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Allgäu
Donnerstag, 23. Mai 2019
Spitzengespräch zur Düngeverordnung im Landtag
Ostallgäuer Delegation kehrt hoffnungsvoll aus München zurück

Die Verpflichtung zur bodennahen Düngung ab 2025 hat in der Landwirtschaft und insbesondere bei Allgäuer Bergbauern erheblichen Widerstand ausgelöst. Eine Gruppe von Landwirten aus Günzach und Obergünzburg haben gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Bernhard Pohl eine Petition formuliert, die die Grünlandwirte von der Verpflichtung ausnehmen soll, mit großen Tanks und Schleppschuh oder Schleppschlauch düngen zu müssen. Außerdem wollen sie erreichen, dass im Spitalhof in Kempten Versuche gemacht werden, ob der Breitverteiler nicht ebenso gut geeignet ist und eine Alternative von den Landwirten abgelehnten Verfahren sein könnte.

Auf Vermittlung der Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl und Dr. Leopold Herz (beide Freie Wähler) fand nun ein Gespräch in großer Runde statt: Die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) diskutierte mit den Landwirten Rudolf Rauscher, Thomas Fleschutz und Helmut Knestel  sowie den Abgeordneten Pohl, Dr. Herz, Eric Beißwenger und Martin Schöffel (beide CSU) im Beisein von Spitzenbeamten des Ministeriums und des Landesamts für Landwirtschaft (LfL).

Die Petition war nicht Gegenstand des Gesprächs, da diese vom Bayerischen Landtag zu entscheiden ist, wohl aber die Durchführung von Versuchen. Staatsministerin Kaniber sprach sich aber dafür aus, dass neben der Versuchsreihe in Mittelfranken auch am Spitalhof getestet werde. Sie sagte auch einen Besuch im Allgäu, um sich vor Ort über Probleme zu informieren und die Möglichkeiten von Tests im Spitalhof auszuloten. "Ich habe das Gefühl, die Ministerin hat uns verstanden. Mit den Verfahren, die ab 2025 verpflichtend drohen, werden viele Landwirte aufhören müssen, es werden Existenzen  vernichtet. Das wollen wir mit aller Macht verhindern", so Rudolf Rauscher, der Sprecher der Landwirte. Fleschutz ergänzt: "Die Beamten waren anfangs skeptisch. Die Ministerin hat aber sehr deutlich gemacht, dass sie die bisherigen Erkenntnisse für noch nicht ausreichend hält. Interessant fand ich, dass sie die Parallele zum Artenschutz gezogen hat. Bei der Umsetzung der Düngeverordnung will man nun etwas sorgfältiger arbeiten als dies im Vorfeld des Artenschutz-Volksbegehrens zur Frage der Artenvielfalt geschehen ist. Das ist gut und notwendig."

Alle Beteiligten setzen nun große Hoffnung in den angekündigten Besuch der Ministerin. Sie sind auch zuversichtlich, dass die Tests mit dem Breitverteiler neue Erkenntnisse bringen. Ansonsten stünden die Allgäuer Milchbauern vor einer höchst ungewissen Zukunft. "Der Wirtschaftsminister Aiwanger unterstützt unsere Petition. Die Landwirtschaftsministerin Kaniber will Versuche im Spitalhof durchführen, die Abgeordneten kämpfen für unsere Belange. Dies zeigt, dass die Grün- und Milchviehlandwirte mit dieser Ausbringtechnik Probleme mit der Futterverschmutzung haben", sagen die Landwirte unisono. Rudolf Rauscher machte zudem deutlich, dass das Ministerium nicht nur auf die Versuche der LfL, sondern auch auf die Praxisversuche im Bergland schauen werde.

Die Delegation aus dem Ostallgäu ist jedenfalls hoffnungsfroh nach Hause gefahren. Bernhard Pohl, der die Petition der Landwirt mit initiiert hat, formuliert im Namen der Beteiligten eine klare Zielsetzung: "Wir geben nicht auf, bis wir eine praxistaugliche Lösung gefunden haben, die allen Landwirten eine Existenzchance bietet. Schleppschuh und Schleppschlauch werden es nicht sein. Wir werden hier gemeinsam eine umsetzbare Lösung finden."


Tags:
Düngeverordnung Spitzengespräch Landwirtschaft Bayerischer Landtag



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