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Beim Spiel
(Bildquelle: Olaf Schulze)
 
Memmingen
Samstag, 2. September 2017

Regionalliga: FC Memmingen - VfB Eichstätt 0:2 (0:1)

Vereinsarzt Stefan Gaum hatte alle Hände voll zu tun

Es war eigentlich so ein Abend, an dem Helden hätten gemacht werden können. Ein bunt zusammengewürfeltes letztes Aufgebot, das aufopferungsvoll kämpfte. Ein hoffnungsvoller Neuzugang Amar Cekic, der in der zweiten Halbzeit debütiert und durchaus erste Akzente setzte. Und ein Abwehrrecke Sebastian Schmeiser, der sich während laufender Partei gleich zweimal von Vereinsarzt Stefan Gaum am Spielfeldrand die ausgekugelte Schulter einrenken ließ, seine Schmerzen ausblendete und durchbiss.

Die Moral intakt – das Ergebnis wieder einmal mehr ernüchternd. Der FC Memmingen verlor auch das Regionalliga-Kellerduell gegen den VfB Eichstätt mit 0:2 (0:1). Warum? Weil es scheint, dass sich einfach zu viele Dinge gegen die Memminger verschworen haben. Während der Woche erwischte es auch noch Daniel Zweckbronner (Muskelfaserriss), im Abschlusstraining mit dem letzten Schuss fuhr es David Anzenhofer in den Oberschenkel. In der Halbzeitpause blieb Lukas Rietzler mit einer Zerrung in der Kabine. Ob das nun die Ausfälle 17, 18, 19 aus dem ursprünglichen 42-Mann-Gesamt-Kader waren, zählt in Memmingen schon gar keiner mehr mit.

Als in der zweiten Minute ein 28-Meter-Freistoß von Muriz Salemovic nur das Quergebälk und nicht das Ziel traf, war irgendwie schon früh klar, dass es genauso wie in den vorangegangenen Partien weitergeht. Das Schussglück kann derzeit einfach nicht erzwungen werden. Die Spielanteile lagen geschätzt bei 70:30 für Memmingen. Aber die Optik zählt halt nicht, nur Tore. Und das erste machten die Gäste mit Jonas Fries nach 25 Minuten durch ein Freistoßgeschenk. Schmeiser hatte eigentlich Klasse geklärt, der Schiedsrichter sah es anders. Eine krasse Fehlentscheidung, weil in einer solcher Begegnung am Ende Nuancen den Ausschlag geben. Krass freilich auch, dass FCM-Torhüter Martin Gruber so daneben langte. Kurz zuvor war er noch in einer 1:1-Situation tadellos auf dem Posten gewesen.

Die Schockstarre über den Gegentreffer währte nur wenige Minuten. Die Maschinerie lief wieder. Alle, die auf dem Platz standen, gaben ihr Bestes gegen einen Gegner, der hinten mit einem Fünfer-Abwehr-Riegel dichtmachte und nach seiner Führung noch defensiver mit einer weiteren Vierer-Kette vor der Abwehr agierte. Erfolgloses Anrennen auch in der zweiten Hälfte und der entscheidende Nadelstich durch den zweiten Eichstätter Treffer von Fabian Eberle (73.).

„Wenn das Euer Matchplan war, ist er hundertprozentig aufgegangen“, schickte FCM-Trainer Stefan Anderl eine Gratulation an sein Gegenüber Markus Mattes. Der Eichstätter Coach entschuldigte sich fast ein wenig für den Sieg: „Als ich auf die Memminger Aufstellung geschaut habe, kannte ich fast keinen“. Und: „Wenn wir uns zum Rückspiel sehen, wird Memmingen sicher vor uns stehen“. Nette Worte, die aber nicht viel helfen: Niederlage Nummer sieben in Spiel Nummer acht bedeuten weiter den letzten Tabellenplatz.

Anderl bedankte sich bei den 613 Zuschauern, die bis zum Schluss ausharrten, aufmunternd klatschten und auf Pfiffe verzichteten. Das FCM-Umfeld bleibt noch relativ ruhig, weil die Fans die Situation mit den zahllosen Ausfällen realistisch sehen. Der Memminger Coach verspricht indes: „Wir kommen da unten wieder raus“.

Apropos „Pfeife“. Die Memminger hadern in der augenblicklichen Lage auch mit Schiedsrichtern. Freilich wäre Dauerkritik an den Unparteiischen zu kurz gegriffen. Aber dass die Pfeife von Drittliga-Referee Michael Bacher bei vielen Entscheidungen in der nicht gerade überfüllten Arena kaum vernehmbar war, zeugt nicht von einem professionellen Auftreten.

Auch darf man von einem Schiedsrichter erwarten, dass er respektvoll mit den Spielern umgeht und Beleidigungen unterlässt. Unrühmlicher Höhepunkt war die Gelb-Rote Karte gegen Schmeiser kurz vor Schluss, nachdem er einen Kameraden wegen eines Fehlers anraunzte. Von ihm darauf hingewiesen, dass nicht Bacher sondern ein Mitspieler gemeint war, lautete das hanebüchene Argument: „Das ist mir egal. Der Ton macht die Musik“. Schmeisers folgende Sperre fällt übrigens kaum ins Gewicht. Durch die Schulterluxation drohen ohnehin mehrere Wochen Zwangspause. Für die Statistik: Ausfall Nummer 20.

Weiter geht es am Dienstag (19 Uhr) mit dem BFV-Toto-Pokal-Achtelfinale gegen den FV Illertissen. Im Nachbarduell stehen der zuletzt Gelb-Gesperrte Branko Nikolic und Stefan Heger nach seinem Staatsexamen wieder zur Verfügung.

FC Memmingen: Gruber - Boyer, Schmeiser, Schröder (74. Fülla), Buchmann - Maier (46. Cekic), Schad, Rietzler (46. Ollert), Lutz - Kircicek, Salemovic. – Trainer: Anderl.

VfB Eichstätt: Bauer – Wolfsteiner, Waffler, Fries, Schraufstetter, Schmidramsl – Panknin, Schäll (82. Grau), Kügel (73. Scintu), Graß - Eberle (90. + 3 Witasek). - Trainer: Mattes.

 Tore: 0:1 (25.) Fries, 0:2 (73.) Eberle. - Schiedsrichter: Bacher (Amerang).

Gelbe Karten: Salemovic, Schmeiser, Cekic / Wolfsteiner, Schraufstetter, Fries. - Gelb-Rot: Schmeiser (89.). - Zuschauer: 613.


Tags:
fcm vfb vereinsarzt pech



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