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Technikerschule im Unterallgäu
(Bildquelle: Landratsamt Unterallgäu)
 
Unterallgäu
Donnerstag, 17. Dezember 2015

Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather blickt auf 2015 zurück

Mehrere Meilensteine erreicht

Der Landkreis weihte eine neue Technikerschule ein, eröffnete eine eigene Kinderkrippe und gab eine frisch gebaute Bahnbrücke für den Verkehr frei: „2015 haben wir einige große Projekte abgeschlossen und auch verschiedene neue Vorhaben angepackt“, blickt Landrat Hans-Joachim Weirather auf das zu Ende gehende Jahr zurück. So entstand etwa auch ein Steg über die Iller und der Kreis beschloss, gemeinsam mit den anderen Allgäuer Landkreisen und kreisfreien Städten Flächen auf dem Airport-Gelände in Memmingerberg zu kaufen. Eine „riesige Herausforderung“ war und ist laut Weirather die Bewältigung des Flüchtlingsstroms.

Was die Bildung betrifft, „haben wir heuer zwei Meilensteine erreicht“, so der Landrat. „Mit der neuen Technikerschule in Mindelheim und der Generalsanierung des Gymnasiums in Türkheim haben wir das Unterallgäu als Bildungsstandort gestärkt.“ Es sei gelungen, die Technikerschule mit Kosten von 5,4 Millionen Euro in einer Rekordzeit von nur einem Jahr komplett zu errichten. „Das Gymnasium in Türkheim wurde für 16,2 Millionen Euro energetisch saniert, barrierefrei gemacht und im Brandschutz modernisiert.“

Ein weiterer „Meilenstein“ sei die Inbetriebnahme der neuen Kinderkrippe „Mindelzwerge“ gewesen. Denn: „Noch haben nicht viele Arbeitgeber eine eigene Krippe“, betont Weirather. Die Krippe wurde für 1,3 Millionen Euro gebaut, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Sie befindet sich auf dem Gelände der Mindelheimer Kreisklinik. Dort finden Patienten seit diesem Jahr auch eine für drei Millionen Euro rundum erneuerte Notaufnahme vor, wie der Landrat sagt.

Für Naturliebhaber, Wanderer und Radler sei das Projekt „Flussraum Iller“ realisiert worden. „An der Iller bei Legau wurden für 863.000 Euro mehrere Maßnahmen umgesetzt, die Freizeitgestaltung, Naturschutz und Umweltbildung kombinieren.“ Um Besuchern wieder einen Zugang zu ermöglichen und Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen, wurde das Ufer abgeflacht und naturnah gestaltet. Zudem entstand ein Steg über den Fluss, der ins bestehende Wanderwegenetz eingebunden wurde.

Auch ins 329 Kilometer lange Kreisstraßennetz wurde laut Weirather wieder investiert. Unter anderem sei bei Schwaighausen eine neue Bahnbrücke errichtet worden. „Im Zuge des Drei-Millionen-Euro-Projekts wurde auch die Kreisstraße nach Trunkelsberg ausgebaut und es entstand ein neuer Rad- und Gehweg, mit dem wir unser Radwegenetz weiter verfeinert haben.“

Um die Region zu stärken, hat sich das Allgäu Weirather zufolge 2015 in „einer einmaligen Aktion“ zusammengetan und beschlossen, sich mit 7,2 Millionen Euro an einer Grundbesitzgesellschaft auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts in Memmingerberg zu beteiligen. Diese soll die Entwicklung des Konversionsgeländes weiter voranbringen. „Gleichzeitig erhält der Allgäu Airport dadurch finanzielle Unterstützung des Freistaats und so die Möglichkeit, den Flughafen auf internationales Sicherheitsniveau zu bringen.“

Der Airport spielte heuer auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen eine Rolle. „In einer Halle auf dem Gelände wurde eine Erstaufnahmestelle eingerichtet, in der wir wiederholt über 200 Menschen untergebracht haben.“ Die Zahl der Flüchtlinge habe sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. „Lebten im Dezember 2014 noch gut 500 Asylbewerber im Unterallgäu, sind es jetzt rund 1600.“ Der Kreis habe mittlerweile über 90 Unterkünfte angemietet. „Ohne die vielen Helfer - es gibt unter anderem rund 40 Helferkreise mit hunderten Ehrenamtlichen - wäre diese Aufgabe nicht zu stemmen“, sagt Weirather.

Ferner seien das Seniorenkonzept, der Aktionsplan für Menschen mit Behinderung und das Klimaschutzkonzept weiter mit Leben gefüllt worden. Damit man auch im Alter zu Hause wohnen bleiben kann, arbeiteten inzwischen sieben Gemeinden gezielt an einer altersgerechten Gestaltung. Um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu verbessern, seien 70 Maßnahmen vorgesehen – etwa zur Barrierefreiheit. Zudem gebe es seit diesem Jahr eine „Beratungsstelle Inklusion“. „Für den Klimaschutz wurde nicht nur eine Mitfahrzentrale eingerichtet, sondern es wurden auch viele der anderen 59 geplanten Maßnahmen realisiert, sei es, um erneuerbare Energien stärker zu nutzen, Emissionen zu reduzieren oder dazu zu motivieren, den eigenen Verbrauch unter die Lupe zu nehmen.“

 

Ausblick: Laufende und anstehende Projekte

Schulen: Die Schulzentren in Ottobeuren und Bad Wörishofen sowie die Mittel- und Realschule in Babenhausen werden saniert. Die Arbeiten sollen 2016 abgeschlossen sein.

Straßen: 2016 werden auch zwei große Straßenbauprojekte fertig: der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Herbisried sowie der Ausbau der Kreisstraße zwischen Niederrieden und Memmingen. Zudem startet ein Großprojekt bei Ungerhausen: Die Kreisstraße MN 17 wird ins Gewerbegebiet verlegt, damit 2017 der Bahnübergang durch eine Unterführung ersetzt werden kann.

Seniorenwohnheim: Der Abschluss der Sanierung und Erweiterung des Kreis-Seniorenwohnheims in Türkheim ist ebenfalls fürs kommende Jahr vorgesehen. Das Heim soll dann 133 Plätze (bisher 117) haben, noch seniorenfreundlicher und energetisch auf dem neuesten Stand sein.   


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allgäu rückblick projekte erfolgreich



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