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Die Fußgängerzone in Wangen im Allgäu
(Bildquelle: Bürgerforum Kaufbeuren)
 
Allgäu - Kaufbeuren
Donnerstag, 7. Mai 2015

Studienfahrt vom Kaufbeurer Bürgerforum war voller Erfolg

Interessierte sehen sich Allgäuer Stadt-Fußgängerzonen an

Durchweg positive Rückmeldungen hat das Bürgerforum für seine Studienfahrt erhalten. Mit fachkundigen Führungen wurden konkrete Praxisbeispiele von Fußgängerzonen in Memmingen, Wangen, Isny und Kempten besichtigt. Somit erhielten die Teilnehmer Kriterien, Ideen und Anregungen für die Bürgerwerkstatt Mitte Mai.

Mit einer Studienfahrt am 2. Mai 2015 nach Memmingen, Wangen, Isny und Kempten konnten man sich auf die städtische Bürgerwerkstatt „Sanierung Fußgängerzone“ einstimmen, die am kommenden Dienstag, den 12. Mai 2015, im Kaufbeurer Stadtsaal stattfindet. Die Fahrt wurde vom Bürgerforum Kaufbeuren veranstaltet und stand allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen. Auf allen Stationen wurden sie fachkundig begleitet.

Memmingen

Mit über 30 Teilnehmern ging es um 9 Uhr los vom Kaufbeurer Bahnhof in Richtung Memmingen. Dort führte Architektin Dr. Monika Schill-Fendl, basierend auf einer Besichtigung im Vorfeld und den Fachinformationen vom zuständigen Projektleiter Mathias Rothdach der Stadtverwaltung Memmingen, durch die zwischen März 2013 und November 2014 komplett neu ausgebaute Fußgängerzone. Besonders augenfällig waren dabei die hohe Priorität des Themas Barrierefreiheit und die durchgängig erlebbare in sich stimmige Gesamtgestaltung bis ins Detail. Es wurde ein Raumgefühl geschaffen, bei dem sich vormals vermeintlich kleine Plätze nun in der Wahrnehmung deutlich öffnen und zum Verweilen einladen. Der Bodenbelag spielt dabei nicht nur für die Barrierefreiheit, sondern auch für die Fassaden eine große Rolle. Denn diese treten heute nun deutlich in der Wahrnehmung in den Vordergrund und lassen den in seiner Struktur unveränderten Stadtraum völlig neu erleben. Ebenfalls hervorzuheben war, dass neben der Einkaufs- und Erlebnisachse in Memmingen parallel eine zweite, atmosphärische Achse existiert. Hier stehen eher Ruhe und Entspannung im Vordergrund, verbunden mit dem Stadtbach als belebendes Element Wasser. Das geplante Lichtkonzept soll bis Sommer 2015 umgesetzt sein.

Wangen

Wurde die Fußgängerzone Memmingen im Wesentlichen „in einem Rutsch“ – koordiniert von einem schlagkräftigen Projekt- und Kommunikationsteam – in weniger als zwei Jahren komplett saniert, ging man in Wangen, der nächsten Stadion der Studienfahrt, einen anderen Weg. Dies berichtete Joachim Scheible als Sanierungsbeauftragter, der Wangen über den gesamten Zeitraum begleitete und auch heute noch begleitet. Stets mit dem Gesamtziel im Blick wurde die Sanierung mit der Methode der kleinen, jedoch stetigen Schritte über einen längeren Zeitraum von etwa 30 Jahren vorangetrieben. Die Barrierefreiheit hatte und hat man auch hier im Blick, jedoch mit einer anderen Ausrichtung im Vergleich zu Memmingen. In Wangen wurden bewusst Kompromisse zugunsten denkmalpflegerischer Ziele, auch der historischen Bausubstanz gerecht werdenden Aspekten in Kauf genommen. Auch die reine Fußgängerzone ist hier komprimiert und in einen weiträumigen eher verkehrsberuhigten Bereich eingebettet. Besonders hervorzuheben ist das „wiederentdeckte“ Thema Brunnen, das nicht nur für die Fußgängerzone, sondern für die Altstadt eine große Rolle spielt. Ursprünglich vorhandene Brunnen für die Trinkwasserversorgung wurden einst ins Umland verlagert, nun wieder gesucht und die Stadt zurückverlegt. Somit ist eine Vielzahl an alten und auch neuen Brunnen in Wangen zu bewundern. Die Kinder haben ihren Spaß dabei.

Isny

Rudolf Daumann wusste auf Basis seiner 38jährigen Arbeit in der Stadtverwaltung Isny und seines Engagements im örtlichen Arbeitskreis Heimatpflege zu berichten. Die Fußgängerzone hier wurde nicht saniert, sondern überhaupt erst durch die Erbauung einer Umgehungsstraße geschaffen. Für Daumann spielte dabei die Einbettung dieser Entwicklung in die gesamte Stadtentwicklung eine große Rolle. Durch einen Bürgerentscheid selbst entstand in Isny das Thema Bürgerbeteiligung. Er berichtete dabei von der derzeit laufenden Bürgerbeteiligung zum Marktplatz, einem wichtigen Eintrittspunkt in die Fußgängerzone Isnys. Die Wünsche der Bürger an die Nutzungsvielfalt, die Qualitäten, die Bauelemente und Ausstattung sind komplex und die Planung muss derzeit die Quadratur des Kreises versuchen. Die Lösung steht hier noch aus. Auch Isny hat eine kleine Fußgängerzone mit zwei Straßen, in der einen Gastronomie und Geschäfte, in der anderen Gastronomie und Wohnen, sie ist der ruhigere Bereich. Auffallend ist in Isny ein direkter räumlicher Bezug der Fußgängerzone zur alten Stadtmauer und dem sich anschließenden Grünbereich, was eine große Qualität darstellt.

Kempten

Zuletzt führte die Studienfahrt in die „Allgäu-Metropole“ Kempten. Wie schon in Memmingen gab hier Architektin Dr. Monika Schill-Fendl wesentliche Erläuterungen zu Fußgängerzone, dies auf Grundlage einer vorangegangenen Besichtigung mit Antje Schlüter, der verantwortlichen Stadtplanerin der Stadt Kempten. Die Fußgängerzone hat sich in Kempten seit den 70er Jahren organisch entwickelt. Das Forum Allgäu wurde Ende der 1990er positiv entschieden, aber unter der Bedingung, für die Fußgängerzone gleichzeitig ein Attraktivitätsprogramm aufzustellen. Nur so konnten das Forum und insbesondere die Altstadt parallel überleben. Hier wurde behutsam das Vorhandene saniert und an aktuelle Bedürfnisse angepasst. Augenfällig waren die in der äußeren Gestaltung zurückhaltende, aber doch sehr gut funktionierende Barrierefreiheit, sowie der Blick auf die Familien und Kinder. So finden sich in der gesamten Fußgängerzone zahlreiche Anlaufstellen und Anziehungspunkte für Kinder. Auch das Thema Stadtgrün wurde entwickelt, trotz der engen städtebaulichen Grenzen.

Insgesamt war die Fahrt ein großer Gewinn für alle Teilnehmer. Unzählige Bilder konnten in den Köpfen mit nach Hause genommen werden, aus denen sich Anregungen für die anstehende Sanierung der Fußgängerzone Kaufbeuren zaubern lassen. „Wir wollten mit der Fahrt dazu beitragen, dass die Bürgerwerkstatt der Stadt möglichst zu guten Ergebnissen führt. Ich denke, dies ist uns rundum gelungen“, so Vorstand Oliver Schill. Die gemeinsame Busfahrt zwischen den Stationen bot – neben dem gemeinsamen Mittagessen – reichlich Gelegenheit, mit anderen Kaufbeurern ins Gespräch zu kommen und sich über das Erlebte auszutauschen. „Auch diesem Dialog wollten wir mit unserer Fahrt Zeit und Raum geben.“

Die Veranstaltung wurde unterstützt durch den Bayerischen Landesverein für Heimatpflege.

AllgäuHIT-Bildergalerie
Fußgängerzonen im Allgäu
 
           

Zusammengefasste Rückmeldungen der Teilnehmer auf die Fragen (Auswahl):

Was hat Ihnen besonders gefallen…

…an der Fußgängerzone Memmingen?

Der Plattenbelag unterstreicht die Fassadenwirkung der historischen Bausubstanz.

Die Öffnung der bisher verschlossenen Nebengassen, dadurch Belebung der Seitenstraßen und Verbindung von belebter und atmosphärischer Achse über die Nebengässchen.

Begegnungs- und Treffpunkte durch verschiedenartige Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang.

Wochenmarkt am Samstag mitten in der Fußgängerzone.

…an der Fußgängerzone Wangen?

Das Gesamtkonzept für die Fußgängerzone: der behutsame Neubau von Pflasterungen passt sich an Bestand und an die historische Bausubstanz an.

Barrierefreiheit anderseherum: Aufmerksamkeitsfelder sind geschliffen errichtet.

Abwechslungsreiche Gestaltung, Vielfalt der Angebote des Handels, wertige Gastronomie, attraktive Brunnen und Vielzahl an Brunnen, auch als Kinderspielbereiche.

…an der Fußgängerzone Isny?

Brunnen mit Bachlauf, Platz zum Spielen

Bewusst geplanter, direkter Zugang zu Natur und Grünraum von der Altstadt aus

Wohnen in der Altstadt als wichtiger Schwerpunkt

Ein barrierefreier Randstreifen als Kompromiss zum historischen Stadtbild.

…an der Fußgängerzone Kempten?

Glatte Beläge, schönes Pflaster, differenzierte Bodenbeläge, gut begehbar.

Vielgestaltige dank (Außen-)Gastronomie sehr lebendige Plätze, die auch Plätze für Veranstaltungen im Freien geeignet sind

Wasserlauf macht die Altstadt lebenswert, Bächle-Spielfläche, Attraktionen für Kinder, Brunnen, Spielgeräte für Kinder, Spielstationen

Verweilzonen mit gut integrierten Spielgeräten, kleine, einfache, punktuell verstreute Spielmöglichkeiten, Plätze der Begegnung, Begegnungsplätze sind „Spitze!“

 

Die Zusammenfassung der vollständigen Rückmeldungen können eingesehen werden unter:
www.buergerforum-kaufbeuren.de


Tags:
fußgängerzone erfolg studienfahrt interesse



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