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Agentur für Arbeit (Archiv)
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu
Donnerstag, 31. März 2016

400 Arbeitslose weniger in Allgäu-Bodensee-Region

Frühjahrsaufschwung im regionalen Arbeitsmarkt

Zum Start ins Frühjahr ging es mit dem Arbeitsmarkt im Allgäu weiter aufwärts. Weniger Menschen waren bei den Vermittlern arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig bewegte sich der Bedarf an Arbeitskräften auf anhaltend hohem Niveau. Im März waren 12.340 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das bedeutete einen Rückgang um knapp 400 Menschen im Vergleich zum Monat zuvor. Eine Verbesserung zeigt auch der Vergleich mit dem März des Vorjahres. Seinerzeit waren 174 Kräfte mehr ohne Beschäftigung.

Der Arbeitslosenquote ging im März auf 3,4 Prozent nach unten, sie lag damit um 0,1 Prozentpunkte günstiger als im Februar. Anhaltend stabil zeigte sich die Nachfragen nach Arbeitskräften. Annähernd 5.500 Stellenangebote stellten Betriebe insgesamt zur Verfügung, ähnlich viele wie bereits im Februar.

"Der Arbeitsmarkt startete gut ins Frühjahr. Weniger Menschen waren ohne Beschäftigung, das gilt sowohl im Vergleich zum Vormonat wie auch zum März des vergangenen Jahres", sagt Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. "Ein weiteres Ergebnis bestätigt die insgesamt gute Entwicklung im Allgäu. Nach aktuellen Daten arbeiteten zuletzt mehr als 256.000 Menschen in unserer Region sozialversicherungspflichtig, die höchste Zahl seit der Wiedervereinigung."
 

Arbeitslose Menschen
Im März sprachen 1.470 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit neu bei den Vermittlern vor, die niedrigste Zahl der letzten Monate. Gleichzeitig konnten mehr als 1.700 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden und in eine neue Beschäftigung starten. Darunter befand sich eine ganze Reihe von Kräften, die eine Tätigkeit beim früheren Arbeitgeber wieder aufnahm. Nach der „Winterpause“ nahmen Maurer, Baugeräteführer und Gartenbauer wieder eine Beschäftigung auf. Insbesondere in den nächsten Wochen sind zahlreiche weitere Arbeitsaufnahmen für Tätigkeiten im Freien zu erwarten. Auch in anderen Branchen konnten Menschen eine neue Arbeitsstelle antreten. Einige Beispiele: Berufskraftfahrer, Zerspanungs- und Industriemechaniker, Restaurantmitarbeiter und Holztechniker.

Wenn Arbeitslosigkeit droht, sollte man möglichst frühzeitig mit seinem Arbeitsvermittler sprechen. Das steigert die Chancen auf eine schnelle neue Beschäftigung, weil dann Vermittlungsbemühungen rasch einsetzen können. Neben anderen haben in den letzten Tagen ein Automobilkaufmann, ein Mediengestalter sowie eine Kraft im Personalmanagement eine neue Stelle angetreten ohne dass Sie arbeitslos wurden. Wenn man sich die Gesamtentwicklung der letzten Jahre betrachtet, zeigt sich der Arbeitsmarkt im Allgäu weiter stabil.

Saison-Kurzarbeitergeld wirkte entlastend
Die Zahlung des Saison-Kurzarbeitergeldes hat zum Ziel, Arbeitnehmer bei saisonalen Arbeitsausfällen in der Schlechtwetterzeit im Betrieb zu halten. Beschäftigungsverhältnisse werden dadurch stabilisiert, Arbeitslosigkeit vermieden. Der Arbeitnehmer bleibt weiterhin in der betrieblichen Organisation integriert und steht unterbrechungslos für Arbeitseinsätze zur Verfügung. Auch das ist vorteilhaft für Betriebe, die Saison-Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen. Diese Leistung können Betriebe des Baugewerbes, des Dachdeckerhandwerks und des Garten-/Landschaftsbaus erhalten. Der Arbeitsausfall muss vorübergehend und nicht vermeidbar sein. Als Schlechtwetterzeit gelten dabei die Monate Dezember bis März. Die Zahlung des Saison-Kurzarbeitergeldes erfolgt in vergleichbarer Höhe wie das Arbeitslosengeld.

Bereits in den letzten Jahren nutzten im Allgäu zwischen 250 und 300 Betriebe diese Leistung für ihre Mitarbeiter. Bis zu 2.900 Arbeitnehmer erhielten in den Jahren 2013 bis 2015 in unterschiedlichem Umfang Saison-Kurzarbeitergeld. Inklusiv der erstatteten Sozialversicherungsbeiträge wurden dafür im Jahr 2015 insgesamt gut
11 Mio. Euro aufgewendet. Eine genaue Quantifizierung des Entlastungseffekts auf den Arbeitsmarkt lässt sich nicht im Detail feststellen, da das Saison-Kurzarbeitergeld für Ausfallstunden gezahlt wird.

Betriebe haben mehrere Wochen Zeit ihre Abrechnungen einzureichen. Daher sind aktuelle Daten für den Zeitraum Dezember 2015 bis März 2016 erst mit zeitlicher Verzögerung verfügbar. Anhand der vorgelegten Anzeigen zum Saison-Kurzarbeitergeld sowie der bisher vorliegenden Abrechnungen ist erkennbar, dass  es in ähnlichem Umfang wie in den letzten Jahren in Anspruch genommen wird.

Anhaltende Kräftenachfrage
Für Vermittlungsbemühungen standen im Arbeitgeberservice insgesamt knapp 5.500 Stellenangebote aus der Region zur Verfügung, mehr als 1.600 Beschäftigungsmöglichkeiten meldeten Arbeitgeber neu zur Besetzung. Ausgeprägter Bedarf herrschte rund um den Werkstoff Metall mit rund 300 zusätzlich gemeldeten Jobangeboten. Industriemechaniker, Schweißer und CNC-Kräfte waren gefragt. Mehr als 80 neue Arbeitsstellen aus der Elektro- und Energietechnik sorgten für weitere Vermittlungsaktivitäten. In der Hotellerie/Gastronomie ergaben sich insbesondere im südlichen Oberallgäu sowie am Bodensee Chancen auf eine neue Beschäftigung. Für den gesamten Agenturbezirk gingen für diese Bereiche gut 170 Arbeitsstellen neu ein. Der Logistiksektor suchte 130 Kräfte, sei es als Lagerfachkraft, Verkehrs-kaufmann oder Kraftfahrer für den Gütertransport. Im Baugewerbe ergibt sich spätestens mit weiter steigenden Temperaturen ein höherer Bedarf an Fachkräften wie Maurer, Eisenflechter und artverwandte Berufe. Im sozialen Bereich sowie in der Pflege boten sich ebenfalls neue berufliche Chancen. Beschäftigungsangebote für Erzieher, Altenpfleger sowie in der Krankenpflege kamen herein.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Der Jahresvergleich zeigt, dass der Arbeitsmarkt in nahezu allen Regionen des Allgäus besser dasteht als im Jahr zuvor. Von Lindau über Sonthofen bis nach Mindelheim waren dieses Mal weniger Menschen ohne Beschäftigung als im März des vergangenen Jahres. Besonders günstig sieht die Entwicklung im Wirtschaftsraum Mindelheim aus. Hier ging die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich m 0,4 Prozentpunkte zurück. Aktuell konnte diese Region als einzige im Agenturbezirk bei der Arbeitslosenquote bereits wieder eine Zwei vor dem Komma vorweisen.

In den meisten anderen Wirtschaftsräumen waren ebenfalls weniger Menschen ohne Beschäftigung, die Arbeitslosenquote zeigte sich im Jahresvergleich verbessert. Lediglich der Wirtschaftsraum Memmingen hatte eine leichte Zunahme um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent zu verkraften.

Neuer Höchststand bei SV-pflichtiger Beschäftigung
Ende September 2015 standen im Allgäu gut 256.600 Menschen in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, die höchste Zahl seit der Wiedervereinigung. Besonders das verarbeitende Gewerbe verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein starkes Plus von mehr als 2.400 Mitarbeitern. Im Gesundheitswesen, im Gastgewerbe sowie bei Heimen arbeiteten ebenfalls mehr Menschen als im Jahr zuvor. Daneben erzielten das Baugewerbe und der Bereich Erziehung und Unterricht einen Zuwachs.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der sozialen Grundsicherung
Seit Einführung der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) werden arbeitslose Menschen von der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern betreut. Beide Bereiche entwickelten sich im März unterschiedlich. Auf Seiten der Arbeitsagentur war ein Rückgang zu verzeichnen. 6.971 Frauen und Männer waren hier arbeitslos gemeldet, gut 500 weniger als noch im Februar. Die sieben Jobcenter im Agenturbezirk kümmerten sich um 5.369 arbeitslose Menschen. Im Vergleich zum Monat zuvor bedeutete das einen Zuwachs um 120 Personen.


Tags:
arbeitsmarkt wirtschaft allgäu bodensee



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