lernen seltene Handwerker kennen und erfahren, warum Brauchtum und Traditionen gerade in der Gemeinde Pfronten so wichtig sind und so intensiv gelebt werden.

Der Ort des Geschehens rund um das Pfrontener Pfarrheim passt zu der besonderen Atmosphäre des Marktes. Denn der Bezug der Kirche zur Tracht und zum örtlichen Handwerk ist enorm groß, alles hängt eben miteinander zusammen, sagt Pfarrer Bernd Leumann.

"Brauchtum und Kirche profitieren wechselseitig voneinander, manches Brauchtum wäre ohne die Kirche längst ausgestorben weil das Brauchtum ja oft noch aus uralten Zeiten kommt, oft aus heidnischen Zeiten. Es waren oft irgendwelche Gepflogenheiten, die längst ihren Sinn verloren haben, niemand glaubt mehr an irgendwelche Wintergeister und Gespenster. So hat das Christentum und die Kirche dem Brauchtum eine neue Bedeutung gegeben und somit manches über die Jahrhunderte gerettet."

So kommt die Tracht auch bei kirchlichen Festen oft zum Einsatz, ob bei Hochzeiten, Taufen oder auch an den hohen Feiertagen wie Fronleichnam, Himmelfahrt oder Ostern. Dazu kommt, so Pfarrer Leumann, dass die Kirche auch bei sonstigen feierlichen Anlässen im Ort immer mit dabei ist:

"Die Kirche wird einbezogen von den Menschen, zum Beispiel bei den Brauchtumsvereinen wie den Trachtenvereinen, wenn es da Jubiläen gibt, unter anderem Fahnenweihen, das gehört zum Brauchtum dazu. Ich habe den Eindruck, bei solchen Dingen wird die Kirche eher wieder mehr mit einbezogen, weil auch bei den Brauchtumstreibenden der Wunsch da ist, den Dingen auch noch eine andere und tiefere Bedeutung zu geben."

Nicht nur, dass die Kirche mit ihrem umgekehrten Enzianturm das Wahrzeichen des Ortes darstellt, der enge Bezug begründet sich auch auf ihre Entstehungsgeschichte. Immerhin ist die Kirche ein ausschliessliches Werk einheimischer Handwerkskunst, erklärt Kirchenführer Lars Kink:

"Die Besonderheit ist, dass in der Pfrontener Pfarrkirche so gut wie alles, mit Ausnahme der Glocke und der Orgel, aus Pfrontener Handwerker- und Künstlerhand entstanden ist. Das ist für so ein, salopp gesagt, Bauerndorf in dieser Größe schon etwas besonderes, da können wir uns weitaus auch mit dem benachbarten Füssen messen. Diese Besonderheit führen wir zurück auf das sogenannte "göttliche Recht". Das heisst, die Pfrontener waren nie leibeigen, sie waren sogenannte "freie Gotteshausleute". Wir gehen davon aus, dass genau diese Freiheit die besondere Kreativität in Pfronten gefördert hat und dass diese Besonderheit auch unsere Kirche prägt."

Noch tiefer in die Geschichte der Kirche eintauchen kann man am Wochenende, im Rahmen des Trachtenmarktes werden auch Führungen durch die Kirche angeboten. Ein kleiner Rundgang, der von Lars Kink kurzweilig und sehr interessant gestaltet wird:

"Da sieht man eben, was genau welcher Pfrontener gemacht hat. Ich versuche auch immer wieder, nette Geschichten mit einfliessen zu lassen. Dann machen wir einen gedanklichen Ausflug zum Turm, der auch eine ganz interessante Geschichte hat. Nicht nur, dass er besonders hoch ist und diese umgestülpte Enzianblüte als Dach hat, was sehr aussergewöhnlich ist, er hat auch eine sehr interessante Entstehungsgeschichte. Wir haben also etwas zu bieten, was andere Orte nicht haben. Ich würde mich freuen, wenn ich Sie am Pfrontener Trachtenmarkt bei einer Führung durch die Kirche begrüssen darf."

So bietet der Trachtenmarkt auch einen tiefen Einblick in die Geschichte des Ortes, die mit der heimischen Handwerkskunst unmittelbar verknüpft ist. Das jüngste Handwerk im Ort dürfte allerdings die Verarbeitung von Heu und Bergwiesengras sein. Geschichten aus dem Leben einer Bergwiesenkönigin, erzählt uns heute Nachmittag Sinja die Erste, zwischen 15 und 17 Uhr, hier bei Radio AllgäuHIT.

Alle Infos zum Pfrontener Trachtenmarkt bekommen Sie unter pfronten.de.


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
Tradition Kunst Allgäu Kirchenführung


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