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Symbolbild Tierschutz
(Bildquelle: Pixabay)
 
Kaufbeuren
Freitag, 24. August 2018

Streitigkeiten im Tierschutzverein Kaufbeuren

Vertrauen muss zurück gewonnen werden

Allgäuer Landtagsabgeordneter richtet dringenden Appell an Mitglieder des Tierschutzvereins Pohl: Jede Stimme zählt!

Der Allgäuer Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (Freie Wähler) zeigt sich über die Äußerungen des Vorsitzenden des Tierschutzvereins Kaufbeuren, Stefan Mitscherling, höchst befremdet und ruft die Vereinsmitglieder auf, möglichst zahlreich zur Mitgliederversammlung zu kommen, um bei den anstehenden Neuwahlen die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Zudem gibt er den von Mitscherling kritisierten Bürgermeistern Inge Weiß (Rieden) und Armin Holderried (Mauerstetten) Rückendeckung.

Er selbst habe seine Termine abgesagt, um in Bad Grönenbach dabei zu sein. „Es ist ganz sicher kein Zufall, dass die Mitgliederversammlung in die Sommerferien und an einen Tagungsort gelegt wurde, der für viele Vereinsmitglieder nicht leicht zu erreichen ist. Nach all dem, was ich in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit dem Tierschutzverein erlebt habe, drängt sich der Verdacht auf, dass der Vorsitzende damit taktische Spielchen betreibt. Er hat zwar angekündigt, nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren. Was ist diese Ankündigung aber wert, wenn er zwischenzeitlich ein Vorstandsteam zusammengestellt hat, das nur Strohmannfunktion hat, während Mitscherling weiter im Hintergrund die Fäden zieht?“ befürchtet der Abgeordnete. „Wenn dann nur ein paar Dutzend Getreue Mitscherlings zur Versammlung kommen, werden möglicherweise Fakten geschaffen, die den Interessen des Vereins und seiner Mitglieder widersprechen.“

Auch Pohl hält Zeit und Ort der Einladung für fragwürdig. Er gibt aber zu bedenken, dass eine neu gewählte Vorstandschaft zunächst einmal Fakten schafft. Zwar räume er einer Klage vor Gericht durchaus gute Chancen ein, hält dies aber nicht für den Königsweg: „Natürlich ist es richtig, sich gegen eine rechtswidrige Vorgehensweise des Vorstands gerichtlich zu wehren. Solch ein Verfahren nimmt aber wiederum Zeit in Anspruch und bindet Kräfte. Eigentlich muss der Verein nun umgehend Vertrauen in der Öffentlichkeit zurück gewinnen und seiner Verantwortung gegenüber den Tieren gerecht werden, was ja die eigentliche Aufgabe ist. Ich möchte nur daran erinnern, dass das Landratsamt als zuständige Aufsichtsbehörde vor kurzem noch die Schließung des Tierheims ernsthaft erwogen hatte und auch jetzt nur eine vorübergehende Genehmigung erteilt hat, die in wenigen Monaten ausläuft. Es fällt mir in diesem Zusammenhang schwer, von geordneten Verhältnissen zu sprechen“, erinnert Pohl.

Der Abgeordnete weist im Übrigen mit aller Schärfe Angriffe gegen die beiden Bürgermeister Inge Weiß und Armin Holderried zurück: „ Als Vereinsvorsitzender muss Herr Mitscherling wissen, was es heißt, für fremdes Vermögen verantwortlich zu sein. Die Bürgermeister müssen sehr genau prüfen, ob es verantwortbar ist, das Geld ihrer Gemeindebürger einem Verein zur Verfügung zu stellen, der die notwendige Transparenz vermissen lässt. Beide Bürgermeister haben nichts anderes als ihre Pflicht getan. Es ist eine Ungeheuerlichkeit von Herrn Mitscherling, sie dafür mit polemischer Kritik zu überziehen. Glaubt der Vorsitzende vielleicht, damit in anderen Gemeinden und auch in der Stadt Kaufbeuren bei den Entscheidungsträgern punkten zu können? Wohl kaum! Derartige Äußerungen empfinde ich den beteiligten Personen gegenüber als unverschämt und auch als vereinsschädigend.“

Pohl bedauert, dass Mitscherling zu solchen Aktionen hinreißen lässt. „Ich glaube nach wie vor, dass Herr Mitscherling seine Arbeit im Tierschutzverein mit viel Herzblut gemacht hat. Als er im vergangenen Herbst zu mir kam und um Hilfe gebeten hat, hatte ich eigentlich einen guten Eindruck. Unsere Gespräche verliefen zunächst sehr konstruktiv, und nach der großen Schlichtungsrunde zwischen den damaligen Anhängern von Herrn Mitscherling und seinen Gegnern dachte ich eigentlich, wir bekommen die Kuh vom Eis. Es ist mir aber bis heute nicht nachvollziehbar, warum Mitscherling damals einseitig diesen gemeinsamen Weg beendet und all seine Ankündigungen nicht eingehalten hat. Weder blieb es bei den zunächst in Aussicht gestellten Terminen noch hat er wie zugesagt die Mitglieder in den Verein aufgenommen. Auch ich habe 11 Jahre lang ehrenamtlich einen Verein geführt. Mir wäre es als Präsident des ESV Kaufbeuren aber niemals in den Sinn gekommen, Mitglieder nicht aufzunehmen, weil mir die Nase nicht passt. Ich war froh um jeden, der uns mit seinem Beitrag unterstützt. Ich würde mich freuen, wenn Herr Mitscherling sich besinnt und seinen Kritikern die Hand reicht. Die Vorstandschaft in einem Verein ist immer noch ein Ehrenamt, das von einem gewissen Idealismus getragen sein und nicht in Dauerfehden enden sollte. Er sollte die Mitgliedsanträge bearbeiten und die Mitglieder vor der Versammlung aufnehmen und den Verein dann in neue Hände legen“, appelliert Pohl an den Vorsitzenden.(pm)


Tags:
Tierschutz Verein Streitigkeiten Vertrauen



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