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ESV Kaufbeuren dreht die Partie gegen Dresden
(Bildquelle: ESVK)
 
Kaufbeuren
Montag, 27. Januar 2014

Herzinfarktgefahr in der SparkassenArena

ESV Kaufbeuren dreht die Partie gegen Dresden

Zum Heimdebüt von Uli Egen an der Kaufbeurer Bande gab es vor 1.298 Zuschauern gegen starke Dresdner Eislöwen einen 6:5 Sieg nach Verlängerung und damit den vierten Heimsieg in Folge. Dabei sahen die Joker nach zwei gespielten Dritteln und einem Zwischenstand von 1:4 gegen bis dahin klar überlegene Gäste bereits wie der sichere Verlierer aus. Die Joker hatten eine insgesamt viel zu hohe Fehlerquote und luden die Gäste immer wieder zum Tore schießen ein, stiegen im letzten Drittel aber wie Phönix aus der Asche und hätten beinahe noch in der regulären Spielzeit gewonnen.

Die agilen Gäste zeigten vom Eröffnungsbully an, dass sie unbedingt die drei Punkte mit in die sächsische Landeshauptstadt mitnehmen wollten. Vor allem Topscorer Pöllänen bekam die Jokerabwehr kaum in den Griff. Doch zunächst hatten die Joker noch das Glück auf ihrer Seite und konnten das Spiel vom Ergebnis her offen gestalten. Mit ihrem konsequenten Forechecking stellten die Sachsen die Joker im Spielaufbau immer wieder vor große Probleme und provozierten dadurch viele Fehler. Doch auch in den insgesamt vier eigenen Powerplaysituationen waren die Joker harmlos und kamen selten in eine geordnete Aufstellung, geschweige denn zu guten Chancen. Viele kleine eigene Fehler bescherten den Gästen dagegen immer wieder gute Möglichkeiten. Beim Führungstreffer der Gäste musste man sich die Haare raufen. Nachdem die Joker mit etwas Glück in Überzahl endlich einmal eine hervorragende Chance, die von Stephen Schultz jedoch vergeben wurde, herausgespielt hatten, wurde der Ex-Kaufbeurer Slavetinsky, direkt von der Strafbank kommend, schlicht übersehen und hatte wenig Mühe, Keeper Johannes Wiedemann zu überwinden.

Gerade einmal 25 Sekunden waren im Mitteldrittel gespielt, als die Gäste mit einer schönen Kombination die Kaufbeurer Abwehr komplett auseinander nahmen und Pöllänen nur noch ins leere Tor einschieben brauchte. Zumindest der Anschlusstreffer für die Joker war an diesem Abend absolut sehenswert. Endlich einmal wurde im Powerplay schnell und direkt gespielt, wodurch Konstantin Firsanov völlig frei vor dem Tor der Gäste war und keine Mühe hatte, auf 1:2 zu verkürzen. Doch das schockte die Gäste keineswegs, die nur wenige Minuten später durch Verteidiger Schlenker eine Hinausstellung auf Kaufbeurer Seite nutzten, um den alten Abstand wiederherzustellen. Nur zwei Minuten später knallte Andre Mücke die Scheibe an den Außenpfosten. Doch auch der nächste Angriff der Gäste war erneut toll herausgespielt. Mit einem langen Pass über die komplette Eisfläche wurde die Jokerabwehr komplett ausgehebelt und Kaartinen hatte keine Mühe, auf 1:4 zu erhöhen. Kurz vor Drittelende hatte Alexander Thiel noch eine große Chance in Unterzahl, schoss aus guter Position aber am Tor vorbei. Doch bei so einem klaren Zwischenstand und einem noch klareren Kräfteverhältnis auf dem Eis hatte sicherlich schon der eine oder andere Zuschauer den Nachhauseweg angetreten.

Doch im letzten Drittel sollte alles anders werden und mancher sein Tun bereuen. Zunächst gelang dem starken Konstantin Firsanov nach einem Abpraller das zweite Kaufbeurer Tor. Dieser Anschlusstreffer schien die starken Gäste zunächst aber noch nicht aus dem Konzept zu bringen. Der kuriose Anschlusstreffer zum 3:4 im Powerplay durch Alexander Thiel, dessen nicht richtig getroffene Direktabnahme als Bogenlampe den Weg ins Tor fand, veranlasste Dresdens Trainer Thomas Popiesch zu einer Auszeit. Doch seine Worte sollten bei seiner Mannschaft nicht fruchten, da die Joker plötzlich wie entfesselt aufspielten. Nur wenige Sekunden später wurde Stephen Schultz unfair gestoppt, worauf das Schiedsrichtergespann auf Penalty entschied, den der Torjäger eiskalt zum Ausgleich nutzte und das Stadion zu einem Tollhaus machte. Die Joker spielten sich jetzt in einen Rausch. Christof Assner stellte mit seinem 5:4 nur zwei Minuten später das Spiel völlig auf den Kopf. Doch die Gäste antworteten noch einmal mit wütenden Angriffen, denen sich die Joker nur schwer erwehren konnten und wurden mit dem 5:5 Ausgleich vier Minuten vor dem Ende belohnt. 23 Sekunden vor dem Ende musste Uli Egen sogar noch eine Auszeit nehmen, da die Gäste vehement auf den Siegtreffer drängten.

In der anschließenden Verlängerung waren gute Chancen zunächst Mangelware. Nach einem Lupfer über die komplette Eisfläche hatte Matti Näätänen zunächst Schwierigkeiten, den Puck unter Kontrolle zu bekommen, bekam mit letztem Einsatz noch irgendwie die Kelle dran und beendete mit dieser spektakulären Aktion zum 6:5 ein famoses Spiel.

Thomas Popiesch hatte in der Pressekonferenz Mühe, für dieses kuriose Spiel die richtigen Worte zu finden. Immer wieder hatte der Coach sein Team vor der Heimstärke der Joker gewarnt.

Uli Egen konnte mit dem Spiel seiner Mannschaft in den ersten beiden Dritteln überhaupt nicht zufrieden sein. Neben der fehlenden Zweikampfstärke sprach der Coach seinem Team auch die fehlende Klasse aus. Nachdem die Gäste sein Team schwindelig gespielt hatten, musste eine anständige Kabinenpredigt, die ihre Wirkung nicht verfehlte, in der zweiten Drittelpause erfolgen.


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