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(Bildquelle: AllgäuHit/Marc Brunnert)
 
Allgäu
Dienstag, 11. Februar 2020

Stromausfälle im Allgäu durch Sturmtief "Sabine"

Heftige Orkanböen durch Sturmtief "Sabine" haben im Allgäu erhebliche Schäden an den Stromleitungen angerichtet. Umstürzende Bäume, abgeknickte Strommasten und abgedeckte Hausdächer führten im gesamten Gebiet der AllgäuNetz zu teilweise längeren Stromausfällen.

Das Sturmtief „Sabine“ wurde seit Tagen prognostiziert. Wie schlimm es welchen Ort letztendlich wirklich trifft, war schwer vorhersehbar. Das Netzgebiet der AllgäuNetz hat es im nördlichen Teil rund um Kempten besonders stark getroffen. Die Nacht von Sonntag auf Montag war zwar windig aber vergleichsweise ruhig. Gegen 9.30 Uhr wurden die Böen deutlich spürbarer, bis Sturmtief „Sabine“ letztendlich zwischen 10.00 und 12.00 Uhr in unserer Region seinen Höhepunkt entwickelte.

„Wir waren gewarnt und soweit es in solch einer Situation möglich ist, auch sehr gut vorbereitet.“, sagt Volker Wiegand, Geschäftsführer der AllgäuNetz. „Dennoch lässt sich solche eine Situation nie vorhersehen. Überrascht hat uns die Stärke und die Auswirkungen in so kurzer Zeit. Wir hatten es in diesem Fall nicht mit einer punktuellen Störung zu tun, sondern mit einer Vielzahl an kleinen und mittleren Störungen, gleichzeitig nahezu in allen Gebieten unseres Stromnetzes. Um diese Komplexität bestmöglich zu beherrschen, haben wir uns um 10.00 Uhr dazu entschieden, den Krisenstab der AllgäuNetz einzuberufen. Somit hatten wir alle wichtigen Personen und Kompetenzen an einem Ort, um von dort aus gemeinsam die Aufgaben zu erfassen, zu priorisieren und letztendlich strategisch abzuarbeiten.“, so Wiegand weiter.

Auf Grund der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten, vor Ort im Krisenzentrum der AllgäuNetz, konnten die Auswirkungen und Stromausfälle bis in die Abendstunden auf ein Minimum reduziert werden. Waren es in der Spitze gut 6.000 Kunden ohne Strom, mussten in der Nacht nur noch etwa 30 Haushalte ohne Strom auskommen. Sobald abzusehen war, dass eine Wiederherstellung der Stromversorgung nicht möglich sein wird, wurden die betroffenen Haushalte, soweit möglich, direkt informiert bzw. den betroffenen Gemeinden Bescheid gegeben.

„Mit Blick auf die Schäden, war es eine ganz besondere Leistung unserer Mannschaft, dass wir das so gut bis zum Abend hinbekommen haben. Unser Dank gilt unseren Kolleginnen und Kollegen der AllgäuNetz und der Partnerfirmen, die uns tatkräftig unterstützt haben.“, so Bernd Wintergerst, Leiter Informations- und Schutztechnik AllgäuNetz.

Insgesamt wurden der AllgäuNetz im Laufe des Montags und noch am Vormittag des Dienstags über 200 Schäden gemeldet, verteilt im gesamten Netzgebiet. Besonders schwere Schäden gibt es im Bereich der Hoch- und Mittelspannungsfreileitungen bei Immenstadt, Sulzberg/Au und Füssen/Horn im Ostallgäu. Dort liegen teilweise die Leiterseile am Boden, Bäume hängen noch in den Seilen oder ganze Strommasten sind abgeknickt. Auch im Bereich der Niederspannungsstörungen in den Ortsnetzen gibt es etliche abgerissene Dachständer oder am Boden liegende Freileitungen.

Bis Dienstag, 13.00 Uhr konnte das Team der AllgäuNetz bereits rund 130 der 200 Schadensmeldungen abarbeiten und die Stromversorgung wiederherstellen, weitere 40 befinden sich aktuell in Bearbeitung. Teilweise werden Bauprovisorien (provisorische Strommasten und Trafostationen) verwendet, die dann Zug um Zug in den kommenden Wochen in den Originalzustand wiederhergestellt werden.

„Dass wir trotz der massiven Schäden in so kurzer Zeit die Stromversorgung für nahezu alle Haushalte wiederherstellen konnten, liegt nicht zuletzt daran, dass wir unser Stromnetz in den vergangenen Jahren nahezu komplett redundant ausgelegt haben. So können wir im Bereich der Hoch- und Mittelspannung, aber auch in vielen Teilen der Ortsnetze, störungsbedingte Leitungsabschnitte umgehen und über andere, redundante Systeme zeitnah wieder versorgen. Gleichzeitig haben wir das gesamte Leitsystem der Netzführung auf dem neuesten Stand. Das ermöglicht uns eine IT-gestützte Lokalisation der Fehlerorte sowie eine Wiederzuschaltung betroffener Netzbereiche, direkt aus der Leitwarte heraus.“, so Wiegand zur technischen Ausführung des Stromnetzes im Allgäu.

Über die Schadenshöhe kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden. Fest steht, dass „Sabine“ noch lange in Erinnerung bleibt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AllgäuNetz eine Weile beschäftigen wird.

 

 

 

Es folgt eine chronologische Auflistung der Statusmeldungen des gestrigen Tages in unveränderter Form der gestrigen Meldungen:

 

Aktueller Status: Montag, 10.02.2020, 16.00 Uhr
(Vorerst letztes Update für heute, sollte sich die Lage nicht signifikant verändern.)

Nach intensiven Arbeiten der Freileitungs- und Kabelmonteure, sowie Partnerfirmen konnten wir die Störungen mit Stand 15.45 Uhr auf rund 260 Kunden reduzieren. Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass wir bis Einbruch der Dunkelheit weitere 230 Kunden mit Strom versorgen werden.

In einigen Gemeindeteilen werden wir nach aktuellem Stand, auf Grund des Ausmaßes der Schäden, heute Nacht keine Stromversorgung sicherstellen können. Betroffen sind vereinzelte Kunden, die wir über unterschiedliche Kanäle informieren werden. Zusätzlich sind die Polizei sowie die Rettungsleitstelle über die betroffenen Kunden informiert. Betroffene Kunden werden darum gebeten, sich auf die Nacht ohne Strom einzustellen.

Derzeit sind nach wie vor alle Kräfte mit rund 60 Personen im Einsatz. In den Morgenstunden werden die Arbeiten sofort wiederaufgenommen, um die noch nicht versorgten Gebiete im Laufe des Dienstags wieder mit Strom versorgen zu können.

Die Wettervorhersagen warnen für heute Nacht vor weiteren starken Orkanböen im Allgäu. Auch in der Nacht werden wir mit einer verstärkten Mannschaft in Bereitschaft sein, werden aber nur die Sicherung der betroffenen Stellen garantieren können, da die Arbeiten bei Sturm und Nacht zu gefährlich wären, für unsere Kolleginnen und Kollegen. Kunden sollten sich daher in der Nacht auf eventuelle Störungen einstellen. Sollte es zu weiteren Ausfällen kommen, werden wir diese über Nacht in der Netzleitstelle koordinieren und ab Dienstagmorgen abarbeiten.

 

Status: Montag, 10.02.2020, 13.00 Uhr

Derzeit noch etwa 2.000 Haushalte ohne Stromversorgung. Die Bereiche konzentrieren sich auf die Gemeinden Betzigau, Görisried, Waltenhofen, Sulzberg, Oy-Mittelberg und Buchenberg.

Die Entstörungsdienste sind derzeit mit rund 60 Personen im Einsatz, die Netzleitstelle ist mit insgesamt 15 Personen besetzt, um die Lage zu koordinieren und die Arbeiten zu priorisieren.

 

Status: Montag, 10.02.2020, 12.30 Uhr

​Aktuell sind rund 4.000 Privathaushalte ohne Strom, in der Spitze waren rund 6.000 Haushalte ohne Strom. Im Bereich Nesselwang, Wertach und Sulzberg arbeiten wir an einer größeren Störung einer 110 kV-Leitung, diese hat allerdings keine Auswirkung auf die Versorgung, da die betroffenen Bereiche durch eine redundante Stromleitung versorgt werden können. In Buchenberg arbeiten wir derzeit an der Wiederherstellung einer 20 kV-Leitung.

 

Status: Montag, 10.02.2020, 11.30 Uhr

„Seit 10.00 Uhr haben wir die ersten Ausfälle im Netzgebiet. Grund dafür sind umgestürzte Bäume, die Strommasten und Stromleitungen beschädigt haben.

Aktuell sind wir mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz um die Stromversorgung schnellstmöglich wiederherzustellen“, so Volker Wiegand, Geschäftsführer der AllgäuNetz.

 

Status: Dienstag, 11.02.2020, 18.30 Uhr:

Stromausfälle nahe Immenstadt: Betroffen sind unter anderem rund 600 Haushalte in den Ortschaften Eckarts und Werdenstein. 300 Objekte sind auch noch gegen 19:25 Uhr stromlos. Inzwischen ist die Ursache gefunden: Ein defekter Lasttrennschalter in einem Trafo-Gebäude löste den Stromausfall aus. Seit 19.45 Uhr: Die Störung ist behoben und alle Haushalte werden wieder mit Strom versorgt.

 


Tags:
Stromausfall Netz Sturmtief Sabine


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