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Moorlandschaft
(Bildquelle: Rainer Klinke / pixelio.de)
 
Oberallgäu - Sonthofen
Dienstag, 18. Juni 2013

Tourismus und Naherholung

Allgäuer Moorallianz stellt neue Projekte vor

Die Umsetzung mehrerer Moorerlebnis-Projekte für Tourismus und Naherholung steht in den kommenden Monaten in Oy-Mittelberg, Durach, Seeg, Missen-Wilhams und am Elbsee an. Das hat die Regionale Partnerschaft – das Entscheidungsgremium der Allgäuer Moorallianz – beschlossen. Ein fachlich fundiertes Monitoring für das nachhaltige Grabenmanagement sowie ein „Streuehof“-Programm standen ebenso auf der Tagesordnung der Gremiumssitzung. Anschließend verabschiedete die Zweckverbandsversammlung den Haushalt für das Jahr 2013.

Einzigartig ist jedes der vorgestellten Moorerlebnis-Projekte, die die Allgäuer Moorallianz gemeinsam mit den Projektträgern in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet hat. Die Vorkonzeptionen sind inzwischen vielerorts erstellt und wurden jetzt der Regionalen Partnerschaft vorgestellt. Das Gremium hat nun alle Konzepte zur Förderung empfohlen.

Der Anspruch der Allgäuer Moorallianz an diese Konzepte ist hoch, wie Landrat Johann Fleschhut, Vorsitzender der Allgäuer Moorallianz, zu Beginn der Sitzung betonte: Oberste Prämisse sei es, dass die Projekte naturverträglich sind, also in die sensiblen Moore so wenig wie möglich eingegriffen werde. Wo nötig, müssten geeignete Maßnahmen zur Besucherlenkung eingerichtet werden. „Und dann wollen wir natürlich auch besondere Angebote schaffen“, so Fleschhut, denn die Zeit, in der Naturerleben ausschließlich mit großen Infotafeln einherginge, sei vorbei. Die Erlebniselemente sollen möglichst innovativ sein, sie sollen aus dem großen Spektrum, das die Moore zu bieten haben, einzelne Aspekte herausgreifen und dazu gute Geschichten erzählen – immer mit einer spielerischen Herangehensweise, zum Anfassen, Riechen, Hören und Mitmachen.

Die Schwerpunkte der vorgestellten Erlebnis-Projekte sind dabei sehr unterschiedlich:

Ausgehend von vier Moor-Bahnhöfen entlang der Außerfernbahnlinie wollen die Gemeinden Oy-Mittelberg und Durach landschaftliche und historische Besonderheiten hervorheben, und dabei zum Beispiel die Sage vom versunkenen Schatz im Kesselsee erzählen, einen Handtorfstich vom industriellen Torfabbau unterscheiden, einen botanischen Moorgarten anlegen oder ein Tastrelief des Schwarzenberger Weihers zeigen. Vertiefende Informationen und zusätzliche Attraktionen gibt es dabei an den Bahnhöfen, die Ausgangspunkte der Wander- und Radrunden sind. Förderfähige Kosten in diesem auf drei Jahre angelegten Projekt sind knapp 240.000 Euro bei einem Fördersatz von 65 Prozent.

Moorbahnhof in Seeg

Auch Seeg setzt in Kooperation mit Lengenwang und Rückholz auf einen Moorbahnhof als Ausgangspunkt der Erlebnisangebote entlang der Bahnlinie Marktoberdorf – Füssen. Vergleichende Landschaftsbetrachtungen wie Nutzen des Grünlands und Nutzen der Streuwiesen oder Moorwasser und Quellwasser, sowie eine Vogelbeobachtungsstation oberhalb der Seeger Seen sind einige der Inhalte des sehr modernen an Origamifalttechnik angelehnten Konzepts. Kalkuliert auf zwei Jahre kommen Projektkosten von gut 70.000 Euro bei einer Fördersumme von 65 Prozent zusammen.

Der Hochmoorgelbling ist der Star

Im Tuffenmoos in der Gemeinde Missen-Wilhams ist der Hochmoorgelbling der große Star, denn für seltene Arten wie jenen Schmetterling wurde das kleine Moos kürzlich renaturiert. Die Idee ist nun: Der Schmetterling nimmt seine Besucher zukünftig mit durch das Moos, erklärt, warum er genau hier leben möchte und stellt seine Freunde vor, die auch dort leben. Stege, die in Schmetterlingsform enden, führen über sensible Bereiche. Dort können sich Kinder, sozusagen als Körper des Schmetterlings an den Rand legen und das Moor betrachten. Bei Kosten von 54.000 Euro und einer Förderung von 65 Prozent soll das Projekt im Frühjahr 2014 fertiggestellt werden.

Elbseeerlebnis-Konzept

Unter Vorbehalt wurde das Elbseeerlebnis-Konzept zur Förderung empfohlen. Die Kofinanzierung für das Projekt ist noch nicht abgedeckt, da der Gemeinderat Ruderatshofen auch die überarbeitete Planung abgelehnt hat. Diese Planung spricht inhaltlich Familien mit kleinen Kindern an und zeigt die Besonderheiten des Elbsees in einem als Biberburg gestalteten Infopavillon, einem Bauernhofspielplatz und einem Moorkino. Gemeinsam mit den Gemeinden Aitrang und Unterthingau, die das Projekt befürwortet haben, sucht die Allgäuer Moorallianz nun nach weiteren Kofinanzierungsgebern.

„Nachhaltiges Grabenmanagement“

Die zweite Phase des Modellprojekts „nachhaltiges Grabenmanagement“ beschäftigt sich mit einem fundierten Monitoring der in der ersten Phase eingesetzten vier Wehrstandorte (Füssen, Marktober-dorf, Oy-Mittelberg und Lindau). Ziel ist es, am Ende der dreijährigen Projektlaufzeit einen Praxisleitfaden anbieten zu können, wie auf welchen Flächen anstaubare Wehre den Landwirten das Grabenmanagement erleichtern können und wie Gräben mit und ohne Wehre nachhaltig und naturverträglich gepflegt werden können.

„Streuehof“-Programm

Ein „Streuehof“-Programm richtet sich an Landwirte, die größere Streuwiesenflächen bewirtschaften (mindestens 3 Hektar). Sie sollen unterstützt werden, überbetriebliche Lagermöglichkeiten für die Streue oder Trocknungsvorrichtungen in bestehenden Gebäuden einzurichten.

Bei der anschließenden Zweckverbandsversammlung Allgäuer Moorallianz verabschiedeten die Verbandsräte, Landrat Johann Fleschhut und Landrat Gebhard Kaiser den Haushalt für 2013: Veranschlagt sind unter anderem 200.000 Euro für den Flächenankauf, 120.000 Euro für Naturschutzmaßnahmen, 20.000 Euro für Erfolgskontrollen und 51.000 Euro für Öffentlichkeitsarbeit. Im Bereich Ländliche Entwicklung sind unter anderem 35.000 Euro für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit veranschlagt und 10.000 Euro für Projekte zur angepassten Landnutzung. Projekte, die von externen Projektträgern umgesetzt werden, laufen nicht über den Zweckverbandshaushalt.


Tags:
moor moorallianz durach oy-mittelberg tourismus naherholung



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