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Agentur für Arbeit
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu
Freitag, 1. März 2019
Arbeitslosenquote geht im Allgäu auf 2,6 Prozent zurück
Akademiker weniger von Arbeitslosigkeit betroffen

In den ersten beiden Monaten erreicht die Arbeitslosigkeit im bayerischen Teil des Allgäus meist gleichbleibend hohe Werte. Doch dieses Mal waren im Februar bereits 60 Kräfte weniger arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor, die Gesamtzahl lag bei 9.958 arbeitslosen Menschen. Damit war gleichzeitig die niedrigste Zahl von Menschen in einem Februar der letzten 20 Jahre arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Januar um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent zurück. Besonders kräftig fiel der Rückgang im Jahresvergleich aus. „Aktuell waren gut 600 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Februar des vergangenen Jahres. Das zeigt wie robust der Arbeitsmarkt im Allgäu weiter aufgestellt ist. Dazu trägt auch das anhaltend hohe Stellenangebot bei, das Arbeitgeber zur Besetzung hereingegeben haben“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Sobald in den Nächten das Thermometer nicht mehr ins Minus sinkt, können zahlreiche Menschen, die einer Tätigkeit im Freien nachgehen, wieder eine Arbeit aufnehmen und die Zahl der arbeitslosen Menschen geht weiter zurück.“

Die Nachfrage nach weiteren Arbeitskräften hielt auch im Februar an. Betriebe stellten mehr als 1.800 Beschäftigungsmöglichkeiten neu zur Verfügung, 440 mehr als im Januar.

Die anhaltend gute Entwicklung des Arbeitsmarktes ist im mehrjährigen Vergleich der arbeitslos gemeldeten Menschen gut erkennbar.

Arbeitslose Menschen

Im Februar sprachen etwas weniger als 1.600 Frauen und Männer neu bei den Vermittlern vor, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hatten. Das waren annähernd 1.100 weniger als zum Jahresauftakt. Seinerzeit hatten vor allem die Beendigung von Außenarbeiten sowie das Quartalsende vorübergehend zu einer höheren Arbeitslosigkeit geführt. Aktuell meldeten sich nochmals einige Mitarbeiter aus dem Gartenbau und anderen Außenberufen neu bei den Vermittlern. Daneben entließen aber auch der Logistiksektor, der Einzelhandel und die Bereiche Büro und Sekretariat eine Reihe von Kräften. Zusätzlich wurden junge Kräfte nach Abschluss ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung vorübergehend arbeitslos, weil sie im Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurden.

Im selben Zeitraum konnten 1.160 Frauen und Männer in eine neue Beschäftigung starten und damit ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dass der Arbeitsmarkt permanent in Bewegung ist, zeigt sich beispielsweise an zahlreichen Arbeitsaufnahmen im Bereich Güterumschlag und im Tourismusgewerbe.

Akademiker weniger stark betroffen

In den letzten Jahren hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Allgäu deutlich zugenommen. Nach aktuellen Daten arbeiteten zuletzt knapp 272.000 Frauen und Männer beitragspflichtig. Der Fünfjahresvergleich zeigt eine Zunahme um 10,5 Prozent zwischen Juni 2014 und Juni 2018. Einen prozentual fulminanten Zuwachs erlebte die Beschäftigung von Menschen mit akademischem Abschluss in den vergangenen Jahren. Zuletzt arbeiteten mehr als 29.000 Akademiker sozialversicherungspflichtig, ein Zuwachs um 66 Prozent zum Juni 2014.

Elf Prozent aller sv-pflichtig Beschäftigten verfügen im Allgäu über einen akademischen Abschluss. Damit liegt die Region unterhalb des Bundesdurchschnitts. Deutschlandweit liegt der Vergleichswert bei 16 Prozent. Der Anteil an beschäftigten Akademikern hängt stark von der jeweiligen Branche ab. Während beispielsweise bei Gartenbauberufen ihr Anteil im Agenturbezirk bei fünf Prozent aller Mitarbeiter liegt, weist die Hälfte aller Mitarbeiter in der Bauplanung/Architektur einen akademischen Abschluss auf. Die höchsten Beschäftigtenzahlen bei Akademikern verzeichnen die Bereiche Produktion/Fertigung, Recht und Verwaltung sowie die Gesundheitsberufe.

Im Jahresdurchschnitt 2018 lag die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk bei 2,5 Prozent, 9.256 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Demgegenüber sind Akademiker weniger stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Vergleichswert lag im vergangene Jahr bei durchschnittlich 1,4 Prozent. Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote erreichte bei Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung 2018 den Wert von 1,7 Prozent. Ohne Berufsabschluss ging die Quote mit einem Wert von knapp neun Prozent steil nach oben. Auch sind beim Personenkreis der Akademiker im Jahresverlauf keine markanten Ausschläger bei der Arbeitslosigkeit zu sehen – im Gegensatz zur Gesamtheit aller arbeitslosen Menschen. Saisonale und jahreszeitliche Einflüsse sind hier deutlich merkbar.

Auch wenn arbeitslose Akademiker im Durchschnitt weniger stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind, gibt es unter ihnen auch Menschen, die bereits ein Jahr und länger arbeitslos sind. So waren im Januar dieses Jahres unter den insgesamt 1.900 langzeitarbeitslosen Menschen auch 113 Akademiker. Ihr Anteil lag bei sechs Prozent. Innerhalb der letzten zwölf Monate haben auch knapp 200 Menschen aus diesem Personenkreis ihre Arbeitslosigkeit wieder beendet.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften mit akademischem Abschluss und die Zahl der mit dieser Qualifikation gemeldeten arbeitslosen Menschen weicht rein rechnerisch nur wenig voneinander ab. In den einzelnen Berufssparten gibt es jedoch merkliche Unterschiede. So herrschte im Februar in der Produktion und Fertigung ein deutliches Übergewicht bei den vorliegenden Stellenangeboten (360 Stellenangebote bei 210 arbeitslosen Menschen). Vergleichbar sah es im Bereich Naturwissenschaft und Informatik aus. Hier lagen 160 Beschäftigungsangebote vor bei gleichzeitig 80 arbeitslosen Menschen. Ein anderes Bild boten die kaufmännischen Dienstleistungen. In diesem Segment waren 80 Stellenangebote verfügbar bei gleichzeitig 230 arbeitslosen Menschen.

Höherer Kräftebedarf

Nach einem ruhigeren Jahresauftakt stellten Betriebe im Februar mehr als 1.800 Stellenangebote neu zur Verfügung, gut 30 Prozent mehr als im Januar. In der Kunststoffverarbeitung wurden 40 neue Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten. Im Fahrzeug- und Maschinenbau sowie in der Metallverarbeitung galt es 250 Stellen neu zu besetzen. Hotellerie und Gastronomie hatten mehr als 130 weitere Jobs zu vergeben, hier vor allem im südlichen Oberallgäu. Im Baugewerbe ergibt sich in den kommenden Wochen ein höherer Bedarf an Fachkräften. Annähernd 120 zusätzliche Stellen für Maurer, Baugeräteführer und andere Außenberufe wurden bereits angeboten. Zusätzlicher Bedarf herrschte auch im Güterumschlag und für den Warentransport. Im sozialen Bereich taten sich ebenfalls neue berufliche Chancen auf. Es gab knapp 50 weitere Beschäftigungsangebote für Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Kinderpfleger. Insgesamt stellten Arbeitgeber im Februar etwas mehr als 6.600 Arbeitsstellen zur Verfügung.

 

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Das im Jahresvergleich verbesserte Ergebnis des Agenturbezirks bei der Arbeitslosenquote setzte sich im Februar in den einzelnen Wirtschaftsräumen fort. In verschiedenen Regionen ging die Arbeitslosenquote nach unten, andere Wirtschaftsräume konnten das gute Ergebnis des Vorjahres halten. Kein einziger Bereich hatte einen Anstieg bei der Quote zu verkraften. Besonders gut entwickelten sich die Regionen Sonthofen, Kempten und Kaufbeuren. Die verbesserte Arbeitslosenquote manifestierte sich in einem merklichen Rückgang bei den arbeitslos gemeldeten Menschen (Sonthofen -180, Kempten -234, Kaufbeuren -110). Insbesondere im südlichen Oberallgäu ließ der Schnee die Beschäftigung im Tourismusgewerbe nochmals steigen. Stabilität signalisierte das Ergebnis für die Regionen Mindelheim und Memmingen mit einer Arbeitslosenquote von jeweils 2,4 Prozent. Spitzenreiter mit der niedrigsten Quote war aktuell der Wirtschaftsraum Marktoberdorf mit 2,3 Prozent.

Unterschiede in Arbeitslosenversicherung und sozialer Grundsicherung

Arbeitslose Menschen werden seit Einführung der sozialen Grundsicherung von der Arbeitsagentur und in den Jobcentern betreut. Die Grafik zeigt, dass der Arbeitsmarkt im Bereich der Arbeitslosenversicherung auch im Februar weiter von jahreszeitlichen Einflüssen geprägt ist. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Bereich der Arbeitslosenversicherung seit dem Spätherbst kontinuierlich angestiegen. Zuletzt flachte dieser Anstieg im Februar deutlich ab. Demgegenüber konnten die Jobcenter im Februar einen Rückgang bei den arbeitslos gemeldeten Menschen verzeichnen.

Die Arbeitsagentur betreute aktuell 6.479 Menschen, 60 mehr als im Monat zuvor. In der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) waren die sieben Jobcenter für 3.480 arbeitslose Frauen und Männer zuständig, 120 weniger als im Januar.

In der sozialen Grundsicherung werden neben arbeitslosen Menschen weitere Personengruppen von den Mitarbeitern der Jobcenter betreut. Zahlreiche Menschen gelten nicht als arbeitslos im Sinne des Gesetzgebers, weil sie kleine Kinder versorgen, Angehörige pflegen, sich in einer Qualifizierung befinden oder mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Im Jahresvergleich ist die Zahl der Haushalte im Allgäu, die auf Grundsicherung angewiesen sind - sog. „Bedarfsgemeinschaften“ - um gut elf Prozent auf 8.250 zurückgegangen. Die Zahl der erwerbsfähigen Empfänger von Grundsicherung ist um knapp 1.300 auf 10.400 Menschen gesunken. 

Ausblick

In den nächsten Wochen ist damit zu rechnen, dass zahlreiche Menschen wieder eine Tätigkeit in Außenberufen aufnehmen können. Damit geht die Arbeitslosigkeit im Allgäu weiter zurück – sofern die Witterung mitspielt.(pm)


Tags:
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