Moderator: Thomas Häuslinger
mit Thomas Häuslinger
 
 
Winterpanorama in einem Allgäuer Skigebiet (Archiv)
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Oberallgäu - Obermaiselstein
Freitag, 13. März 2015
Ein Bericht von Lars Peter Schwarz

Hoffnungen schwinden für Skigebietszusammenschluss am Riedberger Horn

Allgäuer Politiker sehen nur noch eine kleine Chance

Die Meldung, dass der geplante Zusammenschluss der Allgäuer Skigebiete Grasgehren und Riedbergerhorn offenbar vor dem Aus steht, hatte heute für ziemlichen Wirbel gesorgt. Liftbetreiber und Bürgermeister hatten von der Meldung durch Radio AllgäuHIT erfahren, sie wollten sich umfassend ein Bild machen und dann Stellung nehmen. Der ehemalige Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser, der lange Jahre an dem gesamten Prozess beteiligt war, sieht das etwas nüchterner:

"Was in der Zeitung steht ist das eine, was die Realität sagt, das andere. Wir haben hier ein ganz klares Verfahren, erstens haben die beiden Gemeinden das im Flächennutzungsplan festgelegt, die haben jetzt einen offiziellen Antrag gestellt, das Zielabweichungsverfahren, das Umweltministerium hat jetzt eine negative Stellungnahme abgegeben. Aber sollte das endgültig abgelehnt werden und dem Zielabweichungsverfahren nicht stattgegeben wird, dann kann man abwägen, so steht es im Gesetz, dann ist abschliessend also der bayerische Heimatminister zuständig. Da wird dann im Kabinett hoffentlich die entsprechende Entscheidung getroffen werden, ich gehe davon aus, dass es noch nicht abgeschlossen ist und das es ordnungsgemäß abgeschlossen wird."

CSU-Umweltministerin Ulrike Scharf hatte wie berichtet dem Vorhaben eine klare Absage erteilt. Dagegen wolle Sie in Balderschwang und Obermaiselstein auf sanften Tourismus als Alternative setzen. "Das kann man nur sagen, wenn man von der touristischen Entwicklung keine Ahnung hat", so Kaiser daraufhin. Die Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein wollten zuletzt versuchen, den Schutzstatus C des Alpenplans von 1972 aufzuweichen. Sie sehen das Projekt als einzigen Ausweg an, um den Tourismus in beiden Orten langfristig zu sichern. Das sieht auch Gebhard Kaiser so.

Auch im Landratsamt in Sonthofen wollte man von einem endgültigen "Aus" noch nicht sprechen. Der Behörde liege keine offizielle Stellungnahme vor. Ganz so leicht abspeisen lassen will sich auch nicht der allgäuer CSU Landtagsabgeordnete Eric Beißwenger, hier gäbe es noch viel Gesprächsbedarf:

"Zunächst mal waren wir ja sehr erfreut, dass die Ministerin sich bereit erklärt hat hierher zu kommen, um mit den Bürgermeistern und uns zu sprechen, weil wir ja natürlich da diametral anderer Meinung sind. Von daher war ich sehr überrascht über den Bericht, entschieden wird es am Ende ja im Finanzministerium, also ich hab da jetzt kein Verständnis dafür, möchte das aber mit ihr noch klären, kampflos aufgeben will ich nicht."

"Ich werde auch mit dem Finanzminister nochmal reden aber eines ist auch klar: das Finanzministerium wird sich natürlich auch nicht soweit von einer Stellungnahme des Umweltministeriums wegbewegen, denn das ist ja die Fachbehörde."

Ausserdem komme ein Umschwung auf sanften Tourismus als Alternative für Balderschwang und Obermaiselstein überhaupt nicht in Frage, so Gebhard Kaiser gegenüber Radio AllgäuHIT. Hier gehe es schliesslich um Existenzen, die Menschen leben zu 70 Prozent vom Wintertourismus. Auch Kaiser setzt nun auf den bayerischen Heimatminister Söder, der in diesem besonderen Fall eventuell eine Ausnahme machen könnte.

 


Der Radio-Programmbeitrag zum Nachhören:



Tags:
Allgäu Balderschwang Riedbergerhorn grasgehren



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