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(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Kempten
Dienstag, 12. August 2014

Kempten soll Fernbusknotenpunkt werden

CSU-Stadtrat Berchtold schreibt an OB Kiechle

Der Kemptener CSU-Stadtrat Helmut Berchtold will Kempten zu einem echten Fernbusknotenpunkt machen. Vorbilder sind für ihn Friedrichshafen und Memmingen. Kempten werde dagegen bislang nur von der Linie Oberstdorf-Berlin gestreift. Sowas dürfe es, seiner Meinung nach in der ältesten Stadt Deutschlands nicht länger geben.

Der vollständige Brief an Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU):
"Antrag auf Einrichtung einer dauerhaften Haltestelle für den nationalen und internationalen
Fernbusverkehr im Stadtgebiet Kempten mit gleichzeitiger Nutzung für touristische Besucherbusse.
"

"Sehr geehrter Oberbürgermeister,
wie Ihnen sicherlich bekannt, erfolgte zum 01.01.2013 die Liberalisierung des Fernbusmarktes in Deutschland. Der Start im Januar vergangenen Jahres erfolgte auf rund 60 Linien quer  durch Deutschland, mittlerweile sind innerhalb dieser sehr kurzen Zeit mehr als 170  Linienverbindungen eingerichtet, mit einer nach wie vor ungebrochenen Expansionstendenz. Allein die wöchentlichen Verbindungsfahrten auf diesen Linien haben sich von anfangs rund 700 auf heute mehr als 2700 Fahrtenpaare fast vervierfacht! Selbst die Deutsche Bahn AG hat letztendlich zugeben müssen, dass sie die Entwicklung in diesem Markt völlig unterschätzt hat - hier wird bereits massiv nachinvestiert in das Bahn-Produkt „IC-Bus“ um an diesem Markt teilzuhaben.

An dieser Stelle sei angemerkt, das Fernbusangebot ist nicht nur komfortabel, flexibel und ausgesprochen preisgünstig, beim Bus handelt es sich unbestritten um das mit Abstand umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Ein attraktives Angebot nicht nur für junge Menschen. Betrachtet man die Entwicklung in Bayern und noch regionaler, allein hier im Allgäu, muss man leider feststellen, dass ein weiteres Mal eine wichtige Entwicklung im Flächenverkehr  offensichtlich an unserer Stadt vorbeigeht. Gerade einmal eine Fernbus-Linienverbindung  „streift“ Kempten auf dem Weg von Oberstdorf nach Berlin, während beispielweise in  Memmingen und Friedrichshafen bereits richtige „Fernbusknoten“ entstehen und nachhaltig weiterentwickelt werden, mit eine breiten Angebot an Verbindungen.

Ich vertrete die Meinung, hier sollte unverzüglich begonnen werden den verschiedenen  Anbietern unsere Stadt als attraktive Destination „schmackhaft“ zu machen. In rund vier bis  fünf Jahren wird Deutschland über ein leistungsstarkes Fernbusnetz verfügen, Kempten sollte  hier ein wichtiger Wegepunkt sein mit seiner perfekten Ausgangslage für eine der schönsten  Regionen europaweit - dem Allgäu. Um solche doch schon global handelnden Anbietern für eine Destination zu gewinnen ist es meiner Meinung nach wichtig vorab einige Grundlagen zu schaffen um eben zu signalisieren, dass dieses Angebot in unserer Stadt gewünscht und auch willkommen ist. Als einen wichtigen Punkt, so meine Erfahrung aber auch aus direkten Gesprächen mit z. B. „Mein Fernbus.de“, gilt es Haltepunkte zu schaffen die zentrumsnah, leicht erreichbar, über eine angrenzende Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr verfügen und darüber hinaus möglichst nahe an Hochschuleinrichtungen liegt (nach wie vor besteht ein wichtiger Teil der Fernbusnutzer aus Studenten).

Es ist dabei überhaupt nicht zwingend, dass eine solche Haltestelle an einem Bahnhof zu platzieren ist, es sind zwei verschieden Verkehrsangebote die völlig unabhängig zueinander  agieren. Hinzu kommt, am derzeitigen Haltepunkt der Fernbusse am Hauptbahnhof bestehen  regelmäßig Konflikte mit dem abfahrenden ÖPNV weil die Busspuren durch die Ladetätigkeit  der Fernbusse blockiert werden. Die jetzige Situation bedarf also ohnehin einer klar zu  findenden Regelung, sofern nicht unmittelbar die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes auf der Agenda der Stadt steht.

Ich habe in der vergangen Zeit ein wenig Umschau gehalten im Stadtgebiet und einen, für mich perfekten Standort, ausgemacht. Im Bereich der Zufahrt zur Allgäuhalle in der Kotterner Straße (siehe unten, roter Kreis) wäre mit relativ geringfügigen Mitteln aus wenigen bestehenden Kurzzeitparkplätzen ein rund 40 Meter langer und ausreichend breiter Haltebereich für bis zu 3 Busse zu schaffen. Der Haltepunkt ist absolut zentrumsnah, verfügt über eine direkte  Anbindung an den ÖPNV im Bereich vom Forum Allgäu/Bahnhofstraße, Parkmöglichkeiten im Areal der Allgäuhalle wären vorhanden, die Hochschule ist fußläufig zu erreichen und direkt  neben dem Haltepunkt wäre mit dem Big Box Hotel eine attraktiver Übernachtungspunkt für  „Incoming-Fahrgäste“, eben Gäste die den Fernbus nutzen um unsere Stadt auf touristische Weise besuchen (im Moment ein explodierender touristischer Markt). Die Anfahrt ist über den Schuhmachering/Kotterner Straße sowohl aus Norden als auch aus Süden unproblematisch zu bewerkstelligen (analog Forum) und die Abfahrt erfolgt über die Albert-Ott-Straße und Bahnhofstraße weiter Richtung Süden/Westen oder aber über die Bahnhofstraße zurück auf den Schuhmachering Richtung Norden/Osten. Alles also recht einfach.

Zum grundsätzlich Verständnis: die zu schaffende „touristische Bushaltestelle“ soll dabei kein Busparkplatz sein sondern vielmehr ein Haltepunkt an dem man rund 15 Minuten steht, seine Fahrgäste aussteigen lässt bzw. aufnimmt. Beim Fernbus ist das klar, der fährt an, kommt für  wenige Minuten seine Ladetätigkeit nach und fährt dann wieder ab. Entscheiden auch, hier treffe ich auf ein weiteres Segment das nach meiner Ansicht völlig vernachlässigt wird in unserer Stadt, die neu zu schaffende „touristische Bushaltestelle“ wäre zeitgleich ein erster echter Andockpunkt für Reisebusse im Städtetourismus.

Vielleicht hierzu eine kleine  Erläuterung wie heute eine Stadtbesuch im Bustourismus in der Regel abläuft: Ein Reiseunternehmer plant eine Städtereise, bucht hier im angenommen Falle eines Tagesbesuches z. B. einen örtlichen Stadtführer (natürlich alles über Internet) und beschafft  sich zeitgleich Informationen über die exakte Position wo der gebuchte Stadtführer die Reisegäste trifft und wo sein Fahrer dann den Bus abstellt bis das Programm zu Ende ist und er wieder seine Gäste aufnehmen kann. Alles muss zwingend kompakt geregelt und leicht zu finden sein, ansonsten funktionieren solche Gruppen eben nicht. Der Gedanke also hier: wir nutzen die neu zu schaffende Bushaltestelle nicht nur für Fernbusse, sondern eben auch für touristische Reisebusse. Vorteil hier, der Busfahrer lässt seine Fahrgäste an der Haltestelle raus, gibt seiner Stadtreisegruppe Bescheid zu welchem Zeitpunkt er sie an exakt diesem Punkt wieder abholt und fährt bis zu diesem Zeitpunkt rechts zu den Busparkplätzen hinter der Big Box zum längerfristigem Parken. Der Busfahrer weiß wohin mit seinem Fahrzeug und die Reisegäste haben einen definierten Zustiegspunkt – da wird das Rad nicht neu erfunden,  dieser Ablauf ist in den Städten in ganz Europa mittlerweile Standard. Somit wäre zumindest für den südlichen Stadtbereich eine gute Lösung in Sachen Bustourismus und vor allem Fernbus geschaffen!

Nach meiner Meinung wäre es gerade für den Busreisetourismus dringend erforderlich, über den oben genannten Punkt hinaus weitere solcher Lösungen zu schaffen. Denkbar als Haltepunkt wäre z.B. am Pfeilergraben (ehemals Bauernmarktfläche) und ein Platz im Bereich der St. Mang Kirche. Haltepunkte sind recht einfach zu schaffen, schwierig wird es da dann schon eher bei der Einrichtung nahegelegener Busparkplätze für längere Verweildauern. Nach meinem Kenntnisstand gibt es in der ganzen Stadt Kempten neun (!) echte Reisebusparkplätze. Im Moment so richtig uneingeschränkt und auch für Busfahrer vernünftig nutzbar sind davon nach meiner Ansicht gerade einmal zwei und zwar die an der Königstraße. Ich gehe davon aus, dass die aber ohnehin im Rahmen der Umgestaltung rund um das Brauhausgelände, dann wegfallen werden. Die Parkplätze an der Big Box sind mittlerweile rege von dauerparkenden Anhängern verstellt, der Parkplatz am Marstall erfordert von einem Busfahrer viel Mut, weil davon ausgegangen werden kann, dass der Bus so zugeparkt wird das er zumindest nicht pünktlich mehr aus der Ecke herauskommen wird (gerade mit einem 15m Bus ein spannendes Unterfangen). Der Parkplatz am Illersteg muss, wenn jemals nicht zugeparkt, zuerst einmal von einem Fahrer gefunden werden….

Es gibt also viel zu erledigen, wenn es tatsächlich Wunsch ist, den Städtetourismus in Kempten nach vorne zu bringen, gerade im Bereich mit Busgruppen. Ein anstrebendes Ziel allemal, wenn man die Wertschöpfung durch einen touristischen Besucher in einer deutschen Stadt kennt. Durchschnittlich lässt jeder Tagesgast rund 35 € in der Stadt, mit Übernachtung liegt man im Bundesschnitt schon zwischen 145 und 175 €.

Ein Wirtschaftsfaktor der in der ältesten Stadt Deutschlands nach meiner Ansicht bislang sehr
„stiefmütterlich“ behandelt wurde und dringend eines intensiven Ausbaus bedarf. Potenzial ist
allemal in sehr sehr großem Umfang vorhanden.

Helmut Berchtold
Stadtrat
"


Tags:
fernbus knotenpunkt stadtrat csu



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