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Die regionale Entwicklung der Arbeitslosenquoten im Jahresvergleich
(Bildquelle: Arbeitsagentur Kempten-Memmingen)
 
Kempten
Donnerstag, 30. Juli 2015

Robuster Allgäuer Arbeitsmarkt im Juli 2015

Arbeitslosenquote in unserer Region bei 2,9 Prozent

Der Arbeitsmarkt im Allgäu trägt auch im Juli das Etikett "robust". Zwar waren etwas mehr Menschen ohne Beschäftigung als im Monat zuvor, der Zuwachs rührte aber ausschließlich von jüngeren Kräften her, die nach Abschluss ihrer Ausbildung zumeist für kurze Zeit arbeitslos sind. Gleichzeitig blieb der Kräftebedarf in vielen Betrieben anhaltend hoch. Die Arbeitslosenquote lag mit 2,9 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Juli des vorigen Jahres bedeutete das Ergebnis eine Verbesserung um 0,1 Prozentpunkte.

Bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den sieben Jobcentern waren insgesamt 10.390 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 150 mehr als noch im Juli. Der Vergleich mit dem Juli des Vorjahres zeigt eine starke Verbesserung, denn aktuell waren annährend 400 Kräfte weniger arbeitslos. Arbeitgeber stellten mit 5.470 Beschäftigungsmöglichkeiten so viele Arbeitsangebote zur Verfügung wie schon seit Monaten nicht mehr.

"Die insgesamt gute Entwicklung hält auf dem Arbeitsmarkt im Allgäu weiter an. Wie schon in den vergangenen Jahren meldete sich auch dieses Mal im Juli eine Reihe junger Menschen vorübergehend arbeitslos, die nach Abschluss ihrer Ausbildung vom bisherigen Arbeitgeber nicht übernommen wurde. Aufgrund ihrer aktuellen Qualifikation können die jungen Fachkräfte oft bereits nach kurzer Zeit wieder eine neue Beschäftigung beginnen", sagt Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Arbeitslose Menschen - jüngere Kräfte melden sich
Im Juli sprachen 2.076 Frauen und Männer neu bei den Vermittlern vor, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit oder Ausbildung ausgeübt hatten. Im Monat zuvor waren das noch knapp 1.830 Kräfte. Vor allem im Alter bis zu 25 Jahren meldeten sich mehr Menschen vorübergehend neu arbeitslos, nämlich 250 Kräfte mehr als im Juni. Das ist für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich, denn in den Sommermonaten enden schulische und betriebliche Ausbildungen und nicht alle ausgelernten Kräfte können nahtlos eine Anschlussbeschäftigung aufnehmen. Für eine Reihe der jungen Menschen dient die Zeit auch zur Überbrückung, um im Herbst eine weiterführende Schule zu besuchen oder ein Studium zu beginnen.

Insgesamt war auf Seiten der arbeitslosen Menschen im Juli wieder einiges in Bewegung. 1.175 Menschen konnten eine neue Beschäftigung aufnehmen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden. Darunter waren auch neue Tätigkeiten als Logopädin, Verkäufer, Fahrzeuglackierer oder als Frisörmeister. Bei drohender Arbeitslosigkeit lohnt sich ein möglichst frühzeitiger Termin beim Vermittler. Das zeigen die Beispiele einer Rechtsanwaltsfachangestellten, eines Außenhandelskaufmanns und einer Erzieherin, die nahtlos von einer Beschäftigung zu einem neuen Arbeitgeber wechseln konnten. Arbeitslosigkeit trat in diesen Fällen nicht ein.

Anhaltend hoher Kräftebedarf
Der Stellenmarkt setzte im Juli weiter positive Signale, denn die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb anhaltend hoch. Knapp 1.650 Stellenangebote stellten Arbeitgeber neu zur Verfügung. Ein Schwergewicht bildeten Tätigkeiten im Umgang mit Metall. In der Metallbearbeitung sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau gab es gut 350  neue Jobs zu besetzen. Hauptsaison herrscht derzeit im Tourismus am Bodensee und entlang der Berge. Aus diesem Grund wurden besonders Köche und Servicepersonal gesucht. Hochbetrieb auch im Logistiksektor. Gut 150 neue Beschäftigungsofferten galt es mit Berufskraftfahrern und Lagerfachpersonal zu besetzen.

Beim Gesamtangebot von 5.470 Stellenangeboten war der weit überwiegende Teil  für eine Vollzeitbeschäftigung vorgesehen. 780 Angebote richteten sich an Menschen, die eine Tätigkeit in Teilzeit suchten. Interessantes Detail: Das Angebot an Teilzeitstellen wuchs innerhalb der letzten zwölf Monate stärker als das der Arbeitsplätze in Vollzeit.  

Die Personengruppen
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich bei den verschiedenen Personengruppen unterschiedlich. Während bei den Jüngeren im Juli ein Zuwachs zu verzeichnen war, ging sie bei den Älteren zurück. Bei Menschen, die bereits seit längerem ohne Job sind, ergaben sich im Ergebnis lediglich geringfügige Veränderungen. Etliche Jüngere im Alter bis 25 Jahre wurden nach Abschluss ihrer Ausbildung nicht übernommen, ihre Zahl stieg innerhalb eines Monats um 250 Kräfte auf 1.354 arbeitslose Menschen. 76 Frauen und Männer im Alter von 50 Jahren und älter waren im Juli weniger arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Erfreulich ist hier auch der Vergleich mit dem Vorjahr, denn derzeit sind 120 Kräfte weniger arbeitslos als vor zwölf Monaten.

Mehr als jeder fünfte Arbeitslose ist bereits seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung. In Zahlen: 2.442 Menschen zählen zu dieser Gruppe.

Menschen mit Behinderung
Etwas mehr als neun Prozent aller arbeitslosen Menschen sind schwerbehindert. Unter den aktuell 965 Frauen und Männern, die ohne Beschäftigung sind, befinden sich knapp 640 Menschen, die über einen Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife verfügen. Und 370 Kräfte können eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Diese Menschen bieten ein gutes Potenzial um den von Betrieben seit Langem geäußerten Fachkräftebedarf zumindest in Teilen zu lindern. Auch wenn die zahlenmäßigen Erfolge für arbeitslose Menschen mit Behinderung überschaubar blieben, sind sie dennoch bemerkenswert. Im bisherigen Jahresverlauf konnten  Monat für Monat knapp 40 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Wenn man einen Blick auf die kommunalen Strukturen wirft, zeigt der Jahresvergleich für die meisten Regionen des Allgäu lediglich geringfügige Veränderungen.

Verbessert zeigte sich der Arbeitsmarkt in den Landkreisen Lindau und Oberallgäu sowie in der kreisfreien Stadt Kempten. Die Arbeitslosenquote ging hier um bis zu 0,6 Prozentpunkte zurück. Stabilität bewiesen die Arbeitsmärkte in den Landkreisen Unter- und Ostallgäu sowie in der Stadt Memmingen. In diesen Regionen blieb das Ergebnis im Jahresvergleich unverändert. Lediglich ein leichter Zuwachs in Höhe von 0,1 Prozentpunkten ergab sich in der Stadt Kaufbeuren. Das Unterallgäu erzielte im Juli mit einer Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent das beste Ergebnis im Agenturbezirk; Ein Ergebnis, das auch im deutschlandweiten Vergleich einen Spitzenplatz bedeutete.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der sozialen Grundsicherung
Seit Einführung der sozialen Grundsicherung werden arbeitslose Menschen von der Arbeitsagentur und in den Jobcentern betreut. Die Arbeitsagentur ist vor allem für Menschen zuständig, die kurzzeitig ohne Beschäftigung sind. Auch wegen der Arbeitslosmeldungen jüngerer Menschen nach Abschluss ihrer Ausbildung waren hier im Juli 186 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Bei den Jobcentern, die für arbeitslose Menschen in der sozialen Grundsicherung zuständig sind, waren im Monatsvergleich 36 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Die Agentur für Arbeit kümmerte sich im Juli um 5.826 arbeitslose Menschen, die sieben Jobcenter waren für 4.564 arbeitslose Frauen und Männer zuständig.

Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt
Auch das Juliergebnis bestätigt die Entwicklung der letzten Monate auf dem Ausbildungsmarkt. Seit Beginn des Beratungsjahres stellten Betriebe 5.625 Lehrstellen zur Verfügung, die höchste Zahl der letzten Jahre. Bei den Berufsberatern meldeten sich 4.374 junge Menschen als Bewerber um eine Ausbildungsstelle, ebenfalls ein Höchststand.

Derzeit läuft bereits der "Endspurt", denn bis zum traditionellen Ausbildungsbeginn Anfang September sind es nur noch wenige Wochen. Auch wenn sich bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres noch das Ein oder Andere verändern kann, sieht es bereits jetzt danach aus, dass nicht jeder gemeldete Ausbildungsplatz am 1. September besetzt sein wird. Derzeit sind noch knapp 1.800 Ausbildungsplätze nicht vergeben. Gleichzeitig hatten im Juli 1.085 junge Menschen keine ihren Wünschen entsprechende Ausbildungsstelle gefunden.


Tags:
arbeitsmarkt wirtschaft allgäu bodensee



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