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Rinder-TBC: Unterallgäuer Landwirte können Bestände freiwillig untersuchen lassen
26.03.2013 - 12:30
Alle landwirtschaftlichen Betriebe, deren Tiere bislang nicht auf Rindertuberkulose getestet wurden, dies nun aber aus eigenem Interesse wünschen, können sich ans Veterinäramt wenden.
Das sagt der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather. Im Rahmen der personellen Möglichkeiten werde man alles dafür tun, die Rinder so schnell es geht zu untersuchen und den Betrieben damit Tbc-Freiheit zu garantieren.

Als weitere Maßnahme, so Weirather, seien im Unterallgäu flächendeckende Untersuchungen geplant - so wie es das bayerische Umweltministerium in allen zwölf bayerischen Landkreisen am Alpenrand vorsieht. Bislang wurden laut Mareis ausschließlich Rinder getestet, die möglicherweise Kontakt mit infizierten Tieren hatten - zum Beispiel, weil sie den Sommer auf einer Alpe verbracht haben.

Um die flächendeckenden Test personell stemmen zu können, sollen die praktizierenden Tierärzte ins Boot geholt und von den Landratsämtern angestellt werden, erläuterte Weirather. „Das Umweltministerium arbeitet derzeit an einem entsprechenden Vertrag.“ Sobald dieser dem Landratsamt vorliege, wolle man weitere Schritte einleiten und voraussichtlich eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen. Dann würden im Unterallgäu alle Rinder ab einem Alter von zwölf Monaten auf Tbc untersucht. Im Landkreis gibt es rund 2000 rinderhaltende Betriebe mit etwa 150.000 Tieren.

Erster nachgewiesener Rinder-TBC- Fall im Unterallgäu
Auch im Unterallgäu gibt es nun einen Fall von Rindertuberkulose (Tbc). Laut Dr. Armin Mareis, Leiter des Veterinäramts am Unterallgäuer Landratsamt, wurde das infizierte Tier auf einem Hof festgestellt, der bereits unter Beobachtung stand und gesperrt war. Landrat Hans-Joachim Weirather bietet Landwirten, die daran Interesse haben, nun eine freiwillige, kostenlose Untersuchung ihrer Tiere an. Als nächster Schritt seien flächendeckende Untersuchungen geplant.

Hintergrund für den schnellen Tbc-Befund bei dem betroffenen Tier ist eine aktuelle Änderung der Tuberkulose-Verordnung, wie Mareis sagt. Dadurch könne man einen Verdacht auf Tbc jetzt rasch abklären. Ist ein Tier auffällig, weil es bei einem Hauttest zweifelhaft oder positiv reagiert habe, werde dieses in der Regel getötet und nun mit dem sogenannten PCR-Verfahren näher untersucht, so der Leiter des Veterinäramts. Zuvor habe man für die Abklärung eines Verdachts nur Möglichkeiten gehabt, die mehrere Wochen in Anspruch nahmen.

„Wir haben in unseren drei gesperrten Betrieben von der neuen Möglichkeit Gebrauch gemacht“, erläutert Mareis. Es seien zwölf Tiere getötet und mit dem PCR-Verfahren näher untersucht worden. Dabei habe man ein mit Tbc infiziertes Tier festgestellt. Der betroffene Betrieb dürfe nun keine Milch mehr abgeben und sei für den Viehhandel gesperrt. Die Ergebnisse des zweiten Betriebs waren laut Mareis komplett negativ und man habe die Sperre aufgehoben. „Beim dritten Betrieb steht das Ergebnis noch aus“, sagt der Leiter des Veterinäramts.

Insgesamt wurden im Unterallgäu bislang 43 von 1157 untersuchten Rindern getötet. Die ersten 31 Verdachtsfälle, die Ende vergangenen Jahres auf vier Höfen aufgetreten waren, hatten sich alle als negativ erwiesen. Die getöteten Tiere waren noch mit der bisherigen, länger dauernden Methode untersucht worden.

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