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Der Schwabenbund ist geboren - historische Vertragsunterzeichnung im Memminger Rathaus
23.03.2012 - 15:12
Als "historische Stunde in unserem Rathaus" bezeichnete Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger die Vertragsunterzeichnung zur Gründung des Schwabenbundes in Memmingen.
Landräte und Vertreter der Landkreise Alb-Donau, Biberach, Günzburg, Heidenheim, Lindau, Neu-Ulm, Oberallgäu, Ravensburg, Sigmaringen und Unterallgäu, die Oberbürgermeister der Städte Ulm, Memmingen, Kempten und Kaufbeuren, Vertreter der Industrie- und Handelskammern Ulm und Schwaben sowie der Regionalverbände Donau-Iller und des Allgäus und angrenzender Regionen fanden sich im Memminger Rathaus ein, um den Verbund offiziell zu besiegeln. Sie wollen enger zusammenarbeiten und den „wirtschaftlich stärksten Wirtschaftsraum“ außerhalb der Metropolregionen Deutschlands vernetzen und im Wettbewerb der Regionen positionieren.

Als metropolitane Grenzregion zwischen München und Stuttgart, sei besonders die „Homogenität in der Gebietskulisse“ zu betonen, so der neue Vorsitzende, Landrat und Verbandsvorsitzender Hans-Joachim Weirather. Die gesamte Region habe „ähnliche Strukturen, ähnliche Interessen und ähnliche Problemstellungen bezüglich der Infrastruktur“ , so Weirather weiter. Bisher wurde die Region nicht als eigenständiger Wirtschaftsraum wahrgenommen. Der Schwabenbund mit seinen assoziierten Mitgliedern und damit rund vier Millionen Einwohnern, im Kerngebiet etwa 1,8 Millionen, soll dies nun ändern. Dies war ausschlaggebend für die Gründung und führte zu ersten Zusammenkünften 2010. Mit dem Schwabenbund sei ein „grenzüberschreitender Verbund, bei dem sich Bayern und Württemberger begegnen, entstanden“, der die Interessen der einzelnen Mitglieder im Rahmen eines Großverbunds besser artikulieren könne. Eine Metropolregion zu werden ist jedoch weder angestrebt, noch möglich.

Vorsitzender Gerhard Pfeifer, zugleich Vizepräsident der IHK Schwaben, betonte die partnerschaftliche Zusammenarbeit des Netzwerkes zwischen den einzelnen Regionen. Zwar sei das wirtschaftliche Potenzial, vor allem durch einen starken Mittelstand, vorhanden, allerdings hätte es bisher keine wirkliche Organisationsstruktur gegeben, so Pfeifer. Er hoffe, dass im Rahmen des Schwabenbundes die „Potenziale der Region voll ausgeschöpft“ und politische und wirtschaftliche Themen für die Zukunftsentwicklung der Region konkret voran getrieben werden können. Beispielhaft nannte er die mangelhafte Bahninfrastruktur, bei der „kein Bahnkilometer elektrifiziert“ sei.

Neben den Gründungsmitgliedern gibt es noch eine Reihe von assozierten Mitgliedern, die sich zwar noch nicht anschließen, sich aber in Sitzungen oder Einzelprojekten einbringen können. Den Vorsitz übernehmen, gewählt für die ersten zwei Jahre, Landrat Hans-Joachim Weirather für die kommunale Seite und Gerhard Pfeifer als Vertreter der Wirtschaft. Die Führung der laufenden Geschäfte liegt beim Regionalverband Donau-Iller sowie der IHK-Regionalgeschäftsstelle Memmingen/Unterallgäu. Die ersten beiden Jahre sollen dazu dienen, die Arbeitsgemeinschaft weiter auszubauen und zu vertiefen.

In drei vorangegangenen Workshops haben die Gründungsmitglieder bereits Strukturen und inhaltliche Schwerpunkte der Zusammenarbeit erarbeitet. Das Hauptaugenmerk der Kooperation soll vor allem auf Forschung und Wissenschaft, Verkehr, Energie und Gesundheitsversorgung liegen. Ziel sei, sich als ein „einheitliches Sprachrohr“ der Region nicht nur bei den angrenzenden Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern, sondern auch auf Bundes- und Europaebene Gehör zu verschaffen, so Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, Otto Sälzle. Als spürbares Beispiel für die Bürger nannte Vorsitzender Weirather, dass die einzelnen Verkehrsverbünde enger kooperieren und tarifübergreifende Tickets anbieten könnten, um mit nur einem Ticket überall in die Region unterwegs zu sein. Im Bereich Bildung und Wissenschaft wolle man mit einer Infokampagne die Studenten von der Attraktivität der Region überzeugen, kündigte Verbandsdirektor Markus Riethe an. So wolle man Hochschulabsolventen in der Region halten, um der Wirtschaft die dringend erforderlichen Fachkräfte zu sichern.

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