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Rindertuberkulose: Reihenuntersuchung im Ostallgäu gestartet
07.05.2013 - 07:00
Im Landkreis Ostallgäu ist die flächendeckende Reihenuntersuchung aller Rinder auf den Tuberkulose-Erreger gestartet. 46 von 2.100 Betrieben sind in den vergangenen Tagen untersucht worden.
Seit Jahresbeginn waren darüber hinaus 2.600 Tiere in 150 Betrieben untersucht worden. Diese hatten Kontakt zu Tieren aus dem Oberallgäu. Derzeit sind vier Betriebe gesperrt, in denen ein TBC-Ausbruch festgestellt wurde. Vier weitere Betriebe konnten nach Entfernung der erkrankten und verdächtigen Tiere und entsprechender Nachuntersuchung der gesunden Tiere wieder frei gegeben werden. 190 Tiere - davon 181 aus zwei Betrieben - mussten getötet werden, um eine weitere Verbreitung der TBC zu verhindern.

Für das Ostallgäu bedeutet das die Untersuchung von rund 110.000 Rindern in 2.500 Betrieben. Umgehend nach der Bekanntgabe des Untersuchungsprogramms hat die Veterinärbehörde im Landratsamt mit der Organisation der Untersuchungen begonnen. So wurde unter anderem eine Allgemeinverfügung für alle Rinderhalter erlassen und es wurden bislang rund 40 Tierärzte angestellt, die unter der fachlichen Anleitung des Veterinäramts die Untersuchungen durchführen. Dabei werden den Tieren in einem sogenannten Simultantest zwei Sorten Tuberkulin unter die Haut injiziert und nach drei Tagen wird die allergische Reaktion gemessen.

Der Simultantest, der wegen seiner relativ hohen Sicherheit im Ostallgäu seit Beginn der TBC-Ermittlungen eingesetzt wird, ermöglicht den Ausschluss unspezifischer Reaktionen auf Bakterienstämme, die dem Tuberkuloseerreger ähnlich sind. Verdächtige Ergebnisse werden dann durch eine molekularbiologische Untersuchung abgeklärt, die im Regelfall fünf bis sechs Tage dauert.

Die jetzt begonnene flächendeckende Untersuchung ist einerseits wichtig, um Klarheit über die tatsächliche Verbreitung der Tierseuche zu erlangen. Andererseits müssen die Folgen für die landwirtschaftlichen Betriebe, soweit es lediglich um die Abklärung eines verdächtigen Ergebnisses geht, so gering wie fachlich vertretbar sein. Landrat Johann Fleschhut fordert daher auch die Einhaltung der notwendigen Rahmenbedingungen für die flächendeckende Untersuchung. „Der Freistaat muss die zügige und effiziente Durchführung seines Untersuchungsprogramms sicherstellen. Die Ankündigung, die Untersuchungskosten nicht mehr zu übernehmen, ist unbedingt nochmals zu überprüfen und kann so nicht stehen bleiben“, sagt Fleschhut. Der Landrat fordert zudem, dass die Kosten der für die Aufhebung der Sperrmaßnahmen erforderlichen Nachuntersuchungen von Jungrindern vom Freistaat oder der Tierseuchenkasse übernommen werden.

Eine beabsichtigte Verlängerung der TBC-Eilverordnung, welche die bisherige unflexible TBC-Verordnung aus dem Jahr 1997 abgelöst hatte, wird dabei als unerlässlich für die Durchführung der flächendeckenden Untersuchung begrüßt, so der Landkreis in einer Pressemitteilung.

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