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Agentur für Arbeit (Archiv)
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu
Dienstag, 1. März 2016

Allgäuer Arbeitslosenquote bleibt bei 3,5 Prozent

Nur 12.732 Menschen im Allgäu arbeitslos

Die relativ milden Temperaturen führten im Februar auch zu einer weitgehenden Stabilisierung des Arbeitsmarktes im Allgäu und am bayerischen Bodensee. Während sich in den vergangenen Jahren die Arbeitslosenquote von Januar auf Februar meist erhöhte, blieb sie dieses Mal bei 3,5 Prozent - wie schon im Monat zuvor. Vor einem Jahr lag die Quote noch beim höheren Wert von 3,7 Prozent.

Aktuell waren 12.732 Frauen und Männer im Bezirk der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen arbeitslos gemeldet, 15 weniger als im Januar. Günstig entwickelte sich die Nachfrage nach Arbeitskräften. Betriebe meldeten 1.939 Stellen neu zur Besetzung, so viele wie schon seit Monaten nicht mehr.

"Die für die Jahreszeit milden Temperaturen haben im Februar zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes mit beigetragen. Erfreulich ist in diesem Monat auch der kräftige Zuwachs auf Seiten der gemeldeten Stellen", sagt Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit  Kempten-Memmingen. "Die insgesamt gute Entwicklung kommt jedoch nicht allen Personengruppen gleichermaßen zu Gute."

Schwerbehinderte Menschen sind gut qualifiziert
Auf Seiten aller arbeitslos gemeldeten Menschen sind im Jahresverlauf aufgrund saisonaler Einflüsse größere Schwankungen festzustellen. Demgegenüber bleibt die Arbeitslosigkeit bei schwerbehinderten Menschen im Ergebnis weitgehend unverändert. So waren im Durchschnitt der letzten beiden Jahre 970 Menschen mit Behinderung arbeitslos. Der Anteil an Qualifizierten liegt im Bereich der arbeitslosen, schwerbehinderten Menschen höher als in der Gruppe aller Arbeitslosen. Während 54 Prozent aller arbeitslosen Menschen über einen betrieblichen Berufsabschluss verfügte, lag dieser Wert unter den arbeitslosen, schwerbehinderten Menschen bei 62 Prozent.  „Als moderne und soziale Gesellschaft muss es unser Ziel sein, jeden Menschen gleichberechtigt teilhaben zu lassen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Auch Menschen mit Behinderung brauchen die Chance, ihre Fähigkeiten auf unserem Arbeitsmarkt unter Beweis zu stellen“, appelliert Litzka. „Arbeitgeber können zumindest in Teilen ihren Fachkräftemangel lindern, wenn sie bei der Stellenbesetzung berücksichtigen, dass Menschen mit Behinderung am richtig gewählten Arbeitsplatz eine vollwertige Arbeitsleistung erbringen.“

Die Agentur für Arbeit informiert und berät über Möglichkeiten und Förderangebote zur Beschäftigung behinderter Frauen und Männer um ihren besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden. Dazu werden speziell geschulte Vermittler und Berater eingesetzt. Diese Fachkräfte erklären, wie ein Arbeitsplatz entsprechend einer Behinderung technisch gestaltet werden kann und welche finanzielle Unterstützung hierfür möglich ist.

Arbeitslose Menschen
Im Februar sprachen knapp 3.900 Frauen und Männer neu bei den Vermittlern vor, 1.074 weniger als zum Jahresauftakt. Seinerzeit hatten vor allem die Beendigung von Außenarbeiten sowie das Quartalsende vorübergehend zu einer höheren Arbeitslosigkeit geführt. Aktuell meldete sich erneut eine Reihe von Mitarbeitern aus dem Gartenbau und anderen Außenberufen neu bei den Vermittlern. Daneben entließen aber auch der Logistiksektor, der Einzelhandel und weitere Branchen wie das Tourismusgewerbe etliche Mitarbeiter. Im selben Zeitraum endete für annähernd 3.900 Menschen ihre Zeit der Arbeitslosigkeit.

Der Vermittlungsalltag beweist immer wieder aufs Neue, dass es günstig ist, sich bei drohender Arbeitslosigkeit frühzeitig bei der Arbeitsagentur zu melden. Neben weiteren Kräften konnten ein Automobilkaufmann, mehrere Verkäufer und eine Hotelmitarbeiterin einen neuen Arbeitsplatz antreten, ohne dass sie arbeitslos wurden.

Wenn man sich die Gesamtentwicklung der letzten Jahre betrachtet, zeigt sich der Arbeitsmarkt im Allgäu aktuell weiter stabil.

Höhere Kräftenachfrage
Nach einem ruhigeren Jahresauftakt stellten Betriebe im Februar 1.939 Stellenan-gebote neu zur Verfügung, ein Plus mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Januar. In der Kunststoffverarbeitung wurden 60 neue Beschäftigungsmöglichkeiten ange-boten. Im Bereich der Metallbearbeitung sowie Fahrzeug- und Maschinenbau galt es 250 Stellen neu zu besetzen. Hotellerie und Gastronomie hatten mehr als 200 weite-re Jobs zu vergeben, vor allem im südlichen Oberallgäu und am Bodensee. Im Baugewerbe ergibt sich spätestens mit steigenden Temperaturen ein höherer Bedarf an Fachkräften. Annähernd 100 zusätzliche Stellen für Eisenflechter, Maurer, Baugeräteführer und artverwandte Berufe wurden bereits angeboten. Zusätzlicher Be-darf herrschte auch an Berufskraftfahrern und Taxifahrern. Im sozialen Bereich taten sich ebenfalls neue berufliche Chancen auf. Es gab Beschäftigungsangebote für Erzieherinnen und Kinderpfleger.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Der Jahresvergleich zeigt, dass in den meisten Regionen weniger Menschen arbeitslos gemeldet sind als im vergangenen Jahr. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk lag aktuell mit 3,5 Prozent um 0,2 Prozentpunkte besser als vor einem Jahr. Ein differenziertes Bild zeigte der Arbeitsmarkt, wenn man sich die einzelnen Wirt-schaftsräume des Allgäus betrachtet. In der Mehrzahl der Regionen erreichte die Arbeitslosenquote dieses Mal einen niedrigeren Wert als im Februar des vergangenen Jahres. Das galt für die Regionen Kempten, Kaufbeuren und Marktoberdorf. Insbesondere das südliche Oberallgäu profitierte weiter von vielen Beschäftigungsverhältnissen in der Tourismusbranche. In diesem Bereich werden häufig Frauen beschäftigt, dementsprechend waren aktuell 65 weibliche Kräfte weniger arbeitslos gemeldet als im Jahr zuvor. Der Wirtschaftsraum Mindelheim hatte auch im Februar mit genau drei Prozent erneut die niedrigste Arbeitslosenquote des gesamten Agenturbezirks. Lediglich in den Regionen Memmingen und Füssen ergaben sich im Jahresvergleich leichte Zunahmen um jeweils 0,1 Prozentpunkte.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der sozialen Grundsicherung
Seit Einführung der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) werden arbeitslose Men-schen von der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern betreut. Beide Bereiche entwickelten sich im Februar unterschiedlich. Während auf Seiten der Arbeitsagen-tur ein Rückgang zu verzeichnen war, meldeten sich in den sieben Jobcentern des Agenturbezirks mehr Menschen arbeitslos. Insgesamt waren bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit 7.483 Frauen und Männer gemeldet, 147 weniger als im Januar. Die Jobcenter betreuten aktuell 5.249 arbeitslose Menschen. Im Vergleich zum Monat zuvor bedeutete das einen Zuwachs um 132 Personen.

Die zwei Gesichter des Ausbildungsmarktes
Auch im Februar waren zwei Ergebnisse auf dem Ausbildungsmarkt markant: Zum einen meldeten sich mehr junge Menschen als Bewerber um eine Ausbildungsstelle. Zum anderen zeigte sich ein erneuter Zuwachs bei den Ausbildungsplätzen selbst. Der hohe Überhang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen fällt auf und ist ein Indiz für die hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Allgäu. Die Situation ist für ju-gendliche Bewerber anhaltend günstig, denn sie können unter zahlreichen Ausbil-dungsplätzen in den verschiedensten Berufen auswählen. Insbesondere für Kleinbe-triebe gestaltet sich die Suche nach geeigneten jungen Auszubildenden jedoch zu-nehmend schwierig. Seit dem Start des Beratungsjahres stellten Betriebe knapp 4.850 Lehrstellen zur Verfügung, 200 mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig waren bisher 3.340 Jugendliche zum Gespräch bei den Berufsberatern um sich über ihre beruflichen Möglichkeiten zu informieren. Bis zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September ist mit weiteren Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt zu rechnen.


Tags:
arbeitsmarkt wirtschaft allgäu bodensee



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