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Schockanrufe beschäftigen die Allgäuer Kriminalpolizei
(Bildquelle: AllgäuHIT)
 
Allgäu
Mittwoch, 12. März 2014

Täter in Litauen vermutet, Komplizen in Deutschland

Schockanrufe beschäftigen die Allgäuer Kriminalpolizei

In den vergangenen Tagen kam es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West erneut zu mehreren sogenannten Schockanrufen. Manchen Opfern war diese Masche aber bereits bekannt.

Im Laufe des gestrigen Tages kam es im Bereich der Kripo Kempten zu drei Anrufen. Bei einem davon wurde eine 48-jährige Angerufene misstrauisch, hinterfragte die angebliche Notsituation ihrer Tochter und brachte den Anrufer sogar dazu von selbst das Gespräch zu beenden.

Erfolgreicher waren die Täter aber bei einer 44-jährigen Frau, die einem bislang Unbekannten 2.000 Euro dafür gab, weil der Freund ihrer Tochter ein Kind angefahren und schwer verletzt habe. Das Geld würde der Freund, der selber wegen einer Lippenverletzung natürlich nicht ans Telefon gehen konnte, für die Operation des Kindes benötigen.

Kind übergab über 5.500 Euro - Hinweise erbeten

Im dritten Fall, ebenfalls in Kempten, rief ein Mann bei einem 12-jährigen Kind an und gaukelte einen von der Mutter verschuldeten Unfall vor, bei dem ein anderes Kind schwer verletzt wurde. Auch hier würde die Mutter der 12-Jährigen Geld für die Operation benötigen, da sie andernfalls in Gefängnis müsse. Nachdem der Anrufer das Kind in Abwesenheit der Eltern anwies im Haus nach Geld zu suchen, holte etwas später ein bislang Unbekannter über 5.500 Euro bei dem Kind ab.

Die Kripo Kempten geht davon aus, dass es sich jeweils um den gleichen Geldabholer handelte. Er war scheinbar 17 bis 18 Jahre alt und ungefähr 180 cm groß, hatte blonde kurze Haare und eine blasse Erscheinung. Der junge Mann trug eine schwarze Winterjacke und eine graue Stoffhose. Hierzu bitten die Ermittler unter der Telefonnummer (0831) 9909-0 um Hinweise.

Aufklärung zeigte Wirkung - Opfer reagierten richtig

Im Bereich der Kripo Memmingen kam es bereits am vergangenen Montag zu zwei Anrufen von vermeintlichen Verwandten die eine Notsituation vorgaukelten. Gegen 10 Uhr rief ein bislang Unbekannter bei einer 21-Jährigen in Memmingen an. Darin forderte der angebliche Angehörige Geld wegen eines derzeitigen Krankenhausaufenthaltes im Ausland. Da die Familie bereits schon einmal Opfer eines solchen Schockanrufes geworden ist, beendete die junge Frau das Gespräch sofort.

Ein viertel Stunde später wurde eine 16-Jährige ebenfalls in Memmingen angerufen. Anrufer war nach Einschätzung der 16-Jährigen wohl ein Kind das um Geld bat. Auch in dieser Familie war die Betrugsmasche bereits bekannt, weshalb die Jugendliche das Gespräch beendete.

Dass die Täter auch nicht davor zurückschrecken sich als Mitarbeiter staatlicher Behörden zurückzuschrecken zeigten zwei länger zurückliegende Fälle, die von der Kripo Neu-Ulm bearbeitet werden. Bereits Anfang des Jahres wurde eine 61 und eine Stunde später eine 51-jährige Frau in Senden von einem vermeintlichen Polizisten angerufen. Ihr Sohn wurde im Ausland festgenommen und könne durch eine Bargeldzahlung auf freien Fuß kommen. Glücklicherweise kam es aber auch in diesen Fällen nicht zu einer Geldübergabe.

Hinweise für Angerufene

Derzeit geht die Polizei davon aus, dass die Anrufer von Litauen aus anriefen und in Kontakt mit weiteren Tätern in Deutschland standen, die dann das geforderte Geld abholen sollten.

Die Beamten weisen abermals darauf hin, misstrauisch zu sein und alle Angaben zu hinterfragen. Im Zweifel das Telefonat beenden und über die bekannten Kontakte den erwähnten Angehörigen zurückrufen. Auf keinen Fall sollten Details zur Familie preisgegeben oder sogar Bargeld an Unbekannte ausgehändigt werden. Außerdem sollen sich Angerufene ohne zeitliche Verzögerung an die Polizei wenden.


Tags:
schockanrufe kriminalpolizei masche



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