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Bei der Tagung „alltagstaugliche Elektromobilität in Kommunen“ informierten unter anderem in einer Talkrunde Unterallgäuer Bürger über ihre Erfahrungen mit E-Mobilität*
(Bildquelle: Foto: Eva Büchele/Landratsamt Unterallgäu)
 
Unterallgäu
Donnerstag, 30. November 2017

Fahren mit Strom bewegt das Unterallgäu

Das Interesse am Fahren mit Strom ist groß - aber es gibt Unsicherheiten: Wie groß ist die Reichweite? Wo kann ich laden? Für welche Zwecke eignet sich ein E-Fahrzeug? Ist die Öko-Bilanz tatsächlich besser als bei Fahrzeugen, die mit Kraftstoff betrieben werden? Antworten gab es bei der Tagung „Alltagstaugliche Elektromobilität in Kommunen“ im Forum in Mindelheim. Die Veranstaltung war schnell ausgebucht. 120 Teilnehmer kamen, darunter viele Bürgermeister und Gemeindevertreter. Die Referenten und Aussteller waren international - so kam es zu einem regen Austausch mit Vertretern beispielsweise aus den Niederlanden und aus Österreich. Veranstaltet haben die Tagung die Bayern Innovativ GmbH und die Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt Unterallgäu.  

Landrat Hans-Joachim Weirather stellte eingangs die Erfahrungen mit Elektromobilität im Landkreis Unterallgäu vor. Im Unterallgäu sind 93.534 Autos zugelassen, davon fahren 112 rein elektrisch, 352 sind Hybridfahrzeuge. Das Landratsamt hat vergangenen April zwei E-Autos als Dienstwagen angeschafft. Seither haben die Mitarbeiter damit 16.700 Kilometer zurückgelegt und so knapp 2400 Kilogramm CO2 eingespart, rechnete der Landrat vor. An den beiden öffentlichen Ladepunkten vor dem Landratsamt haben seit Juni über 200 Ladevorgänge stattgefunden. „Die Ladeinfrastruktur im Unterallgäu muss noch weiter ausgebaut werden“, betonte Weirather. Derzeit gibt es insgesamt elf öffentlich zugängliche Ladesäulen.

Auch Unterallgäuer Kommunen haben die Elektromobilität für sich entdeckt, informierte der Landrat, beispielsweise gibt es in Bad Wörishofen einen E-Linienbus. Diesen konnten die Tagungsteilnehmer auch besichtigen. Über den Einsatz von E-Fahrzeugen bei der Stadt Mindelheim informierte Bürgermeister Dr. Stephan Winter. Viele Fachvorträge folgten: Dr. Guido Weißmann von der Bayern Innovativ GmbH stellte die Ökobilanzen von Elektro- und Benzinauto gegenüber. Auch wenn das E-Auto mit durchschnittlichem Strom-Mix geladen wird, falle seine Bilanz besser aus, so das Resümee. Der Landkreis Bamberg stellte ein Konzept zum kommunalen E-Car-Sharing vor, es gab Informationen zum richtigen Laden und die Teilnehmer erfuhren, wie die Niederlande die Elektromobilität fördern - das Land gilt als ein Vorreiter mit besonders gut ausgebauter Ladeinfrastruktur.

In einer Talk-Runde mit Staatssekretär Franz Josef Pschierer berichteten Bürger aus der Region von ihren Erfahrungen mit Elektroautos. Einstimmig erzählten die Beteiligten: Stehen geblieben sei von ihnen noch niemand mit dem E-Auto. Sascha Spörel, Taxiunternehmer aus Landsberg, kritisierte, dass deutsche Autohersteller der Entwicklung hinterherhinkten, weshalb er auf einen ausländischen Hersteller setze. Unternehmer Thorsten Bauder rückte den Fahrspaß in den Vordergrund. Und Unternehmerin und Mitbegründerin der Interessengemeinschaft zur Förderung der Elektromobilität im Unterallgäu (IFEU), Lisa Steber, regte neue Mobilitätskonzepte an, etwa einen Bustransfer für die Mitarbeiter großer Firmen. Pschierer lobte das Engagement im Unterallgäu. „Ohne die kommunale Seite geht es nicht“, betonte er.

Zukunftsmusik gab es von Dr. Kord Pannkoke von der Bayern Innovativ GmbH, als ihn die kleine Magdalena Horn fragte, wie es auf den Straßen zugehen wird, wenn sie erwachsen ist: Vielleicht werde dann nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen, sondern sich das Car-Sharing durchsetzen. Vielleicht seien dann viele selbstfahrende Autos unterwegs. Und vielleicht habe jede Tankstelle Strom im Angebot.

*Im Bild von links Landrat Hans-Joachim Weirather, Thorsten Bauder, Franz Josef Pschierer, Lisa Steber, Sascha Spörel, Dr. Kord Pannkoke und vorne Magdalena Horn. 


Tags:
elektromobilität interesse tagung allgäu


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