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Wolf
(Bildquelle: pixabay)
 
Oberallgäu - Sonthofen
Mittwoch, 24. April 2019
Vortrag im Haus Oberallgäu: Die Wölfe kommen
Professor Wolfgang Schröder zeigt Auswirkungen auf

Unter dem Titel „Die Wölfe kommen!“ schildert Wolfgang Schröder (78) am heutigen Mittwochabend im Haus Oberallgäu die dynamische Ausbreitung des Raubtiers im Alpenraum (Beginn 19:30 Uhr, Einlass 18:30 Uhr). Die Alpwirtschaft ist in Aufruhr, seit im Sommer 2018 fünf Kälber und drei Schafe gerissen wurden. Sie möchte die Allgäuer Berge am liebsten wolfsfrei erklärt sehen. Doch dem steht der nach EU-Recht strenge Schutz des Wolfes entgegen. Vor diesem Hintergrund sind die Erfahrungen in anderen Alpenländern von besonderem Interesse.

Die bisher in den Allgäuer Bergen aufgetauchten Wölfe stammen aus Nord- und Ostdeutschland, wo an die 70 Wolfsrudel Nachwuchs produzieren. Die Ankömmlinge selbst bleiben meist unentdeckt, sie halten sich an Reh, Rotwild oder Gams. In Zukunft wird es weitere Zuwanderer geben, aus der Schweiz, wo in Graubünden nahe Chur ein Rudel zum siebenten Male Junge produziert und an die 40 Jungwölfe auf Wanderschaft geschickt hat.

Aufschlussreich ist die nahezu 1.000 km lange Wanderung eines in Slowenien mit Halsbandsender ausgestatteten Wolfsrüden. Er zog durch Österreich, kam bis in die Lessinischen Berge östlich des Gardasees, wo er 2013 auf eine italienische Wölfin stieß und mit ihr ein Rudel gründete. Die von den Forschern liebevoll Slavc (sprich Slauz) und Julietta genannten Rudelgründer begannen mit ihrem Nachwuchs bald, sich an den Rindern auf der Lessinischen Alpe zu vergreifen. Inzwischen gibt es sieben Wolfsrudel, sie jagen die Berge herauf bis nach Südtirol hinein. Alle diese Nachkommen von Slavc und Julietta haben den Geschmack auf Rinder beibehalten.

Anders ein siebenköpfiges Wolfsrudel westlich der Etsch, unweit von Bozen: es geht auf Schweizer Wölfe zurück. Die jagen dort nur auf Rotwild und Rehe; die 1000 Rinder auf neun Almen in ihrem Territorium bleiben unangetastet.

Wo immer es Wölfe gibt, ist die Bevölkerung tief gespalten, in eine pro-Wolf-Fraktion in den Städten, die oft blauäugig annimmt, man könne mit dem Wolf in Harmonie leben und in Wolfsgegner in ländlichen Gebieten, die mit den Schäden konfrontiert sind und auch Angst um ihre Kinder haben.

Wildbiologie-Professor Schröder legt dar, was durch den Wolf aus heutiger Kenntnis auf die Alpwirtschaft im Allgäu zukommt und auch, was der Wolf für den Jagdbetrieb bedeuten kann.

Über den Referenten:
Wolfgang Schröder (78) 
war lange Zeit Professor für Wildbiologie an den Münchner Universitäten; er hat Erfahrung mit Großraubtieren in Europa und Nordamerika, einige seiner Studenten arbeiten heute in der Forschung an Großraubtieren. Er ist auf einem Bauernhof in der Steiermark aufgewachsen; im Oberallgäu ist er durch seine Schalenwildplanungen bekannt.


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wolf vortrag allgäu schroeder



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