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Die Allgäuer Arbeitslosenzahlen nach Region sortiert
(Bildquelle: Arbeitsagentur Kempten-Memmingen)
 
Allgäu - Kempten
Donnerstag, 26. Februar 2015

Allgäuer Arbeitslosenquote steigt saisonbedingt auf 3,7 Prozent

Knapp 13.000 Menschen zwischen Allgäu und Bodensee arbeitslos

Im Februar waren im Allgäu insbesondere aus Witterungsgründen mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Der anhaltende Winter verhinderte vielfach Arbeiten im Freien und führte nochmals zu Arbeitslosmeldungen von Mitarbeitern aus Außenberufen. Daneben meldeten sich auch einige junge Menschen vorübergehend arbeitslos, die nach ihrer Ausbildungszeit von 3 ½ Jahren vom bisherigen Betrieb nicht übernommen wurden.

„Schnee und Eis hatten den Arbeitsmarkt im Allgäu auch im Februar weiter fest im Griff. Zusätzliche Kräfte aus dem Baugewerbe meldeten sich neu bei den Vermittlern arbeitslos“, sagt Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre gehe ich davon aus, dass sich mit dem Start ins Frühjahr die Situation auf dem Arbeitsmarkt wieder entspannt. Dazu tragen auch gute Signale vom Stellenmarkt bei. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist so hoch wie schon seit Monaten nicht mehr.“

Im Februar erhöhte sich die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Januar um 0,1 Prozentpunkte, sie lag bei 3,7 Prozent. Vor einem Jahr erreichte der Vergleichswert 3,6 Prozent. Aktuell waren 12.994 Frauen und Männer bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den sieben Jobcentern gemeldet, 218 mehr als zum Jahresauftakt. Allein aus dem Hoch- und Tiefbau sowie dem Ausbaugewerbe meldeten sich 150 Kräfte neu bei den Vermittlern, die zuletzt eine Beschäftigung ausgeübt hatten. Dazu kamen weitere aus den Bereichen Landschaftsbau und aus der Forstwirtschaft. Insgesamt war auf Seiten der arbeitslosen Menschen im Februar einiges in Bewegung. Knapp 1.800 Frauen und Männer meldeten sich nach einer Erwerbstätigkeit neu bei den Vermittlern. Das waren weniger als in den beiden Vormonaten. Gleichzeitig konnten annähernd 1.200 Kräfte eine neue Stelle antreten und dadurch ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden. Unter anderen erhielten ein Fahrzeugaufbereiter, ein Oberflächenbeschichter, mehrere Industriemechaniker sowie ein Jurist einen neuen Arbeitsvertrag. Ein frühzeitiger Kontakt zur Arbeitsagentur ist wichtig, wenn Arbeitslosigkeit droht, denn dann können frühzeitig Vermittlungsbemühungen einsetzen. In diesem Monat haben Verkäufer, Altenpfleger sowie ein Vertriebsingenieur einen neuen Arbeitsplatz erhalten ohne dass sie überhaupt arbeitslos wurden.

Kräftenachfrage auf Höchststand
Der Stellenmarkt zeigte sich im Februar deutlich lebhafter als in den letzten Monaten. Arbeitgeber meldeten knapp 1.700 Stellen neu zur Besetzung, annähernd 700 mehr als im Monat zuvor. Im Vergleich zum Februar des vergangenen Jahres bedeutete das einen Zuwachs um 126 Angebote. In der industriell-gewerblichen Fertigung wurden Mitarbeiter für Tätigkeiten in Maschinenbau, Metallbearbeitung und in der Automatisierungstechnik gesucht. Allein 330 Beschäftigungsmöglichkeiten wurden in diesen Branchen neu angeboten. Der Energiesektor sowie die Elektrotechnik offerierten gut 140 zusätzliche Arbeitsplätze. Im Logistiksektor waren Kräfte für den Güterumschlag und Warentransport gefragt. Hier kamen mehr als 100 Beschäftigungsmöglichkeiten neu zur Besetzung herein. Hotellerie und Gastronomie suchten ebenfalls zahlreiche Mitarbeiter. Das zeigt sich an mehr als 170 Offerten für Köche, Servicekräfte und im Housekeeping. Insgesamt waren für Vermittlungsbemühungen 4.733 Stellenangebote verfügbar, 250 mehr als im Januar. Es handelte sich um die höchste Zahl an Stellenangeboten seit April 2012.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Der Jahresvergleich zeigt, dass sich der Arbeitsmarkt in den meisten Regionen im Ergebnis lediglich geringfügig verändert hat. Leicht verbessert zeigten sich im Februar der Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten. Stabilität bewies auch der Landkreis Lindau mit einer im Vergleich zum Vorjahr unveränderten Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent. Einen geringen Zuwachs verzeichneten der Landkreis Ost- allgäu und die Stadt Memmingen mit einem Zuwachs von 0,1 Prozentpunkten. Trotz einer leichten Erhöhung kann der Landkreis Unterallgäu als einzige Region im Agenturbezirk weiterhin eine Zwei vor dem Komma vorweisen. Die höchste Zunahme hatte die Stadt Kaufbeuren mit einem Plus von 0,5 Prozentpunkten zu verkraften.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der sozialen Grundsicherung
Arbeitslose Menschen werden seit Einführung der sozialen Grundsicherung von der Arbeitsagentur und in den Jobcentern betreut. Die Grafik zeigt, dass der Arbeitsmarkt im Bereich der Arbeitslosenversicherung stark von jahreszeitlichen Einflüssen geprägt ist. In den Wintermonaten Januar und Februar werden Menschen, die in witterungsabhängigen Berufen tätig sind, für kurze Zeit arbeitslos. In dieser Zeit erhalten sie Arbeitslosengeld als Versicherungsleistung. In den Jobcentern sind demgegenüber kaum saisonalen Abhängigkeiten festzustellen.


Tags:
arbeitsmarkt allgäu bodensee wirtschaft



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