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Stephan Stracke (CSU) im Gespräch mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr Eberhard Zorn
(Bildquelle: Privat)
 
Ostallgäu - Kaufbeuren
Montag, 7. Januar 2019

Bundeswehr Kaufbeuren soll 2024 schließen

Stephan Stracke kämpft dafür das die Schließungsentscheidung rückgangig gemacht wird

Der Bundeswehrstandort Kaufbeuren soll nach derzeitigem Stand 2024 schließen und auf das Lechfeld verlagert werden. Seit Jahren kämpft der Allgäuer CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke dafür, dass die Schließungsentscheidung aus dem Jahr 2011 rückgängig gemacht wird und der Fliegerhorst Kaufbeuren dauerhaft erhalten bleibt.

Das Bundesverteidigungsministerium hat nun entschieden, zehn Transportmaschinen vom Typ A400M auf dem Lechfeld zu stationieren und rund 170 Mio. Euro in den dafür notwendigen Ausbau der Infrastruktur zu investieren. Nach den derzeitigen Planungen wird das Lechfeld frühestens 2028 für die Aufnahme des A400M bereit stehen. Nach Ansicht von Stracke wird diese Entscheidung auch Auswirkungen auf den derzeitigen Schließungszeitpunkt für den Fliegerhorst Kaufbeuren haben: „Die Leistungsfähigkeit der Bauverwaltung ist begrenzt. Die Infrastruktur für den A400M auszubauen und gleichzeitig den Fliegerhorst Kaufbeuren auf das Lechfeld zu verlagern, ist nicht realistisch“, betont Stracke. „Da der A400M politisch Priorität genießt, verdrängt dies die Verlagerungsmaßnahme des Fliegerhorsts Kaufbeuren. Damit wird sich der Schließungstermin des Standorts Kaufbeuren voraussichtlich nochmals deutlich verschieben“, meint Stracke.

„Ein nochmaliges Hinausziehen des Schließungstermins über 2024 ist gut für Kaufbeuren. Besser ist es natürlich, wenn der Standort dauerhaft in Kaufbeuren bleibt. Dafür arbeite ich“, erklärt der Bundestagsabgeordnete. Derzeit prüft das Bundesverteidigungsministerium im Rahmen des Projekts „Optimierung der luftfahrzeugtechnischen Ausbildung Bundeswehr“, ob die luftfahrzeugtechnische Ausbildung am Eurofighter durch die Luftwaffe selbst, durch die Industrie oder in einer Kooperation mit der Industrie weiter betrieben wird. Eine Entscheidung ist im Ministerium noch nicht gefallen. Die Luftwaffe will die Ausbildung am Eurofighter im Eigenmodell durchführen und hat dabei Kaufbeuren als Standort vorgesehen. „Dass die Luftwaffe die Ausbildung am Eurofighter in Kaufbeuren fortführen will, ist ein wesentlicher Baustein zum Erhalt des Fliegerhorsts Kaufbeuren“, stellt Stracke fest. Allerdings hat sich jetzt eine neue Entwicklung eingestellt. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, bestätigte Stracke kürzlich auf dessen Nachfrage, dass die Luftwaffe als Stationierungsort für die Ausbildung am Eurofighter anstelle von Kaufbeuren nun ein taktisches Luftwaffengeschwader favorisiert. Infrage kämen hierfür zum Beispiel Neuburg an der Donau oder Laage bei Rostock. „Dieser neue Stationierungsvorschlag stellt Kaufbeuren überraschend wieder in Frage. Ich kann mir dies nur so erklären, dass die Luftwaffe am Eigenmodell festhalten und damit auf jeden Fall deutlich wirtschaftlicher sein will als mit einer Industrielösung“, so der Abgeordnete.

Stracke traf sich nun mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, und dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, Thomas Silberhorn MdB, um angesichts der neuen Überlegungen der Luftwaffe für den dauerhaften Erhalt des Fliegerhorsts in Kaufbeuren zu werben. „Der Generalinspekteur und der Parlamentarische Staatssekretär haben sich viel Zeit genommen und sich intensiv mit meinem Anliegen befasst. Ich habe deutlich gemacht, dass mit der Stationierung des A400M in Lagerlechfeld der dortige Flugplatz dauerhaft gesichert ist. Damit entfällt der ursprüngliche Grund für die Verlagerung des Standorts Kaufbeuren auf das Lechfeld. Weiter habe ich die exzellente Ausbildungsqualität in Kaufbeuren und den äußerst attraktiven Standort Kaufbeuren herausgestellt. Dies sind zwei wichtige Faktoren, wenn es um die Attraktivität der Bundeswehr im Zeichen des immer spürbareren Fachkräftemangels geht. Ich habe den Eindruck, dass die Attraktivität der Bundeswehr auch für Generalinspekteur Zorn ein wichtiger Punkt ist. Zorn sagte mir klipp und klar, dass er Kaufbeuren auf dem Schirm hat. Er betonte zudem, dass das Bundesverteidigungsministerium auch noch eine Entscheidung zur Nachfolge des Tornado treffen müsse. Entscheidend sei die Zusammenschau von beidem, die luftfahrzeugtechnische Ausbildung am Eurofighter und die am Nachfolger vom Tornado“, resümiert Stracke. „Ich bin froh, dass die militärische Spitze der Bundeswehr offenbar eine Gesamtlösung favorisiert. Das ist wichtig, damit der Standort Kaufbeuren seine Chance auf Erhalt wahren kann“, erklärt Stracke und führt weiter aus: „In den letzten Jahren konnten wir politisch eine Trendwende bei der Bundeswehr in Sachen Finanz-, Personal- und Materialausstattung einleiten. Diese Trendwende gilt es nun auch mit Blick auf Kaufbeuren zu nutzen.“

Bundestagsabgeordneter Stracke lud zum Abschluss des Gesprächs Zorn zum Besuch des Standorts Kaufbeuren ein, um sich vor Ort ein Bild zu machen und sich von der Ausbildungsqualität in Kaufbeuren zu überzeugen. Zorn nahm die Einladung des Abgeordneten sehr gerne an und wird bei nächster Gelegenheit nach Kaufbeuren kommen. Der Parlamentarische Staatssekretär Silberhorn war auf Einladung von Stracke bereits im August 2018 in Kaufbeuren.


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Bundeswehr 2024 Schließungsentscheidung Bundeswehrstandort



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